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Aichach-Friedberg: So will Aichach-Friedberg sein Klimaziel erreichen

Aichach-Friedberg

So will Aichach-Friedberg sein Klimaziel erreichen

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    Im Neubaugebiet an der Friedberger Afrastraße sorgt ein Nahwärmenetz für die Energieversorgung der Häuser. Das ist jedoch noch eine Seltenheit im ganzen Wittelsbacher Land.
    Im Neubaugebiet an der Friedberger Afrastraße sorgt ein Nahwärmenetz für die Energieversorgung der Häuser. Das ist jedoch noch eine Seltenheit im ganzen Wittelsbacher Land. Foto: Hans-Joachim Arndt

    Beim Strom liegt das Wittelsbacher Land gut im Rennen. Schon seit 2014 wird im Landkreis mehr elektrische Energie durch Sonne, Wind und mit Wasserkraft regenerativ erzeugt, als hier verbraucht wird. Deutlich schlechter schaut es dagegen bei der Wärme aus. Rund 60 Prozent des Endenergieverbrauchs im Landkreis Aichach-Friedberg werden für Wärme benötigt, davon wiederum 60 Prozent allein für die Heizung und Warmwassererzeugung in privaten Haushalten. Die Nutzung regenerativer Energiequellen wie Holz oder Biomasse steigt zwar, doch fossile Brennstoffe und vor allem Öl halten immer noch den Löwenanteil.

    Allein durch Einsparung und Steigerung der Energieeffizienz der Wärmeversorger seien die vom Landkreis beschlossenen Klimaschutzziele nicht zu erreichen, so die zuständige Fachstelle im Landratsamt. Bis 2030 will der Landkreis seinen Kohlendioxidausstoß um 55 Prozent reduzieren.

    Das Bundeskabinett will den Einbau von Ölheizungen ab 2026 verbieten.
    Das Bundeskabinett will den Einbau von Ölheizungen ab 2026 verbieten. Foto: Patrick Pleul, zb/dpa (Symbolbild)

    Das geht nur, wenn die Heizungen von Wohnhäusern und die Gebäude von Kommunen und Gewerbe in der Industrie auf CO2-ärmere Energieträger umgestellt werden. Die Grundlage dafür soll ein übergreifender digitaler Energienutzungsplan (ENP) sein, den der Landkreis jetzt gemeinsam mit den Kommunen erarbeitet. Den Plan erstellt das Institut für Energietechnik IfE GmbH an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden in Zusammenarbeit mit der Fachstelle für Klimaschutz im Landratsamt in Aichach.

    Der Energienutzungsplan für Aichach-Friedberg kostet 100.000 Euro

    Die Kosten von rund 100.000 Euro werden zum Großteil durch einen Zuschuss des Freistaats gedeckt. Das Wirtschaftsministerium fördert solche Energiekonzepte mit 70 Prozent. Mit dem ENP sollen die Kommunen, aber auch die Bürger, eine ganz konkrete Entscheidungsgrundlage bekommen, wie sie ihre Gebäude am besten heizen können.

    Dann soll zum Beispiel bei einem anstehenden Austausch eines alten Ölbrenners abfragbar sein, ob vor Ort ein Nahwärmenetz oder ein Anschluss an die Gasversorgung die beste Lösung ist.

    Landkreis Aichach-Friedberg will Vorbild sein

    Der Landkreis wolle so zum Vorbild im Klimaschutz und in der regionalen Energieversorgung werden, heißt es in einer Mitteilung des Landratsamtes. Energie solle künftig zu bezahlbaren Preisen, ressourcenschonend, weitgehend aus regionalen Quellen, umweltverträglich und im Einklang mit dem Klimaschutz bereitgestellt werden.

    Im Landratsamt fand dazu ein Gespräch mit den Bürgermeistern der 24 Städte und Gemeinden statt. Die Ausarbeitung des Energienutzungsplans dauert rund ein Jahr. Zunächst wird der Istzustand der Energiebilanz für Wärme und Strom ermittelt. In den nächsten Wochen werden dazu Fragebögen an Unternehmen, Wasserkraft-, Biogas- und Wärmenetzbetreiber versendet.

    Im Erlauholz zwischen Bachern und Ottmaring steht Friedbergs einzige Windkraftanlage.
    Im Erlauholz zwischen Bachern und Ottmaring steht Friedbergs einzige Windkraftanlage. Foto: Ute Krogull

    Die letzte Datenerhebung im Landkreis ist über zehn Jahre alt. Dann werden die Potenziale für Einsparung, Effizienzsteigerung und den Ausbau erneuerbarer Energien für jede Kommune ermittelt. Daraus wird ein Maßnahmenkatalog abgeleitet. Für wirklich flächenscharfe Vorschläge müssen die Kommunen allerdings selbst Konzepte erstellen lassen.

    Friedberg hat das Konzept schon 2014 beschlossen

    In Friedberg gibt es einen Energienutzungsplan bereits seit 2014. Das vom bifa-Umweltinstitut Augsburg und Prof. Georg Sahner (Stuttgart) erarbeitete Konzept ist nicht nur eine Bestandsaufnahme, sondern zeigt auch Ziele für die Zukunft auf. Wichtig war dem Stadtrat seinerzeit, dass das umfangreiche Zahlen- und Analysewerk konkrete Projekte zur Folge hat.

    Der Aufbau eines Wärmenetzes für die Friedberger Innenstadt war wesentlicher Bestandteil des Energienutzungsplans von 2014.
    Der Aufbau eines Wärmenetzes für die Friedberger Innenstadt war wesentlicher Bestandteil des Energienutzungsplans von 2014. Foto: Aerobild Augsburg (Archiv)

    So sollte bis zum Jahr 2020 sollen 35 Prozent des Strombedarfs (damals etwa 15 Prozent) in Friedberg aus erneuerbaren Energien erzeugt werden. In dafür geeigneten Siedlungsgebieten sollte die Sanierung verstärkt werden. Geplant war der Aufbau von Wärmenetzen, etwa für die gesamte Innenstadt. Ein kommunales Energiemanagement sollte Infos zum Thema Energie zusammenzuführen, um den Energieverbrauch zu senken und Treibhausgase zu reduzieren.

    Aichach hat den Energienutzungsplan im Herbst 2019 in Auftrag gegeben. Generell geht es um die Nutzung von möglichen Potenzialen, zum Beispiel von Biogas für Wärmekonzepte, gemeinschaftliche Versorgungen in Wohnsiedlungen und energieeinsparende Renovierungen.

    Wie kann die Kommune Unternehmen unterstützen?

    Konkret wird es etwa bei der Frage, wie der künftige Kindergarten auf dem Neusa-Gelände beheizt oder das Baugebiet auf der Beckwiese versorgt werden soll. Eine weitere Fragestellung ist, wie Unternehmen bei der Umstellung auf regenerative Energie unterstützt werden könnten.

    Lesen Sie dazu den Kommentar: Energienutzunsgplan für Aichach-Friedberg: Kommt hier der nächste Papiertiger?

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