Die Baugenossenschaft feierte ihr 100-jähriges Bestehen im Wittelsbacher Schloss ohne den für solche Anlässe sonst unvermeidlichen und oft anstrengenden Festvortrag. Günther Riebel, der seit 25 Jahren als Vorsitzender die Geschicke leitet, präsentierte im großen Festsaal stattdessen einen halbstündigen unterhaltsamen Film, der die Geschichte – wir berichteten – seit der Gründung vom April 1919 bis heute anschaulich bis ins Detail darstellte.
Historische Bilder der Gründungsgenossen, Baupläne, Dokumente und Ansichten der gebauten Häuserzeilen fehlten ebenso wenig wie die Vorstellung und Würdigung der verdienten Persönlichkeiten im Laufes dieses Jahrhunderts. Einige der „Gründer-Enkel“ aus der Familie Riebel wie Germann Heißerer, Christian Knieß jun., Heinz Koppold und Richard Scharold waren unter den 150 geladenen Gästen.
Neben Vertretern aus Politik und Wirtschaft sichtete man Geschäftspartner, Architekten, Handwerker und Mitarbeiter und jeder hatte „etwas mit der Baugenossenschaft zu tun“.
Sozialer Wohnungsbau: Freistaat investiert 18 Millionen Euro in Schwaben
Die unverzichtbare gute Beziehung zur Stadt Friedberg bekräftigte denn auch Bürgermeister Roland Eichmann in seinem Grußwort. Er erinnerte daran, dass die Baugenossenschaft aus einer breiten Stadtgesellschaft heraus geboren wurde. Dass die Politik und die gesamten Behördenapparate und Administrationen stets hilfreich dem Bemühen der gemeinnützig orientierten Wohnungsbaugesellschaft gegenüberstanden, wurde in den Grußworten von Landrat Klaus Metzger und von Landtagsabgeordnetem Peter Tomaschko deutlich herausgestellt. Auch der Hinweis, dass aus dem Maximilianeum derzeit rund 18 Millionen Euro in schwäbische Wohnbauprojekte fließen, passt in eine Zeit, in der die Sehnsucht nach „bezahlbarem Wohnraum“ unüberhörbar ist.
Hans Maier vom Verband der Wohnungsbaugenossenschaften München zitierte Presseberichte aus dem Jahre 1919 über Wohnungsnot und überhöhte Mietpreise, die aus den aktuellen Blättern dieses Jahres stammen könnten. Die zahleichen Baugenossenschaften „übernehmen Verantwortung und haben große Bedeutung für die Stadtentwicklung“, sagte Maier in seiner Glückwunschadresse an die Friedberger.
Zum Jubiläum der Wohnungsbaugenossenschaft gibt es eine Spende
Benachbarte Genossenschaften aus der Firnhaberau und Haunstetten gratulierten ebenfalls – mit einer außergewöhnlichen Idee: Statt Blumen oder Zinnteller überreichten Reiner Beyer und Jochen Plunger einen Scheck über 1000 Euro für den Kinderheimverein Friedberg. Wohl wissend, dass Riebel in Personalunion auch Vorsitzender dieses gemeinnützigen Vereins ist. Und Gründungsenkel Germann Heißerer ließ es nicht nehmen, gleich einen weiteren Tausender spontan für diesen Zweck draufzulegen.
Die besondere öffentliche Danksagung der beiden Vorstandsmitglieder Günther Riebel und Beate Kaul für die perfekte Gestaltung der Feier und das ganze Drumherum mit Film und dem farbigen Jubiläumsbuch „Eine Zeit Reise“ galt dem technischen Filmemacher Konni Filbert mit Mitarbeiterin Monika, den Frauen der Geschäftsstelle Lidwina Förster und Monika Gierlich, der Riebel-Tochter Therese und der Cateringfirma Birgitt Rank aus Friedberg-West. Für die unaufdringliche, jedoch stets im Ohr präsente Hintergrundmusik des Trio Tzigane erhielten die drei jungen Männer aus Aichach ehrlichen Beifall.