1. Startseite
  2. Lokales (Friedberg)
  3. Engpass bei den Kitas bis September nicht lösbar

Mering

23.04.2019

Engpass bei den Kitas bis September nicht lösbar

In Mering gibt es zu wenig Plätze für Kinderbetreuung.
Bild: S. Wyszengrad (Symbolfoto)

Mering beschließt die Erweiterung der Einrichtung am Kapellenberg und bastelt an Behelfsangeboten.

In den vergangenen Wochen haben in Mering viele Eltern eine Absage des Kindergartens oder der Krippe bekommen. Denn, wie berichtet, fehlen in der Marktgemeinde zum Herbst dieses Jahres 88 Kita-Plätze. Mit diesem Engpass befasste sich nun auch der Marktgemeinderat, der eine umfangreiche Erweiterung des Integrativen Kinderhauses am Kapellenberg in die Wege leitete.

Dafür plant die Kommune schon seit Längerem, das benachbarte Anwesen Kornblumenring 8 und 10 zu kaufen und umzubauen. Dieses kostet rund 1,5 Millionen Euro. Für Erwerb und Umbau sind insgesamt rund 2,4 Millionen Euro in den Haushalt eingestellt worden. Allerdings kann der Markt Mering auch mit einem Zuschuss von rund 1,3 Millionen Euro rechnen. Durch diese Erweiterung entstehen 15 neue Krippen- und 75 neue Kindergartenplätze. Die nötige Bedarfsanerkennung beschloss der Gemeinderat einstimmig.

Nicht nur in Mering ein Problem

Klar ist allerdings, dass der Umbau nicht rechtzeitig fürs kommende Kindergartenjahr fertig wird. Bürgermeister Hans-Dieter Kandler bezog noch einmal Stellung zum aktuellen Engpass, der nicht nur ein Meringer Problem sei. Selbst in den anderen Kommunen, wie Merching oder Steindorf, die in den vergangenen Jahren manchmal ausgeholfen haben, gebe es heuer nichts. In der Marktkommune verschärfen die beiden geburtenstarken Jahrgänge 2016 mit 170 und 2017 mit sogar 178 Kindern das Problem.

ecsImgBannerNewsletter250x370@2x-1315723864673274678.jpg

Zudem sei es in der Kommune aufgrund der starken Fluktuation schwieriger, eine Prognose zu treffen, als in anderen Orten. Nun gelte es, mit der Situation klar zu kommen. Er hoffe hier sehr, dass das Landratsamt und die Regierung von Schwaben Mering hier auch durch eine schnelle Ausstellung der nötigen Bescheinigungen und Genehmigungen unterstützen, so Kandler.

Wie berichtet, will der Bürgermeister unter anderem bis zum Herbst einen Waldkindergarten unter Trägerschaft der evangelischen Kirche eröffnen. „Die Auflagen sind aber schwieriger zu erfüllen, als wir es uns laienhaft vorgestellt hatten“, sagte Kandler. Auch ein Angebot, das vier Tagesmütter gemeinsam auf die Beine stellen wollten, sei vom Landratsamt nicht befürwortet worden.

Es fehlt in Mering auch an Personal

CSU-Fraktionssprecher Georg Resch merkte an, dass in jedem Fall noch Plätze fehlen und fragte: „Was können wir da machen?“ Kandler erklärte, dass es auch eine Überlegung gebe, eine Übergangslösung mit Containern einzurichten. Resch hakte nach: „Aber ist es so, dass wir sagen können: Wir schaffen es?“ – Das konnte ihm der Bürgermeister jedoch nicht zusichern: „Nein, wir bemühen uns. Aber zum 1. September werden wir es nicht schaffen.“ Außer den Räumlichkeiten fehle auch das nötige Personal.

Dabei hat Mering hier mit der Ansiedlung der Fachakademie für Sozialpädagogik bereits vorgebaut. Diese eröffnete 2016 und viele der künftigen Erzieherinnen absolvieren ihre Praktika in Meringer Einrichtungen und werden – so die Hoffnung – nach Ausbildungsabschluss dorthin zurückkehren. „Aber so eine Erzieherinnen-Ausbildung dauert nun einmal fünf Jahre. Das nutzt uns heute noch nichts“, stellte Kandler klar.

Lesen Sie dazu auch unseren Bericht Kita-Plätze in Aichach-Friedberg: Existenzen bedroht

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

27.04.2019

Es ist toll, dass die Gemeinde da so dahinter ist! Jedoch wird die Fluktuation bei den Pädagogen weiterhin bestehen bleiben, wenn man nicht für diese sorgt! Ich selber war Kita-Leitung und es gibt nichts schlimmeres als große Gruppen, darunter fallen Krippengruppen mit drei Personen und 15 Kindern bzw. ein Platzsharing, d.h. Die Pädagogen haben noch mehr Kinder zu betreuen! Damit Kindertageseinrichtungen zur Zufriedenheit aller laufen, müssen die Rahmenbedingungen geschaffen werden! Das wichtigste ist, dass Kinder sich frei entwickeln und entfalten können! Dies geht nicht bei der aktuellen Situation! Wünschenswert wäre somit, Qualität vor Quantität!

Permalink
Das könnte Sie auch interessieren