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In einem Gebiet droht Unterversorgung: Wie steht es um die hausärztliche Versorgung im Donau-Ries-Kreis?

Landkreis Donau-Ries

In einem Gebiet droht Unterversorgung: Wie steht es um die hausärztliche Versorgung?

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    Der Altersschnitt der Hausärzte im Donau-Ries-Kreis liegt bei über 50 Jahren.
    Der Altersschnitt der Hausärzte im Donau-Ries-Kreis liegt bei über 50 Jahren. Foto: Monika Skolimowska, dpa (Symbolbild)

    Auf den ersten Blick lassen die Zahlen aufschrecken: Im Ries ist knapp die Hälfte der niedergelassenen Hausärzte 60 Jahre oder älter und auch im südlichen Landkreis stehen viele Allgemeinmediziner vor dem Renteneintrittsalter. Das geht aus dem Versorgungsatlas der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern hervor, der vor einigen Wochen veröffentlicht wurde. In einem Bereich droht laut der Untersuchung gar eine Unterversorgung. Doch die Zahlen sind mit Vorsicht zu betrachten.

    Konkret betrifft das den Versorgungsbereich Oettingen, hier gibt es momentan zwölf Hausärzte bei rund 20.000 Einwohnern. Der Versorgungsgrad beträgt 87 Prozent; ideal wäre ein Wert von 100 Prozent. Eine Unterversorgung liegt laut KVB bei 75 Prozent vor. Die Hälfte der Allgemeinmediziner ist hier 60 Jahre oder älter. Das gilt auch für den Bereich Nördlingen, wo derzeit aber ein Versorgungsgrad von 110 Prozent herrscht; das bedeutet gar eine Überversorgung. Eine solche gibt es der Studie zufolge auch im Bereich Donauwörth Süd, der unter anderem die Städte Rain und Donauwörth umfasst (110 Prozent). Im Gebiet Donauwörth Nord besteht derzeit eine Versorgung von 106 Prozent. Doch wie werden diese Prozentzahlen überhaupt berechnet?

    Ärzten im Donau-Ries-Kreis fehlt Zeit für Präventionsmaßnahmen

    Der Nördlinger Hausarzt Sebastian Völkl, Vorsitzender des Ärztlichen Kreisverbands Nordschwaben der Bayerischen Landesärztekammer und Delegierter des Bayerischen Hausärzteverbands, erklärt, dass dem eine bestimmte Formel zugrunde liege. „Dabei spielt eine Rolle, wie viele Menschen von einem Hausarzt versorgt werden – unter Berücksichtigung dessen, wie krank die Patienten in diesem Gebiet sind oder welcher Altersdurchschnitt hier herrscht.“ Dabei geht die KVB davon aus, dass ein Arzt 1600 Patienten betreuen kann. Ein Wert, der laut Völkl früher schon einmal bei 1200 Patienten gelegen habe. Selbst dieser Wert werde von manchen Kollegen aber nicht erreicht. Und noch ein anderer Punkt erschwert die Interpretation der Ergebnisse der Studie. So könnten auch Fachärzte Hausarztsitze einnehmen, die bestimmte hausärztliche Dienstleistungen gar nicht anböten, so Völkl.

    Ein kompliziertes Thema also. Insgesamt kommt der Nördlinger Hausarzt zu dem Urteil, dass die Versorgungslage im Landkreis „gut“ sei. „Ein Großteil der Menschen dürfte einen Hausarzt haben.“ Doch Völkl sagt auch, dass den Ärzten die Zeit für Präventionsmaßnahmen fehle. „Das liegt daran, dass wir sehr viele Akutkranke haben.“ Deswegen sei eine einfache Organisation in den Praxen, beispielsweise durch die Telefonsprechstunde, wichtig.

    Altersstruktur bei Hausärzten im Donau-Ries-Kreis sorgt Völkl nicht

    Doch wird sich die Lage im Landkreis nicht verschärfen? Immerhin liegt das Durchschnittsalter der Allgemeinmediziner im Landkreis in allen vier Gebieten bei über 50 Jahren. „Das würde ich so nicht sagen“, so Völkl. „Je teurer es in den großen Städten wie München wird, desto weniger können sich dort auch Menschen mit einem Arztgehalt ein Leben leisten.“ Er gehe deshalb davon aus, dass sich allein schon deshalb wieder mehr Ärzte in ländlichen Regionen wie dem Ries niederlassen. Hoffnung setzt Völkl auch in eine im vergangenen Jahr abgeschlossene Kooperation der Donau-Ries Kliniken mit der Universität Augsburg. Durch diese ist es Medizinstudierenden möglich, ihr Praktisches Jahr in der Region zu absolvieren.

    „Das ist super, dadurch bringen wir die Menschen hierher.“ Auch er selbst habe in seiner Praxis schon etliche dieser Studenten betreut. Selbst wenn nur einer von 50 hängenbleibe, sei das bereits ein Gewinn. Es sei dabei wichtig, auch Nachbarregionen im Blick zu halten – und möglicherweise auf deren Angebote noch eins draufzusetzen.

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