Dass Müller in der Ludwigstraße bleibt, ist zweifelsohne ein Grund zur Freude für die Kunden – vor allem die älteren. Trotzdem stellt man bei genauerer Betrachtung fest: Es hat sich nicht wirklich etwas zum Positiven entwickelt. Der Vermieter korrigiert die Miete vor allem mangels Alternativen nach unten. Müller verzeichnet dadurch statt roter Zahlen womöglich demnächst ein Nullsummengeschäft und wandert aus diesem Grund (noch) nicht ab.
Auf lange Sicht dürfte den Verantwortlichen des Unternehmens das aber nicht genügen. Sobald ein profitabler neuer Markt andernorts in der Nähe entsteht oder die Kundenfrequenz in der Innenstadt weiter zurückgeht, was in den vergangenen Jahren kontinuierlich der Fall war, dürfte Schluss sein. Und zwar endgültig.
Dass sich Citymanager und Bürgermeister so für den Verbleib des Drogeriemarktes eingesetzt haben, verdient Anerkennung. Klar ist aber: Die Stadt braucht ein Konzept, um die Ludwigstraße nachhaltig zu beleben. An die Kunden zu appellieren, reicht nicht aus. Denn die sinkende Miete von Müller ist ein Beweis dafür, dass sich die Friedberger Innenstadt in einer schwierigen Lage befindet.
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