Mit Gestank aus dem Lechfeld leben die Meringer und Kissinger seit Generationen – mal mehr, mal weniger. In letzter Zeit war es wieder sehr schlimm, wie Michael Mayr aus der Schlossmühlstraße feststellt. Protokollarisch listet er die Geruchsfahnen auf, die vor allem bei offenem Fenster in die Zimmer seines Hauses ziehen. „Der Gestank ist eindeutig von der Firma Sonac“, schrieb er vor wenigen Tagen, nachdem Mayr sich zuerst Hilfe suchend an den früheren Eigentümer und Betreiber, die Firma Berndt (Rainer Berndt) aus Ofterding gewandt hatte. Diese wies ihn auf die neuen Eigentumsverhältnisse hin.
Was anfangs eine Tierkörperverwertung war, wurde in den letzten Jahren zu einem Tierfutterhersteller und Betreiber einer Biogasanlage. „Die am Standort Mering vorhandene Biogasanlage, deren Eigentümer wir noch sind, ist inzwischen stillgelegt und wird derzeit nicht betrieben“, antwortete Rainer Berndt Michael Mayr auf dessen Anfrage. Zwischendurch hieß es auch, an der Lechfeldstraße würden tierische Abfallprodukte, vor allem von Hennen, weiterverarbeitet.
Vor allem in den frühen Morgenstunden wurde geklagt
Seit Anfang dieses Jahres stank es zeitweise bestialisch. Das zog sich auch bis Kissing hin, wo vor allem in den frühen Morgenstunden Anwohner klagten. Der Firma Berndt wiederum gehört nur noch ein kleines, mit Zäunen abgegrenztes Areal zur Straße hin für die Lkw.
Bürgermeister Hans-Dieter Kandler kennt das Problem sehr gut und musste in der jüngsten Ratssitzung auch eine Anfrage dazu beantworten. Seine Antwort lässt die Meringer hoffen: „Da wird sich etwas tun – wir wissen nur noch nicht genau, wann und was.“ Nachfragen bei Gerhard Bohn, dem Immissionsschutzbeauftragten des Landratsamts, ergaben: „Die Firma will investieren und sich des Problems annehmen.“
Erwin Werner, Geschäftsführer der Firma Sonac Deutschland, bestätigt das. Er kommt Ende Mai nach Mering und will das Konzept vorstellen. „Wir wollen einen Millionenbetrag einsetzen.“ Bohn war vergangene Woche bei einer Abnahme auf dem Betriebsgelände und ließ sich das Konzept vorstellen. „Die Technik soll aktualisiert werden und in diesem Zusammenhang erwarten wir auch eine Verbesserung der Geruchsemissionen“, sagt er.
Nach der Übernahme des Geländes mit den Bauwerken, die teils aus den 1960er-Jahren stammen, zeigte sich, dass sich die Technik längst nicht so darstellte, wie sie aussah. „Wir finden überall Tretminen“, fasste Werner zusammen. Und diese wiederum könnten den Gestank mit verursachen. „Was wir planen ist, den Betrieb dorthin zu bekommen, wo er hingehört“, so der Geschäftsführer. Schließlich wolle das Unternehmen ja mit seinen Nachbarn in Frieden leben.
Ursprünglich war geplant, ab Februar einen Ingenieur als Betriebsleiter einzustellen. Das zerschlug sich aber, Anfang August wird dieser Schritt jetzt stattfinden, sichert Werner zu. Für Bohn wiederum war es in den letzten Wochen nicht möglich, zwischen verschiedenen Verursachern gröberer „Düfte“ zu unterscheiden: Im Süden Merings wurde in letzter Zeit in Absprache mit dem Landratsamt Klärschlamm ausgebracht; auch die Biogasanlage Scherer hat ihren Sitz im Lechfeld, in Sichtweite von Sonac. „Dieses Konglomerat ist sehr schwer auseinanderzuhalten“, so Bohn.