Mit einem ungültigen Dokument hat sich ein 43-Jähriger aus dem Landkreis Donau-Ries bei seinem Arbeitgeber krankgemeldet. Er hatte diese „Krankmeldung“ im Internet bei einem vermeintlichen Arzt bestellt, der jedoch keine Zulassung hatte. Der Vorfall landete bei der Polizei und der 43-Jährige hatte einen Schaden von 600 Euro und Ärger am Hals. Anlass, einmal zum Thema Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) bei Hausarzt Sebastian Völkl nachzufragen.
Wie einfach ist es, sich krankheitsbedingt von der Arbeit selbst zu befreien, oder sich befreien zu lassen? In den ersten drei Tagen braucht man ja oft keine Bescheinigung.
SEBASTIAN VÖLKL: Das kommt auf Betrieb und betriebsinterne Regelungen an. Sofern es um eine ärztliche AU geht, kann ich sagen, dass immer medizinisches Personal entscheiden muss, ob diese gerechtfertigt ist. Sei es am Telefon oder in der Sprechstunde.
Schreiben Ärzte Ihrer Erfahrung nach sehr schnell arbeitsunfähig? Wenn ja, woran liegt das?
VÖLKL: Ja, teilweise schreiben wir Ärzte zwar nicht zu schnell, aber vielleicht zu lange krank. Gerade zu Wochenbeginn ist es nur bei wenigen Akuterkrankungen möglich, den Verlauf über die Mitte der Woche hinaus vorherzusagen. Daher sollten wir in Zukunft darauf achten, nicht mehr wochenweise krankzuschreiben. Dies bedeutet aber auch mehr Aufwand für unsere eh schon am Limit arbeitenden Medizinischen Fachangestellten: Denn wenn die AU nur für zwei Tage ausgestellt wird, kontaktiert uns ein Teil der Patienten nochmals, um die restliche Woche bescheinigt zu bekommen. Schreibt man die ganze Woche krank, melden sich die Patienten in der Regel nicht mehr und in der Praxis ist Zeit für andere Aufgaben.
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