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OB-Kandidatin Bärbel Stahl macht sich unter anderem für eine Verkehrswende in Donauwörth stark

Donauwörth

Zwischen Verkehrswende und sozialem Wohnen: Was die Donauwörther OB-Kandidatin Bärbel Stahl antreibt

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    Politik ist Bärbel Stahls Leidenschaft - genauso wie das Stricken. Beides gehört zu ihrem Engagement, mit dem sie Donauwörth belebt.
    Politik ist Bärbel Stahls Leidenschaft - genauso wie das Stricken. Beides gehört zu ihrem Engagement, mit dem sie Donauwörth belebt. Foto: Barbara Würmseher

    Bärbel Stahl sitzt mit klappernden Nadeln auf dem Sofa und reiht Masche um Masche aneinander. „Ohne Strickzeug kann ich nicht sein“, sagt sie lachend, „ich hab immer mehrere Projekte parallel zueinander.“ Was wie eine beiläufige Bemerkung klingt, erzählt viel über sie. Denn dieses Aneinanderfügen, dieses beharrliche Weiterarbeiten an mehreren Entwürfen, prägt nicht nur ihr Hobby, sondern auch ihr öffentliches Wirken. Seit Jahren reiht sie Initiativen und Engagements mit derselben Sorgfalt aneinander – bis aus Ansätzen etwas Tragfähiges entsteht.

    Jetzt will Bärbel Stahl Oberbürgermeisterin in Donauwörth werden. Die 58-Jährige steht mitten im Wahlkampf, in den sie „viel Zeit und Kraft investiert“. Sie weiß um die große Herausforderung, gegen Amtsinhaber Jürgen Sorré anzutreten. Seit sechs Jahren ist sie Stadträtin, hat Erfahrungen und Einblicke in die Kommunalpolitik. „Ich bin eine Macherin“, sagt sie, „hab immer schon Kritikpunkte gefunden und wollte selbst aktiv werden“. Als sie 2020 zu den Grünen gestoßen ist, hat sie gespürt: „Dort bin ich verwurzelt.“

    Seit 33 Jahren ist Bärbel Stahl in Donauwörth verwurzelt

    Seit 33 Jahren ist die gebürtige Nördlingerin in ihrer Wahlheimat angekommen. Auf verschlungenen beruflichen wie privaten Wegen fand die zweifache Mutter und Oma einer Enkelin in Donauwörth ihren Lebensmittelpunkt. Diese Stadt nicht nur zu bewohnen, sondern mitzugestalten, ist ihr Anliegen.

    2015 gehörte sie zu den Mitbegründern der Flüchtlingshilfe Anker, wurde Ersatzmutter für einen minderjährigen Asylbewerber, engagiert sich als Lesepatin in der Stadtbibliothek und initiierte einen Stricktreff. Neben ihrer Arbeit in einer Kinderarztpraxis nimmt sich die gelernte Kinderkrankenschwester bewusst Zeit für andere. Bärbel Stahl geht es darum, Verantwortung für das Gemeinwesen zu übernehmen.

    Deshalb will sie jetzt in die Vollen gehen. Zu Themen, die ihrer Meinung nach in Donauwörth im Argen liegen, gehört der Soziale Wohnungsbau. „Davon haben wir definitiv zu wenig“, sagt sie. „Wir Grünen haben im Stadtrat lange um die Sanierung der Invalidenkaserne gekämpft - aber es gibt zu viele Leuchtturmprojekte, die im Stadtrat Priorität haben“, kritisiert sie. Die 58-Jährige will sich dafür einsetzen, dass leerstehende städtische Gebäude für Sozialwohnungen saniert werden.

    Bärbel Stahl fordert: „Die Verkehrswende muss her!“

    Zudem fordert sie für Donauwörth: „Die Verkehrswende muss her!“ Sie wünscht sich, die Staus in der Innenstadt zu entzerren. „Wir dürfen nicht noch mehr Autos reinholen, auch wenn ich die Geschäftsinhaber verstehe.“ Die überzeugte Radfahrerin will mehr Anreiz bieten, aufs Rad umzusteigen: „Dafür brauchen wir ein vernünftiges Radwegenetz!“ Und sie stellt folgende Rechnung auf: „Jeder Fahrer, der vom Auto aufs Fahrrad umsteigt, verringert einen Stau um 7 Meter: 5 Meter Auto und je 1 Meter davor und dahinter - ganz abgesehen vom Umweltgedanken!“

    Bärbel Stahl hat bereits kleine Erfolge zu verzeichnen: „Ich hab ein Jahr gekämpft, die Ampelschaltung an der Kaufland-Kreuzung zu automatisieren, damit sie ohne Druckaufforderung funktioniert. Es war wichtig, Gleichbehandlung von Autofahrern, Fußgängern und Radfahrern herzustellen.“ Auch zum Thema Geschwindigkeit hat sie eine klare Meinung: „Ich finde Tempo 20 in der Innenstadt so angenehm!“ Und: „Abschließbare Fahrradboxen am Bahnhof wären eines der ersten Dinge, die ich als Oberbürgermeisterin umsetzen würde“.

    „Das Thema Schulen wurde verschleppt.“

    Kinder und Bildung sind eine weitere Herzensangelegenheit. „Die Erweiterung unserer Schulen ist ein verschlepptes Thema“, sagt sie. „Dabei hab ich schon 2020 bei einer Stadtrats-Klausur nach der Erweiterung der Sebastian-Franck-Schule gefragt. Wir müssen ja durch das Alfred-Delp-Quartier mit Zuzug rechnen. Damals hieß es, die Kapazität reiche aus. Tut sie aber nicht. Jetzt erst steht eine Machbarkeitsstudie an.“

    Ähnlich bei der Mangold-Schule, die aus allen Nähten platze: „Im Förder- und Differenzierungsunterricht sitzen die Kinder auf Kissen im Gang, weil kein Platz ist. Ich plädiere für eine Zwischenlösung mit Containern, die 2026/27 stehen müssen.“ Stahl versteht solche Engpässe nicht: „Schülerentwicklungszahlen kommen nicht aus der Luft, sondern aus dem Einwohnermeldeamt. Bei den Haushalts-Beratungen 2025 hab ich das Thema schon angesprochen. Damals wurden meine Zahlen in Frage gestellt. Letztlich haben sie sich als richtig erwiesen.“

    Zum Hochwasserschutz fordert Stahl, die verlandeten Flutmulden freizubaggern, die Deiche auf ihr historisches Maß zu erhöhen, Gewässer Dritter Ordnung wie den Kaibach zu verlangsamen und mit Rückhaltung auszustatten, sich das Thema Schwammwald als Wasserspeicher anzusehen und für den Biber eine Lösung zu finden. „Als Oberbürgermeisterin würde ich dem Wasserwirtschaftsamt auf die Füße treten und zur Not eine Etage höher gehen, damit etwas vorwärts geht.“

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