Festlich gediegen beging der Veteranen- und Kameradschaftsverein Marxheim-Neuhausen seinen 150. Geburtstag. Mit einer Ehrung der Kriegstoten begann die zweitägige Feier an der Gedenkstätte bei der Pfarrkirche. Hinter jedem Namen, der auf den Gedenktafeln eingemeißelt ist, stehe eine leidvolle Geschichte, wurde betont. Die Erinnerung wachhalten, die Gemeinschaft pflegen und dem Frieden dienen – diese Ziele des Kameradschaftsvereins zogen sich durch alle Reden am Ehrenmal und in der Festhalle. Die aktuelle weltpolitische Lage zeige, wie wertvoll es sei, in Frieden leben zu können und wie zerbrechlich er sein könne.
Gegründet wurde der Verein aus der Erfahrung des Deutsch-Französischen Krieges von 1870/71. Es sei den Soldaten ein Anliegen gewesen, ihre gefallenen und vermissten Kameraden in ehrenhafter Erinnerung zu behalten, sagte Vorstand Josef Schmid am Kriegerdenkmal. Als Ort des Innehaltens und als dauerhaftes Mahnmal angesichts unfassbaren Leides der Kriege bezeichnete Schirmherr und Bürgermeister Alois Schiegg die Gedenkstätte. An der Gedenkstunde nahmen auch Pater Vinson, die Vereine aus Marxheim, Neuhausen und Schweinspoint und die Bevölkerung teil.
Viele fleißige Hände bewirteten die Gäste
Der Musikverein Marxheim-Schweinspoint umrahmte das Gedenken, begleitete die Gäste zur Festhalle und umrahmte das Sonntagsprogramm samt Gottesdienst. Am Samstagabend führten die Burgbauer-Musikanten mit einem bunten Potpourri die Regie. Gefeiert wurde der 150. Geburtstag in der Halle der Familie Roßmann in der Jurastraße. Viele fleißige Hände bewirteten die Gäste. Am Sonntag füllte sich auch der Außenbereich. Die Vorstände Josef Schmid (Neuhausen) und Anton Reinhard (Marxheim) hatten mit ihrem Team alles auf das Beste vorbereitet.
Beim sonntäglichen Gottesdienst hob Pater Vinson Nirappel heraus, die lange Vereinsgeschichte zeuge von Treue. 150 sei mehr als eine Zahl, dahinter stünden Generationen, die Verantwortung übernommen haben. „Gemeinschaft ist ein Geschenk“ so der Geistliche bei seinem Brückenschlag von der Tageslesung aus der Apostelgeschichte zum Jubiläumsverein. Er forderte auf, Menschen des Friedens zu sein.
Die Bewahrung von Frieden, Freiheit und Demokratie und die Stärkung des Zusammenhaltes seien die elementaren Ziele des Jubiläumsvereins, so Landrat Michael Dinkelmeier in seiner Rede. Und Erinnerungskultur bedeute nicht nur Rückblick, sondern Lernen aus der Geschichte und Verantwortung für Gegenwart und Zukunft.
Vordringliche Pflicht: dem Frieden dienen
Manfred Färber, Kreisvorsitzender der Bayerischen Kameraden- und Soldatenvereinigung, betonte die christliche Prägung der Kameradschaftsvereine und ihre vordringliche Pflicht, dem Frieden zu dienen. Josef Schmid, seit 24 Jahren an der Spitze des Jubiläumsvereins Marxheim-Neuhausen, zeichnete Färber mit dem Verdienstkreuz in Bronze der Landesvereinigung aus.
Bernhard Wenninger, Vorstand des Patenvereins Schweinspoint, erinnerte an die Abspaltung der dortigen Kameraden bei der Wiedergründung im Jahr 1954. Die freundschaftliche Verbundenheit sei stets geblieben – was die gegenseitigen Patenschaften immer wieder bestätigen. Ein Fotoband vom Patenbitten im Vorjahr in Schweinspoint war denn auch sein Geschenk.
Bürgermeister Alois Schiegg stellte in seiner Ansprache die Gegensätze der Vereinsgeschichte heraus. Zum einen im Hinblick auf Kriegstote und Gleichschaltung die schwierigen Zeiten, zum anderen die gelebte Gemeinschaft. Er forderte auf, Brücken zu bauen, Bewährtes zu bewahren und Neues zu wagen.
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