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Friedberg: So dringend werden Hospizhelfer in Aichach-Friedberg benötigt

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So dringend werden Hospizhelfer in Aichach-Friedberg benötigt

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    Die meisten Leute sterben ruhiger, wenn man ihre Hand streichelt und sie spüren lässt, dass sie nicht alleine sind, so lautet die Erfahrung der Hospizhelfer. Für die im Januar beginnende Ausbildung werden wieder Ehrenamtliche gesucht.
    Die meisten Leute sterben ruhiger, wenn man ihre Hand streichelt und sie spüren lässt, dass sie nicht alleine sind, so lautet die Erfahrung der Hospizhelfer. Für die im Januar beginnende Ausbildung werden wieder Ehrenamtliche gesucht. Foto: Heike John

    Zehn neue Hospizbegleiter aus dem Landkreis konnten im Rahmen eines Gottesdienstes mit Kaplan Joseph Afatchao in Mariä Himmelfahrt in Mering-St. Afra für ihren Dienst ausgesendet werden. Für einige unter ihnen ist das eine besondere Herausforderung.

    Über die Verstärkung ihres Ehrenamtlichenteams freuen sich vor allem die Koordinatoren der drei Hospizgruppen im Landkreis mit Christine Neukäufer als leitende Koordinatorin des ambulanten Hospiz- und Palliativberatungsdienstes im Caritasverband Aichach-Friedberg. Zusammen mit Geschäftsführer Andreas Reimann beglückwünschte sie die neuen Hospizhelfer und überreichte jedem von ihnen eine Rose.

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    In Aichach können Manuela Lang und Christine Neukäufer einen neuen Ehrenamtlichen aufnehmen, im Friedberger Kreis begrüßt die dortige Koordinatorin Christine Schwarz-Marinkowic drei neue Hospizbegleiter und in Mering freut sich die Leiterin der Ortsgruppe Angelika Meier über den Zuwachs von sechs weiteren Hospizhelfern.

    Somit sind aktuell im Landkreis 93 ehrenamtliche Hospizbegleiter im Einsatz. Die große Zahl der Ehrenamtlichen ist kein Luxus, denn die Nachfrage an Begleitungen von schwer kranken und sterbenden Menschen ist steigend. "Ich habe bis zu fünf Anfragen täglich", erklärt Christine Neukäufer: "Manchmal werden die Begleitungen akut benötigt, das heißt ich versuche, Helfer aus unserem Team zu finden, die noch am selben Tag beim Patienten am Bett sitzen können."

    Oft sind die Hospizbegleiter ergänzend zu dem SAPV-Team, der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung, im Einsatz, um zusätzlich zur medizinischen und pflegerischen Betreuung auch mentalen Beistand zu leisten. Dafür wurden die Ehrenamtlichen im 17. Qualifizierungskurs des St.-Afra-Hospizes in 120 Unterrichtseinheiten vorbereitet. Im Einsatz sind sie bei schwer kranken und sterbenden Menschen in deren gewohnter Umgebung oder in stationären Pflegeeinrichtungen.

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    In Zeiten der Corona-Pandemie befinden sich die Ehrenamtlichen oft genug in einem großen ethischen Konflikt zwischen Hygiene- und Abstandsregeln oder gar Besuchsverbot in den Einrichtungen sowie auf der anderen Seite der Fürsorge für ihre Patienten. "Hier spüre ich auch eine ganz große Unsicherheit der Einrichtungen", sagt Christine Neukäufer. Unabhängig davon befindet sich die Hospizbewegung in ständigem Umbruch und erfreut sich steigender Akzeptanz, wie anlässlich des Welthospiztages am 10. Oktober festgestellt werden konnte.

    Die Koordinatorinnen im St. Afra Hospiz (von links):  Christine Neukäufer, Manuela Lang und Christine Schwarz-Marinkovic.
    Die Koordinatorinnen im St. Afra Hospiz (von links): Christine Neukäufer, Manuela Lang und Christine Schwarz-Marinkovic. Foto: Heike John

    "Das Thema Sterben wird in unserer Gesellschaft zunehmend enttabuisiert und die Politik, auch konkret hier bei uns vor Ort, interessiert sich für unsere Arbeit", freut sich Christine Neukäufer. Zudem finde im Kreise der Hospizbegleiter derzeit ein Generationswechsel statt, so hat die leitende Koordinatorin des St.-Afra-Hospizes festgestellt. War der Großteil der bisherigen Hospizbegleiter früher im Rentenalter, sind jetzt viele Engagierte zwischen 50 und 60 Jahren. Neben dem Beruf im ehrenamtlichen Einsatz zu sein, sei noch einmal eine besondere Herausforderung.

    St.-Afra-Hospiz leistet Beistand in über 200 Fällen

    Einige Hospizbegleiter haben sich zusätzlich qualifiziert für die Begleitung vortrauernder Kinder und Familien, die Begleitung von Menschen mit Behinderung oder die Trauerbegleitung. Allein in diesem Jahr wurden oder werden bisher im Landkreis Aichach-Friedberg 169 schwer kranke oder sterbende Menschen begleitet. Dazu kommen noch einmal rund 50 Trauerbegleitungen in Einzelgesprächen oder in Gruppenangeboten.

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