Kann ein Zebrastreifen-Anstrich verhindern, dass Kühe von Insekten gestochen werden? Mit dieser Frage befasste sich 2020 tatsächlich eine wissenschaftliche Studie. Nun tritt man dem Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) doch etwas zu nahe, wenn man deren Untersuchung zur Daseinsvorsorge mit solch mäßig weltbewegenden Studien vergleicht. Und doch stellt sich auch bei dieser Analyse die Frage, was Städte und Gemeinden mit den Ergebnissen anfangen sollen.
Nicht nur die Art der Erhebung wirft Fragen auf: Wieso schneidet Mertingen bei der Mobilität zum Beispiel deutlich besser ab als die Stadt Donauwörth mit einem ICE-Halt und Stadtbusverkehr? Auch der Sinn der Erhebung erschließt sich nicht wirklich. Natürlich, die medizinische Versorgung, die Freizeitmöglichkeiten oder der Internetanschluss sind wichtig für das Befinden vor Ort. Doch wozu dafür Gemeinden wie Daiting oder Forheim mit Städten wie Donauwörth, Nördlingen oder sogar Metropolen wie München verglichen werden, ist schleierhaft. Dass kleine Orte da nur unter besonderen Umständen, die häufig nicht beeinflussbar sind, mithalten können, für diese Erkenntnis braucht es keinen Nobelpreis.
Rögling liegt bei der Mobilität hinter Holzheim – doch was bringt diese Info?
Als Orientierung im Vergleich zu gleich großen oder ähnlich gelegenen Kommunen dient die Untersuchung ebenfalls nicht wirklich. Was soll es dem Bürgermeister von Rögling sagen, dass „seine“ Gemeinde bei der Mobilität rund tausend Plätze hinter Holzheim liegt? Gibt es ein Problem vor Ort, weiß er das normalerweise selbst – und sollte sich darum kümmern. Zumindest, solange es im Rahmen seiner Möglichkeiten liegt. Ansonsten werden sich die Bürger gerade in kleinen Orten sehr schnell bemerkbar machen.
Die Aussagekraft der IW-Untersuchung ist also äußerst begrenzt; die Studie führt vielmehr in die Irre. Bleibt nur die Frage, ob ein Zebrastreifen-Anstrich Kühe tatsächlich vor Stichen bewahren kann. Tatsächlich funktioniert das, so das Ergebnis japanischer Forscher. Das wäre also auch geklärt.
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