Eine besondere Stimmung herrschte bereits beim Betreten der Kirche „Maria Himmelfahrt“ in Niederschönenfeld. Festlich geschmückt und in gedämpftes, warmes Kerzenlicht von Adventskranz und Christbaum getaucht, präsentierte sich der Kirchenraum, in dem das Publikum ein vorweihnachtliches Konzert mit außergewöhnlichen Klangfarben erleben durften. Denn die seltene Kombination von Orgel (Florian Luderschmid), Sopran (Judith Adldinger) und Horn (Donata Ott) verlieh dem Konzert Charme und festlichen Charakter.
Musik spielte in der Vorweihnachts- und Weihnachtszeit schon in der Renaissance - und bis heute - eine besondere Rolle, da sie, je nach Komposition, viele Gefühle des Menschen erreicht: Besinnlichkeit, Hoffnung, Wärme oder Freude. Mit der Motette „Jubilet tota civitas“ für Sopran und Orgel stimmten Judith Adldinger und Florian Luderschmid an der Orgel elegisch und doch erhebend auf die besinnliche Stunde ein. Dass Heinrich Schütz „Musik als Verkündigung“ sieht, wurde in dem Werk „Hodie Christus natus est“ (Heute ist Christus geboren worden) deutlich. Wie auch im sich anschließenden „Eternal source of light divine“ von Georg Friedrich Händel umspielte dabei der warme weiche Klang des Horns das wunderbare Timbre der Gesangsstimme, trat bei imitierenden Passagen in Dialog mit ihr, ohne jemals aufdringlich oder dominant zu sein.
Wunderbar elegisches Spiel
In den „Pastorellen“ der Komponisten Johann Melchior Dreyer und Johann Anton Kobrich zeigte Florian Luderschmid durch seine variationsreiche Registrierung einmal mehr die ungeheure Klangfülle der Prescher-Orgel auf. Selbst hohe Flötenklänge wirkten warm, nie schrill oder spitz und luden so durch den typischen sizilianischen Dreier-Rhythmus und die eher schlichte Melodieführung zum Träumen und Nachdenken ein. Festliche Stimmung verbreitete sich mit dem 2. und 3. Satz des bekannten Hornkonzertes Nr. 3 von W. A. Mozart. Wunderbar elegisch spielte Donata Ott die sanft fließende Melodie des 2. Satzes, um dann eher fröhlich und beschwingt den 3. Satz „Rondo“ anzustimmen.
Ensemble interpretiert „Ave verum corpus“ und „Deck the Halls“ eindrucksvoll
Weitere klangliche Akzente setzte César Francks „Panis angelicus“ sowie das vom Ensemble brillant interpretierte „Ave verum corpus“ von W. A. Mozart. Ein besonderes Highlight waren sicherlich die im Altarraum vorgetragenen Lieder „Maria durch ein Dornwald ging“, In dulci jubilo“ und insbesondere „Deck the Halls“, wo die beiden Instrumentalisten und die Sopranistin Judith Adldinger jeweils authentisch, natürlich und überzeugend die Botschaft von Weihnachten an das Publikum weitergaben. Die gemeinsam gesungenen Lieder „Macht hoch die Tür“ sowie „Tochter Zion“ rundeten das gelungene Konzert ab.
Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.
AnmeldenSie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren