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Friedberg

08.09.2019

Die Soiree beim Friedberger Musiksommer begeistert das Publikum

Über herzlichen Applaus nach dem Konzert freuten sich: (von links) Karl-Heinz Steffens, Mechthild Sommer, Michal Friedländer, Nikolaus Boewer, Kolja Blacher und Florian Barak.
Bild: Manuela Rieger

Die Solisten beweisen beim Friedberger Musiksommer ihr Gespür für die Komponisten. Wie der Geiger Kolja Blacher die Aufmerksamkeit auf sich zieht.

Mit einer Matinee im Rathaussaal begann die exquisite Reihe der musikalischen Plaudereien von Karl-Heinz Steffens beim Friedberger Musiksommer. Damals erzählten Steffens und seine Klarinette mit Freude über Joseph Haydn und dessen Leben. Nun wurde die ausgezeichnete Serie der Matineen mit Gesprächskonzerten in eine Soiree übernommen.

Steffens war etwas wortkarg, was seine Ausführungen zu Komponisten und ihren Werken anbelangte. Dafür wurde ein hervorragendes Konzert geboten, das von Freundschaften und Mäzenen handelte.

Johannes Brahms schloss ein Bündnis mit einem verwandten Geist und trat als Mentor und Förderer für diesen ein: Es handelte sich um Antonín Dvořák, mit dem ihn eine lebenslange Freundschaft verbinden sollte. Auch der Emigrant Kurt Weill fand in New York eine Freundschaft mit Musik, Weill war von „Porgy and Bess“ von George Gershwin angetan.

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Kolja Blacher gibt sich kreativ mit seiner Geige

Bei dem Werk Bagatelles op. 47 offenbart sich Antonín Dvořáks Einfallsreichtum: Der Komponist experimentiert mit melodischer Vielfalt, einem durchdachten Einsatz der Instrumente und geschicktem Aufbau. Das Quartett Michal Friedländer am Piano, die Violinisten Kolja Blacher sowie Nikolaus Boewer und der Cellist Florian Barak folgte dem manchmal etwas abrupten Hin und Her ohne zu zögern und formte jeden Klang mit Hingabe. Ausgefallen war es, wie die Konzertbesucher die „Moritat von Mackie Messer“ während des Friedberger Musiksommers zu hören bekamen.

Der Geiger Kolja Blacher und die Pianistin Michal Friedländer präsentierten fünf Stücke aus Kurt Weills „Dreigroschenoper“ in einer Bearbeitung des Geigers und Komponisten Stefan Frenkel. Das Arrangement ist reich an raffinierten Spieltechniken und Klangfarben. Der Geiger Kolja Blacher brachte diese Vielfalt an Klängen nachdrücklich hervor. Hier gab sich Blacher so kreativ auf seiner Geige, dass die sehr beeindruckend spielende Friedländer unweigerlich in den Hintergrund geriet. Das lag daran, dass die Zuhörer sich fasziniert auf Blacher konzentrierten und weniger auf das Klavier. Nichts anderes galt für die Stücke aus George Gershwins „Porgy and Bess“.

Publikum spendet lange Applaus in Friedberg

Das Klavierquartett C-Moll op. 60 von Johannes Brahms beginnt mächtig, fast schwermütig, hier reihte sich die Bratschistin Mechthild Sommer ein. Virtuosität und großer Klang, der Gegensatz zwischen Piano und Forte prägen den ersten Satz. Ein Brillantfeuerwerk an Tönen, das von den Musikern bestens gemeistert wurde, strahlte in Satz zwei. Wuchtige Akkordschläge und silberglitzernde Läufe auf dem Flügel, von großem Spiel der Streicher begleitet, schlossen den vierten Satz und waren auch Finale des Konzerts. Mit lang anhaltendem und starkem Applaus belohnte das Publikum die Künstler.

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