The Busters und Versengold spielen beim Open Air in Dasing auf
Den Erlös des Dasinger H45 Festivals will Hannes Ankner spenden
So feierten die Menschen beim H45 Open-Air-Festival in Dasing
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Wohin man auf dem Gelände der Dasinger Metallbaufirma Ankner blickt, sieht man strahlende Gesichter. Das mag auch, aber sicher nicht ausschließlich an dem guten Wetter liegen. Alle freuen sich, hier Hannes Ankners 45. Geburtstag und seine Gesundheit feiern zu können. Der Unternehmer präsentiert das ganze Wochenende über ein volles Programm, bei dem es niemals langweilig wird. Auf dem Festival gibt es die ein oder andere Überraschung.
Den Auftakt machen die Mannish Boys. Sie sorgen von Anfang an mit Rock 'n' Roll und Blues für gute Stimmung, während sich die ersten Menschen an den vielen Essens- und Getränkeständen bedienen. Für jeden und jede ist etwas dabei: Cocktails, Bier, Limo und Stamperl gibt's an Bars. Auf dem Wein-Karussell gibt es Wein und Aperol. Zu essen gibt es genauso viel: Steckerlfisch, Flammkuchen, Ochsenburger, Semmeln und Pommes werden an allen Ecken des Festivals verkauft. Den gesamten Reinerlös spendet Ankner an den Glühwürmchenverein, welcher krebskranke Kinder unterstützt.
Der Veranstalter heizt die Stimmung derweil mit mehr als nur großen Reden an. Irgendwann steht er selbst auf der Bühne. Er begleitet die Mannish Boys zuerst an der Trompete und dann gesanglich. Nach seinem Auftritt geht es für die Band noch mal alleine weiter. Für ihr großes Finale ziehen die Männer fast blank und stehen am Ende nur noch im Leoparden-Schlüppi auf der Bühne.
Als Nächstes kommt die Ska-Band The Busters, die mit Liedern auf Deutsch, Englisch und Französisch begeistert. Zwei Zuhörerinnen sind die Freundinnen Sophia und Marina aus dem Landkreis Bruck. Sie wollten eigentlich auf das Puls-Festival in Kaltenberg gehen, welches allerdings kurzfristig abgesagt wurde. Traurig sind sie darüber nicht. "Die sollten das hier nächstes Jahr wieder machen. Wir wären auf jeden Fall dabei", sagen die beiden. Sie sind froh über die Alternative und sind gespannt auf die weiteren Auftritte.
Die Jungs von der Band Versengold sind später am Abend der Headliner. Davor schauen sie sich die anderen Auftritte an und flanieren über das Gelände. Sänger Malte Hoyer und Gitarrist Daniel Gregory streifen zusammen durch die Menge. Obwohl sie hier in Bayern weniger bekannt sind als in ihrer nördlichen Heimat, werden sie immer wieder von Fans angesprochen. 2019 spielten sie auf dem großen Rocker-Festival Wacken, sie treten aber weiterhin gerne auch auf kleineren Veranstaltungen auf wie hier in Dasing. "Das hat seinen ganz eigenen Charme. Es ist irgendwie geordnet chaotisch, ich find's super hier", meint Hoyer. Ob die Jungs vor ihren Auftritten noch nervös sind? "Nein, da ist man irgendwann nicht mehr aufgeregt", erzählt Gregory. Auch ein Auftritt vor großem Publikum sei irgendwann Routine. Man mache sich dann eher Gedanken um ausfallende Technik, so der Gitarrist.
Als Drittes kommt die bayerische Band Deschowieda auf die Bühne. Inzwischen ist der Platz gut gefüllt und die Stimmung ausgelassen. Während vorne wild getanzt wird, sitzt man in der Mitte des Geländes gemütlich auf Bierbänken. Dort sind Peter Erhard und seine Frau. Sie waren am Freitag schon auf der kleineren Geburtstagsfeier Ankners, wollen sich die große Fete aber auch nicht entgehen lassen. "Wir sind neugierig auf die Bands. Wir kennen sie zwar noch nicht, sind aber offen für alles", so Erhard. Sie sind besonders vom Anlass des Festes berührt. "Hannes war ja selber schwer krank. Aber er meinte, dass es für Kinder noch schlimmer ist, Krebs zu haben", erzählt Eberhard. Der Erlös des Festivals wird dem Glühwürmchenverein gespendet.
Gegen halb elf ist es so weit: Die Chartstürmer Versengold treten auf. Die Menge tobt, es wird laut mitgesungen. Besonders ein Lied kommt gut an, das weiß auch Frontmann Malte Hoyer. "Bestimmt kennen uns viele aus dem Publikum nicht. Aber einen Song, den kennt ihr bestimmt", kündigt er den erfolgreichsten Song der Band, Thekenmädchen, an. Bis Mitternacht stehen die Männer aus dem Norden auf der Bühne, dann müssen sie los. Schluss ist hier aber noch nicht, wie Mitorganisator Philipp Asum am nächsten Tag erzählt.
Beim Frühschoppen am Sonntag ist er erschöpft, aber zufrieden. "Hier wurde die Nacht durchgefeiert. Manche sind gar nicht heimgegangen", erzählt er. "Ich bin mehr als happy. Das Wetter war natürlich auch ausschlaggebend." Ebenso zufrieden ist Hannes Ankner selbst. "Es war mega, genauso, wie wir's wollten", so Ankner. "Wir müssen froh sein, dass wir so etwas machen können. Das Leben könnte so einfach sein, und das ist genau die Message, die wir rüberbringen wollten", fasst er zusammen. Und wer am letzten Tag des Open-Air-Festivals denkt, er habe schon alles gesehen, irrt sich wohl spätestens dann, als Hannes Ankner auf einem Kamel über das Gelände reitet. Welche Summe genau bei dem Spendenfest zusammengekommen ist, ist noch nicht klar. Man rechne aber mit mehreren Tausend Euro.