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Mein Gott, der nervt: Nerv-Alarm in der Partnerschaft - was hilft?

Mein Gott, der nervt

Nerv-Alarm in der Partnerschaft - was hilft?

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    Der andere geht nur selten auf die eigenen Wünsche und Bitten ein? Das kann für großen Frust sorgen.
    Der andere geht nur selten auf die eigenen Wünsche und Bitten ein? Das kann für großen Frust sorgen. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

    „Sag mal, kannst du das endlich erledigen?“ Streit um Alltagsaufgaben ist ein typischer Nervfaktor in vielen Beziehungen.

    Nerven bedeutet, dass einer immer wieder etwas will, was der andere nicht möchte, fasst der Psychotherapeut Wolfgang Krüger zusammen. Mit der Zeit kann sich das zu einer Art Machtkampf hochschaukeln - es geht dann um mehr als nur um den müffelnden Müll oder die herumliegenden Klamotten.

    Was tun, wenn Bitten oder Wünsche an Partner oder Partnerin stets abperlen - und man sich so selbst wie eine Nervensäge fühlt? Dann ist es laut Krüger manchmal besser, es mit dem Gegenteil zu probieren. „Ich ziehe mich etwas zurück. Dann fühle ich mich zunächst mal autonomer und bin nicht in der Bettelposition.“

    Für Partner oder Partnerin sei das auch besser, weil er oder sie dann frei entscheiden kann, aktiv zu werden. „Wenn ich nerve, fühlt sich der andere genötigt und hat das Gefühl, er muss quasi – das ist blöd.“

    Den Fokus vom Partnerschaftsfrust aufs eigene Leben verschieben

    Der Psychotherapeut gibt noch einen weiteren Impuls: die Partnerschaft immer wieder einer Erfolgskontrolle unterziehen. Zentrale Frage: „Ist meine Methode, auf Schwierigkeiten und Konflikte einzugehen, erfolgreich?“.

    Lautet das klassische Muster „Nerven - nix passiert - nerven - nix passiert“, ist sie das womöglich nicht. Dann kann ein Methodenwechsel sinnvoll sein. Oder besser gesagt: ein Fokuswechsel.

    Das kann zum Beispiel heißen: sich endlich den Dingen zu widmen, auf die man selbst Lust hat, sie bislang aber stets auf „irgendwann mal“ verschoben hat - etwa einen neuen Sport ausprobieren oder eine Fremdsprache erlernen.

    „Der Fokus der Aufmerksamkeit liegt dann auf dem eigenen Leben. Dadurch geht es mir gut, ich werde wieder für den Partner interessant und plötzlich macht der andere freiwillig, was ich vorher immer eingefordert habe“, so Wolfgang Krüger.

    In seine Praxis kommen etwa immer wieder Frauen, die über unordentliche Männer und fehlende Hilfe im Alltag klagen – alles Reden hilft nichts. Der Therapeut rät dann gerne: „Hören Sie auf zu reden. Fahren Sie mit der besten Freundin für 14 Tage an die Ostsee und lassen den Partner allein.“ Oft ändert sich das Verhalten, wenn er merkt, dass die Frau eigenständig ihr Leben lebt, sich im Grunde auch trennen könnte.

    Im Idealfall muss all das aber gar nicht sein - und beide können mit Freundlichkeit und Humor einen gemeinsamen Nenner finden. So können auch Kompromisse den Nervfaktor minimieren: „Manchmal empfehle ich den Paaren, dass sie eine Win-win-Situation herstellen: "Ich erfülle gerne deinen Hauptwunsch, wenn du auch auf meinen eingehst."“

    Hinter Nerv-Alarm können grundsätzliche Themen stecken

    Wenn aber immer wieder die gleichen Sachen nerven, kann ein grundsätzliches Problem die Ursache sein. Eine gute Gelegenheit, einmal herauszuzoomen und das große Ganze in den Blick zu nehmen: Passt es mit dem oder der Liebsten und mir überhaupt grundsätzlich?

    „Wenn ich beispielsweise als Frau eine Partnerschaft mit einem Mann "Typ einsamer Wolf" eingehe, ich selbst will aber viel Beziehung haben und gehe davon aus, er wird sich schon ändern, ist das naiv. Da habe ich einen Dauerkonflikt“, sagt Wolfgang Krüger.

    Das klassische Muster hinter Nerv-Alarm in einer Beziehung: Einer will regelmäßig etwas, was der andere nicht möchte. Daraus kann mit der Zeit ein unausgesprochener Machtkampf entstehen.
    Das klassische Muster hinter Nerv-Alarm in einer Beziehung: Einer will regelmäßig etwas, was der andere nicht möchte. Daraus kann mit der Zeit ein unausgesprochener Machtkampf entstehen. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
    «Kannst du bitte mit anpacken?»: Wer sich von Partner oder Partnerin genötigt fühlt, bleibt manchmal aus Protest inaktiv.
    «Kannst du bitte mit anpacken?»: Wer sich von Partner oder Partnerin genötigt fühlt, bleibt manchmal aus Protest inaktiv. Foto: Christin Klose/dpa Themendienst/dpa-tmn
    Ein bisschen auf Abstand gehen und sich selbst etwas Gutes tun: Das kann sich auch positiv auf die Partnerschaft auswirken.
    Ein bisschen auf Abstand gehen und sich selbst etwas Gutes tun: Das kann sich auch positiv auf die Partnerschaft auswirken. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
    Mit Offenheit, Humor und Freundlichkeit lassen sich viele Alltagskonflikte erfolgreich angehen.
    Mit Offenheit, Humor und Freundlichkeit lassen sich viele Alltagskonflikte erfolgreich angehen. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
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