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Friedberg
18.11.2020

So viele Strafzettel verteilen die Parküberwacher in Friedberg

Die Ludwigstraße ist die Kerneinsatzzone der Parküberwachung in Friedberg.
Foto: Mareike König (Archivbild)

Die Parküberwachung in Friedberg ist des einen Freud, des anderen Leid. Die Stadt will nun den Vetrag mit der Verkehrsüberwachung verlängern. Macht sie damit Gewinn?

Die Männer und Frauen von der Parküberwachung gehören inzwischen zum Stadtbild von Friedberg. Fast 6000 Strafzettel wurden 2019 verteilt. Immer wieder gibt es das Gerücht, dass dies für die Stadt ein lukratives Geschäft sei.

Die Verkehrsüberwachung war nun Thema im Bauausschuss des Stadtrates. Dieser beschloss, sie bis 2022 vollständig an das Kommunalunternehmen Verkehrsüberwachung Schwaben-Mitte zu übertragen. Dieses ist momentan 40 Stunden pro Woche im Einsatz. Zusätzlich hält die Stadt zwei Halbtagsstellen im Außendienst und eine Halbtagsstelle im Innendienst vor. Kernzone der Tätigkeit ist die Ludwigstraße, wo teilweise derart chaotisch geparkt wird, das der AVV-Bus nicht von der Bahnhofstraße einbiegen kann.

Diesen Verlust macht Friedberg bei der Parküberwachung

Mit dem immer wieder in der Bürgerschaft kursierenden Gerüchte, die Stadt mache mit der Verkehrsüberwachung - sei es ruhender oder fließender Verkehr - einen großen Reibach, räumte Kommunalreferent Wolfgang Basch in der Sitzung auf: "Entgegen der landläufigen Meinung, ist das keine Einnahmequelle", sagte er. Im Gegenteil: Es handle sich um ein Draufzahlgeschäft.

In Zahlen stellt sich das folgendermaßen dar:

  • Die Mitarbeiter des Kommunalunternehmens verteilten 2019 in Friedberg 1970 Strafzettel. Die Einnahmen betrugen 28.500 Euro, die Ausgaben 33.900 Euro. Saldo: 5400 Euro.
  • Der städtische Überwachungsdienst hat eine Bilanz von 3740 Strafzetteln im Jahr 2019. Die Einnahmen liegen bei 56.900 Euro, die Kosten bei 115.000 Euro. Saldo: 58.100 Euro.

Im Jahr 2020 sank die Zahl der geahndeten Verstöße. Ob das einer besseren Parkmoral, einer großzügigeren Handhabung oder der wegen des Lockdowns zeitweise weniger stark frequentierten Innenstadt lag, lässt sich nicht sagen.

Zu schnell gewesen? So sehen die sogenannten Blitzanhänger aus, hier einer der Augsburger Polizei.
Foto: Silvio Wyszengrad

Letztlich stimmten die Stadträte dafür, das Kommunalunternehmen ganz mit der Aufgabe zu betrauen, weil das günstiger komme. Einzig Manfred Losinger (CSU) war dagegen. "Wenn wir selber Schilder aufstellen, können wir auch selber kontrollieren", argumentierte der ehemalige Polizeibeamte. Wichtig war den Stadträten vor allem, dass der Übergang sozialverträglich ist. Die städtischen Mitarbeiter könnten zum Kommunalunternehmen wechseln und erhielten dann das Einkommensdefizit von der Stadt erstattet, betonte Basch. Alexander Strobel von den Freien Wählern bat außerdem, auch ab und an in den Stadtteilen zu kontrollieren.

In Friedberg werden "Blitzanhänger" eingesetzt

Thema war außerdem die Geschwindigkeitsüberwachung, die ebenfalls das Kommunalunternehmen vornimmt. Größte Neuerung: Einmal im Monat soll für eine Woche ein sogenannter "Blitzanhänger" aufgestellt werden, der als größerer Autoanhänger "getarnt" ist. Ansonsten wird wie gehabt 40 Stunden monatlich kontrolliert. Wie Wolfgang Basch berichtete, steigt die Quote der Geschwindigkeitsüberschreitungen.

Gemessen wurde unter anderem in den Ortsdurchfahrten von Rinnenthal und Rederzhausen. Dort wurde ein Autofahrer vor dem Kindergarten, wo 50 Stundekilometer erlaubt sind, mit 108 km/h geblitzt. Insgesamt wurden 2019 im Stadtgebiet rund 50.900 Fahrzeuge kontrolliert. Rund 3460 waren zu schnell unterwegs.

Bei den Geschwindigkeitskontrollen hat die Stadt in der Vergangenheit ebenfalls Verluste gemacht. Ob sich das mit dem Einsatz des neuen Blitzanhängers in Richtung einer schwarzen Null ändert, will die Verwaltung beobachten. Basch betonte allerdings, dass der erzieherische Effekt im Mittelpunkt stehe, nicht der finanzielle.

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