Startseite
Icon Pfeil nach unten
Donauwörth
Icon Pfeil nach unten
Münster
Icon Pfeil nach unten

Haushalt Münster 2026 leidet unter fehlenden Schlüsselzuweisungen

Münster

Schwieriges Haushaltsjahr in Münster: Warum fast 600.000 Euro Gewerbesteuer fehlen

  • |
  • |
  • |
  • |
    Im Haushalt der Gemeinde Münster fehlt Geld. Die nahezu Halbierung bei der Gewerbesteuer „schmerzt natürlich extrem“, so Bürgermeister Jürgen Raab.
    Im Haushalt der Gemeinde Münster fehlt Geld. Die nahezu Halbierung bei der Gewerbesteuer „schmerzt natürlich extrem“, so Bürgermeister Jürgen Raab. Foto: Sandra Kraus, Symbolbild

    Von einem „schwierigen Haushaltsjahr“ sprach Münsters Bürgermeister Jürgen Raab bei der Verabschiedung des Etats 2026. Die Hauptgründe: sinkenden Gewerbesteuereinnahmen sowie fehlende Schlüsselzuweisungen. Daniel Escher, Kämmerer der VG Rain, hatte die Räte schon vorab mit der Aufstellung der finanzielle Lage vor dem Hintergrund der Vorhaben der Gemeinde informiert.

    Das Haushaltsvolumen der 1265 Einwohner starken Kommune wurde für heuer mit rund 7,3 Millionen Euro angesetzt. Der Verwaltungshaushalt fällt mit 4 Millionen Euro etwas höher aus als im Vorjahr (3,8 Millionen Euro). Wie bereits erwähnt, sind die Einnahmen aus der Gewerbesteuer mit rund 650.000 Euro im Vergleich zum Vorjahr, wo es rund 1,2 Millionen Euro waren deutlich gesunken. „Das ist fast eine Halbierung und schmerzt natürlich extrem“, so Raab.

    Hauptursache sind laut Raab sinkende Gewerbesteuereinnahmen aus Freiflächen-PV-Anlagen. Gestiegen sind hingegen die Einnahmen aus der Einkommensteuerbeteiligung mit rund 1 Millionen Euro. Weitere Einnahmeposten sind Zuschüsse von etwa 380.000 Euro sowie Einnahmen aus Grundsteuer A (48.000 Euro) und Grundsteuer B (100.000 Euro). „Bei der Grundsteuer haben wir die Hebesätze angepasst und sind nun auf einem Niveau wie etwa vor der Grundsteuerreform“, erklärt Raab.

    Erstmals seit 2019 keine Schlüsselzuweisungen für Münster

    Wie schon bei den Haushaltsberatungen für 2025 befürchtet, erhält die Münster heuer - erstmals seit 2019 – keine Schlüsselzuweisungen. „Das liegt natürlich an den verhältnismäßig hohen Gewerbesteuereinnahmen aus den vergangenen zwei Jahren. Ob wir für das nächste Jahr wieder welche erhalten, wage ich keine Prognose. Für 2028 dürften wir wieder Schlüsselzuweisungen erhalten“, meint der Rathauschef.

    Zu den größten Kostenfaktoren im Verwaltungshaushalt gehören die Personalkosten. Hier wurde wieder die Millionengrenze mit 1,08 Millionen Euro geknackt. Das liegt laut Raab vor allem am Kindergarten. Ein weiterer großer Faktor ist die Kreisumlage, die mit rund 1,2 Millionen Euro zu Buche schlägt. 2025 waren es „nur“ rund 729.000 Euro. Die Umlage, die Münster ebenso wie die Gemeinden Holzheim, Genderkingen und Niederschönenfeld an die Verwaltungsgemeinschaft (VG) Rain zahlen muss, liegt bei rund 539.000 Euro.

    Die Umlage an den Grundschulverband mit Holzheim ist mit 135.000 Euro (Vorjahr 91.000 Euro) etwas gestiegen, was an steigenden Schülerzahlen liegt. „Hier haben wir aktuell mehr Schüler als Holzheim“, so Raab. Was den Mittelschulverband angeht, sieht es hingegen anders aus. Da die Schülerzahlen aus Münster hier etwas nach unten gehen, sinkt auch die Umlagepflicht auf 68.000 Euro (Vorjahr 86.000 Euro).

    Rund 1,1 Millionen Euro Kreditaufnahme

    Der Vermögenshaushalt der Gemeinde wurde auf rund 3,2 Millionen Euro festgezurrt und ist somit etwas höher angesetzt als im Vorjahr (2,6 Millionen Euro). Aus Einnahmen von Grundstücksverkäufen werden rund 565.000 Euro zugeführt, den Rücklagen werden rund 461.000 Euro entnommen, Zuweisungen für die Hackschnitzelheizung in der Trommelgasse sowie aus dem Dorferneuerungsprogramm fließen in Höhe von rund 221.000 Euro. Außerdem ist eine Kreditaufnahmeermächtigung mit rund 1,1 Millionen Euro geplant.

    Allerdings besteht diese aus zwei Teilen und beinhaltet auch eine Umschuldung aus der Kreditaufnahme für den Kindergartenneubau. „Es handelt sich hierbei um eine planmäßige Rücknahme eines laufenden Kredits “, erklärt Jürgen Raab. Die Restschuld für den Kindergarten wird durch ein Bauspardarlehen in Höhe von 575.000 getilgt. Durch eine angesparte Bausparsumme von rund 258.000 Euro beträgt die reine Darlehenssumme 316.000 Euro. Der zweite Teil der Kreditaufnahme wird laut Raab voraussichtlich für mögliche Projekte eingesetzt.

    Der Münstersaal schlägt bei den Ausgaben stark zu Buche

    Demgegenüber stehen unter anderem Ausgaben für Hoch- und Tiefbaumaßnahmen in Höhe von rund 1,1 Millionen Euro. Hier schlagen vor allem Kosten für die Sanierung des Münstersaals sowie die Schlusszahlung für das Gewerbegebiet zu Buche. Für das VG-Gebäude muss die Münster 72.500 Euro zahlen. Für den Grundschulverband werden rund 43.000 Euro fällig, für die Gestaltung neuer Klassenzimmer, da aufgrund steigender Schülerzahlen sich die Klassenzahl im nächsten Schuljahr erhöhen wird. Zum Verwaltungshaushalt werden 911.870 Euro zugeführt. Die Rücklagen der Gemeinde belaufen sich auf rund 1,1 Millionen Euro, 1,6 Millionen Euro Schulden hat die Lechkommune.

    Laut Kämmerer Escher ist für das Planjahr 2027 die Fördersumme für den Gemeindesaal eingeplant. Hier muss die Gemeinde 2026 in Vorleistung gehen. „Die Fördersumme kann aber auch erst 2028 fließen“, sagte Raab. Eschers Fazit: „Die bisher angesparte Rücklage wird durch die aktuellen Projekte zum Großteil aufgebraucht, eine Zuführung an die Rücklage ist erst 2027 wieder möglich.“ Der Gemeinderat verabschiedete einstimmig den Haushalt 2026.

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein

    Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.

    Anmelden

    Sie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren