Die Zeiten für die Unternehmen sind nicht einfach, umso mehr rücken auch politische Entscheidungen in den Vordergrund. Dabei spielt nicht nur die Bundesebene eine Rolle. Auch in den Kommunen werden schließlich wichtige wirtschaftliche Entscheidungen getroffen. So stellt mit Beginn der neuen Amtsperiode in den Rathäusern die IHK Schwaben die Standortbedingungen in der Region in den Fokus. Welche Themen ihr wichtig sind.
„Die neue Amtszeit ist eine Chance, die Standortbedingungen in Donau-Ries gezielt weiterzuentwickeln. Unsere Unternehmen brauchen verlässliche Entscheidungen, schnelle Verfahren und eine Infrastruktur, die wirtschaftliche Entwicklung ermöglicht“, sagt Andreas Dirr, Vorsitzender der IHK-Regionalversammlung Donau-Ries. Die wirtschaftliche Bedeutung der Region sei groß: In Donau-Ries zähle die IHK Schwaben 10.461 Mitgliedsunternehmen, die Region stehe für 65.449 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, 317 Ausbildungsbetriebe und eine Exportquote im verarbeitenden Gewerbe von 53 Prozent.
IHK wünscht sich Ausbau der B16 bei Rain
Ein zentrales Thema ist aus Sicht der regionalen Wirtschaft die Infrastruktur. Die Region solle besser an das überregionale Autobahnnetz angebunden werden, so der Wunsch. Der Ausbau der Bundesstraße 16 sei mit Nachdruck voranzutreiben, um die regionale Erreichbarkeit zu sichern, wirtschaftliche Potenziale zu stärken und die nachhaltige Entwicklung des Wirtschaftsraums zu unterstützen. „Ebenso wichtig ist eine moderne, digitale und verlässliche Verwaltung. Unternehmen sind auf transparente Abläufe, rechtssichere Entscheidungen und zügige Verfahren angewiesen“, heißt es in einer Pressemitteilung. Die IHK verweist auf eine effektive und schnelle Kommunikation zwischen allen beteiligten Stellen. Dazu gehöre etwa eine zeitnahe Rückmeldung über fehlende Unterlagen oder Informationen in Genehmigungsverfahren, um Verzögerungen zu vermeiden.
„Viele Standortfragen werden nicht in Berlin oder München entschieden, sondern direkt vor Ort. Ob ein Genehmigungsverfahren zügig läuft, ob Rückmeldungen schnell erfolgen oder ob die Verkehrsanbindung leistungsfähig ist, macht für unsere Unternehmen einen konkreten Unterschied“, betont Dirr.
IHK sieht Landesgartenschau in Donauwörth als Chance für die Wirtschaft
Ein weiterer Schwerpunkt liege auf Bildung und Fachkräftesicherung. Die personelle Ausstattung in der beruflichen Bildung und Betreuung solle aus Sicht der Regionalversammlung bedarfsgerecht erhöht werden, damit Ausbildungsqualität, individuelle Betreuung der Auszubildenden und moderne Bildungsangebote langfristig gesichert werden können. „Zudem sollen anerkennungs- und aufenthaltsrechtliche Verfahren effizienter gestaltet und deutlich beschleunigt werden, damit qualifizierte Fachkräfte schneller in den Arbeitsmarkt integriert werden können“, so die IHK. Auch Innenstadt- und Flächenentwicklung bleiben wichtige Themen. Die Regionalversammlung spricht sich dafür aus, die Landesgartenschau als regionales Entwicklungs- und Imageprojekt aktiv zu unterstützen. Im Zuge dessen solle eine Verlängerung der Öffnungszeiten für den örtlichen Einzelhandel ermöglicht werden, um wirtschaftliche Potenziale der Veranstaltung zu nutzen und die Attraktivität der Innenstadt zu steigern. Zudem fordert die IHK den Radius für die Anrechnung von Ausgleichsflächen zu erweitern, um Planungs- und Genehmigungsverfahren zu beschleunigen.
Die IHK Schwaben wolle den Austausch mit Politik und Verwaltung nach dem Amtsantritt fortsetzen. „Ziel ist es, konkrete Anliegen der Unternehmen frühzeitig in kommunale Entscheidungsprozesse einzubringen und gemeinsam an guten Rahmenbedingungen für Donau-Ries zu arbeiten.“ (AZ)
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