In den vergangenen Jahren gab es immer wieder vereinzelt Parkbesucher, die im Sandbereich des Meringer Badangerparks auch Boccia spielten. Nun steht Freunden dieser südländischen Kugelsportart ein extra Areal zur Verfügung.
Direkt hinter dem Dudek-Ei errichtete der Bauhof eine etwa vier auf 15 Meter lange Sandbahn, die für jedermann offensteht. Besonders freut sich darüber Ingeborg Bandey, die bereits vor einiger Zeit mit dem Wunsch einer Bocciabahn an Bürgermeister Hans-Dieter Kandler herangetreten war. Sie war es auch, die sich vor mehr als 15 Jahren dafür einsetzte, dass im Lippgarten die erste Bahn errichtet wurde. „Ich habe damals Pfarrer Schaufler gefragt, ob wir nicht als Ausgleich zu meinem Gedächtnistraining drinnen im Papst-Johannes-Haus draußen in der Natur Boccia spielen könnten“, erinnert sie sich. Seitdem kommt dort jeden Montag ab 14 Uhr eine fröhliche Freizeitgruppe von Bocciaspielern zusammen. Im Lippgarten anzutreffen sind sie, solange das Wetter mitspielt, etwa von April bis Ende Oktober.
Das Areal am Meringer Marienplatz ist nicht öffentlich zugänglich
Mittlerweile ist Konrad Happach für die Gruppe verantwortlich und hat auch den Schlüssel in den Pfarrgarten. Denn dies ist das Manko des Areals am Meringer Marienplatz: Er ist nicht öffentlich zugänglich. Darum freuen sich nun nicht nur die Bocciafreunde vom Lippgarten über das neue Aral am Badanger. „Nach der Anfrage von Frau Bandey und der Behandlung des Themas im Gemeinderat ging bei mir auch noch ein schriftlicher Antrag ein, die geplante Bahn in Anlehnung an die Partnerschaft mit Frankreich als Boulebahn zu bauen.“ Eine Boulebahn ist breiter und dafür kürzer als die italienische Variante der Bocciabahn. Doch ob Boule oder Boccia, das ist zumindest der Spielergruppe vom Lippgarten egal, die zur Einweihung der neuen Bahn im Freizeitpark am Badanger zahlreich erschien. Neben ihren Kugeln brachten sie auch einen größeren Holzhobel mit, um damit den Belag glatt zu ziehen. „So liebe ich das, wenn die Spieler sich auch gleich um die Pflege ihrer Bahn kümmern“, sagte Kandler. Merings Bürgermeister blieb auch für eine erste Partie da und freute sich, mit den Spielern der roten Kugeln gegen die grünen zu gewinnen.
Die grünen Kugeln sind übrigens silbern, die Farbbezeichnung rührt aber vom Kartenblatt her, das die Teilnehmer zur Mannschaftsauswahl ziehen. „Der Belag der neuen Bahn ist ganz anders und noch etwas gewöhnungsbedürftig“, kommentierten die Spieler der unterlegenen Gruppe. Gemeinsam freut man sich jedoch über die neue Spielstätte am Badanger. Man habe nach einem geeigneten Standort gesucht, gab Bürgermeister Kandler Auskunft. Das Paarufer sollte ja freigehalten werden. Bei Festivals und anderen Veranstaltungen mit Bühne müsse die Boulebahn dann eben überbaut werden, um einen Backstage-Bereich zu schaffen.
Eine weitere Sitzbank ist an der Bahn vorgesehen
Langfristig hat der Bauhof auch die Platzierung einer weiteren Sitzbank an der Bahn vorgesehen. Die Materialkosten für die neue Freizeitattraktion beliefen sich auf rund 5900 Euro, die Personalkosten für den Bauhofeinsatz wurden noch nicht abgerechnet. „Die Bahn passt auf jeden Fall perfekt hierher in den Park, denn es ist ein einigermaßen ruhiges Freizeitvergnügen, das andere Parkbesucher und Anwohner nicht stört“, findet Bürgermeister Kandler.
Im Hinterkopf hat er auf jeden Fall auch noch den Antrag des Bürgernetzes Mering, langfristig im Park auch Fitnessgeräte für Erwachsene aufzustellen. „Aber da muss auch der Gemeinderat zustimmen.“ Die Bocciagruppe, die sich jeden Montag ab 14 Uhr im Meringer Lippgarten trifft, kann wieder Verstärkung gebrauchen und freut sich über neue Mitspieler. Und vielleicht ergibt sich dann ja ein zweiter Spieltreff unter der Woche im Badangerpark.
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