Der Erhalt der Harburg ist für die Gemeinnützige Fürst zu Oettingen-Wallerstein-Kulturstiftung eine nimmer endende Aufgabe, die einen großen Aufwand bedeutet. Nun steht nach jahrelangen Vorbereitungen ein eher unscheinbares Bauwerk zur Sanierung an: der Anbau am Weißen Turm.
Bereits 2019 ließ die Stiftung das Gebäude vom Büro SL2 Architekten genauer untersuchen. Parallel dazu liefen Gespräche mit möglichen Zuschussgebern an. Aufgrund der Kostensituation beschlossen die Verantwortlichen, die Renovierungsarbeiten auf den Anbau des Weißen Turms zu beschränken. Das Gebäude wurde ursprünglich um 1780 unter dem Wehrgang an den Turm angebaut. In den 1920er Jahren wurde das Bauwerk renoviert und fortan für Wohnzwecke genutzt. Bis in die 1990er Jahre lebte darin der Archivar der Harburg.
Das Mauerwerk des Gebäudes auf der Harburg ist feucht
Jetzt ist die Sanierung des Anbaus angelaufen, der zuletzt verwaist war. Die Wohnbau-Maßnahmen aus dem vorigen Jahrhundert sollen bei dem Projekt zurückgebaut werden. Damit will die Stiftung den früheren Zustand wieder herstellen. Gleichzeitig sollen Feuchtigkeitsschäden behoben und das Mauerwerk trockengelegt werden. Das beschädigte Fachwerk soll teilweise rekonstruiert werden.
Durch das Entfernen von Innenwänden wollen die Verantwortlichen im Erd- und im Obergeschoss jeweils einen großen Ausstellungsraum schaffen. Auf einer Gesamtfläche von etwa 90 Quadratmetern sollen künftig Grafiken und andere Exponate zu sehen sein, welche die Warnecke-Stiftung einbringt. Sie hat bereits Arbeiten des Künstlers Rudolf Warnecke im Fürstenbau der Harburg untergebracht. Um das Ausstellungsgebäude heizen zu können, wird eine Wärmepumpe installiert. Das Vorhaben soll Ende Oktober abgeschlossen werden.
Die Kosten für die Sanierung belaufen sich auf rund eine halbe Million Euro. Der Stiftung ist es gelungen, einen Großteil der Summe über Zuschüsse abzudecken, insgesamt circa 430.000 Euro. Die bayerische Städtebauförderung ist mit rund 220.000 Euro der Haupt-Geldgeber. Die Stiftung bat auch den Landtagsabgeordneten Wolfgang Fackler um Unterstützung. Dem gelang es nach eigenen Angaben, 75.000 Euro über die sogenannte Fraktionsreserve der CSU-Landtagsfraktion zu beschaffen. Dadurch habe sich der staatliche Fördersatz von 60 auf 80 Prozent erhöht, so Fackler anlässlich des offiziellen Spatenstichs.
Weitere Förderer sind die Stadt Harburg, die Bayerische Landesstiftung, der Bezirk Schwaben, der Landkreis Donau-Ries und die Deutsche Stiftung Denkmalschutz. Der restliche Betrag – ungefähr 70.000 Euro – kommt aus Eigenmitteln der Stiftung. "Diese Zahlen zeigen das gute Miteinander aller Beteiligter, um dieses bedeutende Kulturgut in unserem Landkreis zu bewahren", teilt Wolfgang Fackler mit. Schloss Harburg sei ein Baudenkmal von nationaler Bedeutung. (AZ)