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Rain: "Allahu Akbar"-Rufe in Kirche - Pfarrer schaltet Polizei ein

Rain

"Allahu Akbar"-Rufe in der Kirche Rain: Pfarrer schaltet die Polizei ein

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    In der Rainer Stadtpfarrkirche St. Johannes wurde am Samstagabend der Gottesdienst durch zwei Jugendliche gestört. Sie riefen die islamische Formel, die oft auch bei Anschlägen verwendet wird.
    In der Rainer Stadtpfarrkirche St. Johannes wurde am Samstagabend der Gottesdienst durch zwei Jugendliche gestört. Sie riefen die islamische Formel, die oft auch bei Anschlägen verwendet wird. Foto: Arloth Manfred, Archivild

    Zu einem verstörenden Vorfall kam es am Samstag in der Vorabendmesse der katholischen Stadtpfarrkirche "St. Johannes der Täufer" in Rain. Stadtpfarrer Jörg Biercher zelebrierte den Gottesdienst und machte vom Altarraum aus eine Beobachtung, die ihn sehr befremdete und die der als Störung der Religionsausübung betrachtet. 

    Während die liturgische Zeremonie im Gange war und ein Lektor gerade das Evangelium vortrug, streiften zwei dunkelhäutige Jugendliche - im Alter ungefähr zwischen 14 und 16 Jahren - durch das Kirchenschiff in Richtung der Nische, die der Muttergottes gewidmet ist. Die beiden sollen sich leicht provozierend verhalten haben, etwa durch Grinsen - so hat es der Stadtpfarrer empfunden. Im Hinausgehen hätten sie dann die bekannte religiöse Formel der Muslime gerufen: "Allahu Akbar".

    Gottesdienstbesucher in Rain drehen sich irritiert nach den Jugendlichen um

    Nun ist diese Formel grundsätzlich zu allen möglichen Gelegenheiten zu gebrauchen und wird meist mit "Gott ist groß" übersetzt. Es ist aber auch eine Formel, die häufig im politischen und gewaltsamen Islamismus verwendet wird. Viele Anschläge waren von "Allahu Akbar"-Rufen begleitet. Das macht den Vorfall in Rain eben auch ein Stück weit verstörend. Die Gottesdienstbesucher haben die Rufe ebenfalls gehört und sich irritiert umgedreht, wie Stadtpfarrer Jörg Biercher im Gespräch mit unserer Redaktion beschreibt.

    Es ist nicht das erste Intermezzo dieser Art, das in Rain passiert ist. Biercher erinnert sich an den Gottesdienst am diesjährigen Dreikönigstag (6. Januar). Während sich die Sternsinger - rund 30 Mädchen und Buben - draußen vor der Kirche formierten, um kurz danach miteinander in die Kirche einzuziehen, verhielten sich ebenfalls zwei bis drei Jugendliche in Höhe der Sakristei auffällig. ""Sie hatten einen sehr aggressiven Tonfall und riefen ebenfalls 'Allahu Akbar'", schildert der Stadtpfarrer.

    Dem Geistlichen ist ein gutes Miteinander der Religionen vor Ort wichtig, wie er betont. "Wir bemühen uns hier um eine gute Atmosphäre und die islamische Gemeinde wird auch wieder beim Patrozinium am kommenden Sonntag bei uns zu Gast sein." Er will mit dem Imam Kontakt aufnehmen und erhofft sich, dass dieser Position bezieht.

    Für den Rainer Stadtpfarrer ist nun eine Grenze überschritten

    Für Biercher ist mit den Erlebnissen an Heilig Dreikönig und am vergangenen Samstag eindeutig eine Grenze überschritten. "Die Gläubigen müssen sich in der Kirche wohl fühlen", sagt er. "Sie wollen in der Zeit, die sie dort verbringen, ihre Sorgen und Nöte beim lieben Gott lassen und nicht in Anspannung und Hab-acht-Stellung dort sein. Ich möchte nicht, dass solche Vorkommnisse einreißen, sondern möchte sensibel darauf reagieren und meiner Verantwortung für meine Pfarrei gerecht werden."

    Aus diesem Grund hat der katholische Geistliche auch Anzeige gegen Unbekannt bei der Polizeiinspektion Rain erstattet. Für ihn gilt: "Wehret den Anfängen, denn so etwas ist ganz und gar nicht in Ordnung." 

    Die Polizei ermittelt nun wegen Störung der Religionsausübung. Die freie Religionsausübung ist im Grundgesetz verankert. Wer dagegen verstößt, begeht eine Straftat (Strafgesetzbuch § 16), die mit Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren geahndet werden kann. "Wir haben auch den Staatsschutz entsprechend verständigt, wie das in solchen Fällen üblich ist", erklärt Peter Gießer, Leiter der PI Rain.

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