Unbekannte haben nahe Fünfstetten einen höchst gefährlichen Unfug getrieben. Sie legten wiederholt Schottersteine oder Rasengittersteine auf die Schienen der doppelgleisigen Bahnstrecke Donauwörth - Treuchtlingen. Mehrere Züge rollten darüber. Durch glückliche Umstände gab es keinen Unfall und keine größeren Schäden.
Die Vorfälle passierten bereits am Samstag, 16. Mai, in der Zeit zwischen 18 und 22.20 Uhr. Erst jetzt ging die für Bahnanlagen zuständige Bundespolizei damit an die Öffentlichkeit. Nach Auskunft der Pressestelle in Nürnberg verspürten die Triebwagenführer von zwei Zügen jeweils einen „Schlag“ und meldeten dies der Leitstelle. Mitarbeiter der Deutschen Bahn fanden anschließend die zertrümmerten Steine. In einem Fall, um 22.20 Uhr, erblickte der Triebfahrzeugführer eines Regionalexpresses, in dem sich rund 150 Fahrgäste befanden, Steine auf den Schienen und konnte noch rechtzeitig anhalten.
Steine auf Schienen bei Fünfstetten: Polizei ermittelt wegen einer Straftat
Die Bundespolizei ermittelt wegen eines gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr und verdeutlicht, welch schlimme Folgen solche Aktionen haben können. Diese bezeichnen die Beamten als „lebensgefährlich“. Das Platzieren von Steinen oder anderen Gegenständen auf den Gleisen stelle keinen „Streich“, sondern eine Straftat dar: „Bereits kleinere Gegenstände auf den Schienen können beim Überfahren durch einen Zug mit enormer Wucht zerschmettert oder weggeschleudert werden. Dabei entstehen Splitter und Geschosse, die Reisende, Bahnmitarbeiter oder unbeteiligte Personen schwer verletzen oder töten können.“
Zudem könnten Schäden an Rädern, Bremsanlagen oder Gleiskörper entstehen, die unter Umständen erst später bemerkt werden und zu weiteren gefährlichen Situationen führen: „Muss ein Zug wegen Hindernissen auf den Gleisen eine Schnellbremsung einleiten, besteht auch innerhalb der Waggons erhebliche Verletzungsgefahr.“ Fahrgäste könnten stürzen, Gepäckstücke umhergeschleudert werden oder Personen gegeneinander prallen. „Besonders ältere Menschen, Kinder oder stehende Reisende sind dabei gefährdet“, so die Polizei.
Darüber hinaus bestehe im Gleisbereich „jederzeit akute Lebensgefahr“. Züge näherten sich oft schneller und deutlich leiser, als viele Menschen vermuten. Die Beamten verweisen auch darauf, dass auf die Täter erhebliche zivilrechtliche Forderungen zukommen könnten.
Bundespolizei bittet nach Vorfällen in Fünfstetten um Hinweise
Die Bundespolizei-Inspektion Augsburg bittet Zeugen, die in Fünfstetten verdächtige Beobachtungen gemacht haben oder Hinweise geben können, sich zu melden. Telefon: 0821/343560. (AZ, wwi)
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