Uwe und Sebastian Dunzinger sehen sich oft. Nicht nur, dass sie im selben Haus leben. Auch bei der Arbeit laufen sie sich praktisch ständig über den Weg, sind doch beide im familieneigenen Betrieb beschäftigt. Seit dem 1. Mai haben die Dunzingers ein weiteres gemeinsames Betätigungsfeld: Vater und Sohn gehören dem Stadtrat in Wemding an, was eine ziemlich einmalige Konstellation in der Region sein dürfte.
Im Stadtrat sitzt Uwe Dunzinger, 61, für die CSU seit sechs Jahren. Am 8. März wurde er mit 1657 Stimmen erneut gewählt. Folglich wird seit 2020 im Hause Dunzinger am Küchentisch auch über die Wemdinger Kommunalpolitik gesprochen - und manchmal diskutiert. Sein Sohn habe „oft Ideen, was man ändern könnte“, merkt Uwe Dunzinger an. Sein Sohn berichtet: „Politik interessiert mich schon länger.“ Seit etwa zwei Jahren gelte dies auch zunehmend für die kommunale Ebene. Daher habe er sich entschlossen, wie sein Vater für den Stadtrat zu kandidieren. Aber nicht für die selbe Partei: „Ich bin kein CSU-Wähler.“ Mit den Parteifreien hingegen könne er sich identifizieren. Deshalb ließ sich Sebastian Dunzinger auf die Kandidatenliste der PWG-FW setzen.
Sebastian Dunzinger rückt für Michael Dinkelmeier in Wemdinger Stadtrat nach
Bei der Wahl am 8. März bekam der 26-Jährige 530 Stimmen und scheiterte knapp - zunächst. Denn zwei Wochen später gewann Michael Dinkelmeier die Landratswahl und musste deshalb auf sein Stadtratsmandat in Wemding verzichten. Sebastian Dunzinger rückte nach.
Seit dem Beginn der Legislaturperiode ist die Kommunalpolitik in der Familie somit noch stärker präsent, zumal die beiden Ratsmitglieder auch noch ähnliche Interessen haben. Uwe Dunzinger ist Unternehmer, sein Filius ist kaufmännischer Leiter der Firma. Für ihre Fraktionen gehören sie dem Finanzausschuss des Stadtrats an. Da momentan der Haushalt der Kommune für 2026 erstellt wird, sitzen die Dunzigers aktuell praktisch wöchentlich ein- bis zweimal am Ratstisch. „Zu den Sitzungen fahren wir gemeinsam“, erzählt Uwe Dunzinger.
Beide Dunzingers haben im Stadtrat Referenten-Posten übernommen
Sein Sohn ist das jüngste Mitglied im Wemdinger Stadtrat. Große Hilfestellungen vom Vater benötigt er nach eigenen Angaben aber nicht: „Für mich war es ein relativ leichter Einstieg.“ Er sei gut vernetzt und habe die meisten Ratsmitglieder schon vorher gekannt. Jetzt sei es „schön, wenn man mit entscheiden darf, die Stadt voranzubringen.“ Dies versuchen die Dunzingers auch gleich mit Zusatzfunktionen. Während der Vater in der neuen Amtsperiode den Posten des Sportreferenten übernommen hat, bekam der Neueinsteiger sogleich das Amt des Wirtschaftsreferenten übertragen.
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