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Wenn Frauen ihren Liebsten einen Heiratsantrag machen

Foto: Christin Klose, picture alliance/dpa

Klischeemäßig ist es der Mann, der seiner Partnerin einen Heiratsantrag macht. Drei Frauen erzählen, wie sie den Antrag selbst in die Hand genommen haben – und wie sie zu Geschlechterrollen stehen.

Eine Frau, die einen Heiratsantrag macht? Das ist für viele – Frauen wie Männer – erst einmal ein ungewöhnlicher Gedanke. Denn egal, wie gleichberechtigt zwei Menschen in einer Beziehung sonst sind, ist doch für viele die große Frage klar Männersache. Doch manchmal sind es dann doch die Frauen, die um die Hand ihres Partners oder ihrer Partnerin anhalten. Drei von ihnen erzählen, wie sie ihren Antrag geplant haben und was sie als Frauen, die fragen, erlebt haben.

Foto: Tamara Chorowsky Photography

Bettina Steimer, 42, Hausfrau, wohnt mit ihrem Mann und der gemeinsamen Tochter in Kleinaitingen

Als wir uns 2009 kennengelernt haben, war ich schon ein Jahr von meinem ersten Mann getrennt und hatte ein kinderfreies Wochenende. Eine Freundin hat eingeladen, zu einer größeren Gruppe in der Italy Bar in Neusäß dazuzukommen.

Er saß dort mit einer anderen an einem Tisch und ist mir sofort aufgefallen. Aber wenn ein Mann vergeben ist, ist er vergeben. Als ich gegangen bin, habe ich seine Begleitung gefragt, ob er mich zum Auto bringen darf. Da hat das Schicksal seinen Lauf genommen. Er hat mich zum Auto gebracht und wollte gerade zurückgehen, als ich das Fenster heruntergelassen und ihn gefragt habe: Wie viel? Also wie viel er kostet. Damit war das Eis gebrochen. Am nächsten Tag haben wir Telefonnummern ausgetauscht. Er hat erklärt, dass es mit der anderen nichts Ernstes ist. Das war Freitag. Wir haben uns dann am Mittwoch wiedergesehen und am Samstag waren wir zusammen.

Wir waren vorher beide schon einmal verheiratet. Für ihn war klar, dass er nie mehr heiraten und auch keine Kinder möchte. An einem Samstagnachmittag standen wir bei uns im Garten, als hupend eine Hochzeitsgesellschaft vorbeigefahren ist. Und ich sage: wieder zwei Doofe. Das war nur ein Spaß. Aber für ihn war damit klar, dass ich nicht mehr heiraten will.

Als klar war, dass wir zusammenbleiben wollen, hab ich ihn gefragt, wie es mit Heiraten aussieht. Er hat gesagt, dass ich das damals im Garten abgetan habe und das Thema für ihn durch ist. Allerdings hat sich im Laufe der Zeit herauskristallisiert, dass er eigentlich schon heiraten will und sich auch eigene Kinder vorstellen könnte.

Am 8. September 2012 waren wir mit zwei anderen Pärchen auf dem Herbstplärrer in Augsburg. Wir blieben an einem Stand mit Lebkuchenherzen stehen. Da dachte ich: Entweder frage ich ihn jetzt oder gar nicht.

An dem Stand hing ein riesiges Lebkuchenherz über mir, auf dem stand: „Willst du mich heiraten?“ Er kam von hinten her und fragt mich: „Ah, soll ich dir das kaufen?“ Und ich hab gesagt: „Nein, so plump funktioniert die Nummer nicht.“

Er war baff, weil er nicht damit gerechnet hat, dass ich das durchziehe.

Bettina Steimer


Meine Freundin hat heimlich das Herz für mich gekauft. Dann sind wir alle sechs ins Riesenrad gestiegen. In der Gondel hab ich ihn gefragt, ob er mich heiraten will, und ihm das Herz gegeben. Dazu hab ich gesagt: „So macht man das und nicht anders.“ Dann hat er Ja gesagt. Er war baff, weil er nicht damit gerechnet hat, dass ich das durchziehe.

Für mich war es überhaupt nicht komisch, den Antrag zu machen. Erstens Mal hatte ich mir die Nummer selbst zuzuschreiben. Zweitens kann ich selbst die Initiative ergreifen. Und ganz ehrlich: Er hätte auch nicht Nein gesagt, da bin ich überzeugt. Am 26. September 2013 haben wir im Mutterturm in Landsberg geheiratet.

Foto: Nina R.

Nina R., 32, Verwaltungswirtin, lebt mit ihrer Frau im Kreis Landsberg am Lech

Ich hatte schon als Kind diesen Mädchentraum: Wenn der Richtige kommt, möchte ich eine große Hochzeit und ein tolles Brautkleid. Das hat sich auch nicht geändert, als mir klar geworden ist: Traummann ist jetzt Traumfrau. Meine Frau habe ich 2015 im Internet kennengelernt, auf einer Seite für Frauen. Wir waren uns sofort sympathisch und haben uns bald getroffen. Später sind wir in München zusammengezogen.

Übers Heiraten haben wir früh gesprochen. Sie wollte das eher nicht und hat manchmal scherzhaft angedeutet, dass ich eventuell mit einem Nein rechnen müsste, wenn ich ihr einen Antrag mache.

Meine Frau ist temperamentvoller, ich bin eher zurückhaltender. Wir werden öfter in Rollen gedrängt, sogar im Freundeskreis kommt dann die Frage: Ist sie der Mann in der Beziehung? Das ist nicht böse gemeint, aber man muss da ein bisschen Aufklärungsarbeit betreiben und sagen, dass es den Mann eben nicht gibt. Da ich mir die Hochzeit so gewünscht habe, war die Vorstellung schön, einen Antrag zu bekommen, auch ohne Mann. Sich davon zu verabschieden, war aber nicht schlimm. Viele Frauen erwarten traditionelle Dinge, wie dass der Mann im Restaurant bezahlt oder einen Antrag macht. Aber sie wollen emanzipiert und selbstständig sein. Das muss man aber durchziehen: Man muss mal zahlen wollen und eben auch den Antrag machen.

Es hat mir zu lange gedauert und es ist der Gedanke gereift: Ich traue mich jetzt.

Nina R.


Damals haben wir noch in Pasing gewohnt, das war Ende 2020. Eigentlich hatte ich da beschlossen, das Thema zu lassen. Sie konnte mir ja einen Antrag machen, wenn sie so weit ist. Aber es hat mir zu lange gedauert und es ist der Gedanke gereift: Ich traue mich jetzt.

Am Nikolaustag 2020 waren wir im Pasinger Stadtpark spazieren. Ich hatte ihr einen Brief geschrieben, weil einem spontan in so einem Moment die Worte fehlen. Ich habe ihr den Brief dann auf einer Bank vorgelesen und schon in ihrem Blick gesehen: Sie weiß, was kommt. Ich musste ein paar Tränchen verdrücken, aber konnte alles sagen, was ich sagen wollte. Ich hatte auch einen Ring besorgt. Ich habe mich vor sie hingekniet und sie gefragt. Sie hat auch geweint, was sie ganz selten macht, und hat total gerührt Ja gesagt. Das hat mich sehr gefreut, weil ich bis zum Schluss nicht sicher war, ob sie wirklich Ja sagt.

Wir haben im Juni 2021 im Schlösschen in Bobingen mit der engsten Familie gefeiert. Die kleine standesamtliche Feier hätte meiner Frau gereicht. Aber ich bin froh, dass ich sie zusätzlich zu einer großen freien Trauung überreden konnte. So einen Tag hat man nur einmal im Leben vor und das wollte ich mit unseren Familien feiern.

Ich würde mir wünschen, dass man Frauen nicht mehr fragt: Hat er dir noch keinen Antrag gemacht? Sondern: Und, fragst du ihn? Und als ich auf der Arbeit erzählt habe, dass ich verheiratet bin, wurde ich gefragt: Wer ist denn der Glückliche? Da würde ich mir wünschen, dass wir irgendwann zu der Selbstverständlichkeit kommen, dass das Geschlecht egal ist.

Foto: Lina Loos Fotografie

Klara Loos, 34, Ingenieurin, lebt mit ihrem Mann in München

Dominik ist mein erster Freund und ich hätte am Anfang nicht gedacht, dass wir so lange zusammenbleiben. Aber wir haben uns kennen und liebengelernt. Wir haben beide in NRW dual studiert, ich war im ersten Semester, er mein Tutor aus dem dritten Semester. Das war 2008, seitdem sind wir ein Paar.

Wir hatten viele unterschiedliche Stationen. Dominik war in Ingolstadt und Stuttgart, ich bin nach München gezogen und war zweimal im Ausland, in Texas und in Australien. Diese Freiheit war für uns in der Beziehung immer wichtig – bis zu einem gewissen Maß. Wenn man mal zehn Jahre zusammen ist und auch das Zusammenwohnen ausprobiert hat, merkt man doch, dass man zusammengehört. Dann kann man das mit einer Hochzeit auch offiziell machen.

Ich habe schon länger ans Heiraten gedacht, weil für mich Heiraten ein toller Liebesbeweis ist. In meinem Freundeskreis sind viele nicht verheiratet. Ich verstehe das nicht. Ich feiere gerne mit Freunden, lade zum Geburtstag oder zu Silvester ein. Warum also nicht auch seine Beziehung und seine Liebe feiern?

Als ich 2016 aus Australien zurückgekommen bin und wir zusammengezogen sind, habe ich von einem Antrag geträumt. Aber ich habe nichts angedeutet, sondern wollte mich überraschen lassen. Nach meiner Promotion vier Jahre später dachte ich aber: Worauf will ich jetzt noch warten? Da habe ich das selbst in die Hand genommen.

Auf dem Gipfel habe ich ihn gefragt, ob er mein Mann werden möchte.

Klara Loos


Am Tag des Antrags im November 2021 sind wir im Karwendel wandern gegangen. Beim Hochlaufen auf den Berg war mir bewusst, dass ich gleich die Frage stellen möchte. Doch dann war ein Weg gesperrt und der, den wir gingen, führte auf die Fleischbank. Da dachte ich: Ich kann doch auf der Fleischbank keinen Heiratsantrag machen! Zum Glück konnten wir noch zum Schönalmjoch abbiegen.

Auf dem Gipfel habe ich ihn gefragt, ob er mein Mann werden möchte. Ich hatte natürlich keinen Ring, sondern einen Bleistift, auf dem sein Vorname mit meinem Nachnamen stand. Er hat Ja gesagt.

Wir haben am 11. Dezember 2021 geheiratet, in Weiß und im Anzug, mit 30 Personen auf einer kleinen Hütte in den Bergen. Wir sind mit Schlitten hochgewandert, es rieselten Schneeflöckchen während der Trauung, es war traumhaft. Wir haben dann beide unsere Namen behalten – die Strategie ist also nicht aufgegangen.

Im Nachhinein hat es meinem Mann leidgetan, dass nicht er den Antrag gemacht hat. Nach der Trauung hat er das auch in seiner Rede eingebaut: dass er mir dankbar ist, dass er durch mich erkannt hat, wie schön Heiraten ist, wie schön dieser Tag ist, an dem unseretwegen alle zusammengekommen sind. Das war sehr rührend und gibt mir ein gutes Gefühl, dass es richtig war, den Antrag gestellt zu haben.

Diesen Moment, dass jemand vor mir kniet mit einem Ring in der Hand, wird es für mich niemals geben. Diesen Überraschungsmoment. Das ist in Ordnung für mich. Ich bin stolz darauf, dass ich den Antrag gemacht habe. Von einigen Freundinnen weiß ich, dass sie auch gerne heiraten würden, der Mann es aber nicht wagt. Nachdem ich von meinem Antrag erzählt habe, meinten manche, dass sie das wohl auch bald machen sollten. Passiert ist aber seitdem nichts.