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Mering: Die Meringer Trachtler verstehen ihr Handwerk

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Die Meringer Trachtler verstehen ihr Handwerk

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    Die Außenanlagen des neuen Trachtenheims werden erst im Frühjahr angelegt. Vorrangig ist die Fertigstellung des Gebäudes.
    Die Außenanlagen des neuen Trachtenheims werden erst im Frühjahr angelegt. Vorrangig ist die Fertigstellung des Gebäudes. Foto: Heike John

    Um Riesensemmeln von Bäckermeister Striezl geht es beim neuen Theaterstück des Trachtenvereins Almarausch, das am kommenden Samstag Premiere feiert. Die sprichwörtlich „kleinen Brötchen backen“ dürfen die Vereinsmitglieder auch nicht, was den Bau ihres neuen Vereinsheims betrifft. Vielmehr müssen sie ordentlich hinklotzen, damit alles noch rechtzeitig zur Theateraufführung fertig wird.

    Da wo die Zuschauerreihen den großen Saal füllen sollen, stehen derzeit noch Hobelbank und Schleifmaschine. Ob bei der ersten Aufführung der Vorhang aufgehen wird, ist noch nicht sicher, denn die 21 laufenden Bahnen des Spezialstoffs müssen in dieser Woche noch genäht werden. „Sonst spielen wir eben ohne Vorhang, da sind wir ganz entspannt“, sagt Leni Zieglmeier. Die Spielleiterin und ihre Schauspieler haben in den letzten Probenwochen enorme Flexibilität und Einsatz bewiesen. Zuletzt wurde beinahe täglich nach Feierabend oben auf der Bühne geplattelt, getanzt oder fürs Theater geprobt, während im Saal die Säge lief oder geflext wurde. Durch die Schließung des Papst-Johannes-Hauses Anfang des Jahres war der Druck auf die Trachtler groß, denn es stand fest, dass sie ihr jährliches Stück bereits heuer im neuen Vereinsheim in der Hermann-Löns-Straße aufführen müssen. „Bis zur Fertigstellung kommen wir locker auf 7500 ehrenamtliche Arbeitsstunden“, hat Andreas Vötter hochgerechnet.

    Wenn der Papa fast jeden Tag auf die Baustelle geht

    Der 38-Jährige hat im Verein die Funktion des Bauleiters übernommen und ist ein Glücksfall für die Trachtler. In der Kissinger Bauverwaltung arbeitet der Bauingenieur als Sachgebietsleiter Bautechnik, seine freie Zeit verbringt er seit dem Spatenstich im August 2017 größtenteils im Trachtenheim. „Meine Kinder kenne mich eigentlich nur noch als Bauarbeiter“, hat Andreas Vötter festgestellt. „Papa, gehsch Baustelle, heißt es da schon immer, wenn ich aus dem Haus gehe.“

    Dank ihm und weiterer handwerklich begabter Trachtler konnte der größte Teil der Arbeit in Eigenleistung übernommen werden. Die Kosten bleiben so im Rahmen und belaufen sich auf die anfänglich geschätzten 475.000 Euro. Die großzügigen Toilettenräume sind perfekt gefliest, auch Trockenbau und Malerarbeiten lagen in den Händen der Trachtler, die Wasserinstallation wurde von ihnen übernommen und sogar die Elektroinstallation in Zusammenarbeit mit einem Fachbetrieb teilweise selbst gemeistert. „Nur die Heizung haben wir machen lassen“, sagt Andreas Vötter.

    Ihm zur Seite stehen sein Vater Leonhard Vötter, der erste Vorsitzende Albert Müller, Walter Neumair und auch Dante Guerra ist mit seinen 88 Jahren noch jeden Samstag zur Stelle. „Natürlich ist es wie überall bei ehrenamtlichem Engagement nur ein harter Kern und andere halten sich vornehm zurück.“ Andreas Vötter hat aber auch sehr gelehrige Handwerkshelfer unter den weiblichen Vereinsmitgliedern.

    Es ist noch viel Arbeit im Meringer Trachtenheim zu leisten

    „Was kann man als Frau hier machen?“, so lautete zunächst die Frage. Aufs übliche Putzen beschränkte sich der Einsatz nicht. „Wir haben Rigipsplatten aufgestellt und Holzwände geschliffen, kennen uns mittlerweile aus im Eisenbinden und haben auch das Parkett mit verlegt“, erklären Katharina Ernst und Nicole Metken zusammen mit ihren Müttern. „Es ist sehr viel Arbeit, aber alles wird unheimlich schön und wenn man Zeit hat, geht man halt auf die Baustelle“, sagt die 23-jährige Katharina.

    Im neuen Trachtenheim gibt es auch einen eigenen Jugendraum, der während der Theaterzeit als Bühnenzimmer genutzt werden kann. Die Bühne ist tiefer und breiter als im Papst-Johannes-Haus, der Zuschauerraum ein großer Saal mit den Maßen 17 auf elf Meter, der für verschiedene Anlässe abgetrennt werden kann. Der Gesamteindruck, den die Zuschauer beim Theaterstück gewinnen werden, lautet: viel Holz. Außen Lärche, innen Fichte und der Industrieparkettboden ist aus Eiche.

    „Ein großartige Leistung, was die hier gemacht haben“, betont Leni Zieglmeir. Aber auch ihr Einsatz für den Trachtenverein ist enorm. Neben der jährlichen Spielleitung für die Theaterstücke kümmerte sie sich in den vergangenen zweieinhalb Jahren um die Koordination am Bau, führt Telefonate mit den Lieferanten und ist vor Ort, wenn Handwerker kommen. Diese stammen jedoch vor allem aus eigenen Reihen. Die wohl wichtigste Aufgabe von Leni Zieglmeir am Bau war aber die der Verpflegung. Jeden Samstag brachte sie die Brotzeit und kochte für bis zu 20 Helfer. Bislang musste sie das Essen zuhause vorbereiten und anliefern, doch nun ist die große Küche eingebaut und Leni Zieglmeir freut sich über deren gute Ausstattung. Dort wird auch in Zukunft ihr Reich sein, wenn sie nicht gerade ein neues Bühnenstück einübt. „Wir haben schon einige Reservierungen von Vereinen für Weihnachtsfeiern in diesem Jahr“, sagt Zieglmeir. Die offizielle Einweihung des Trachtenheims soll dann aber erst im März. stattfinden

    Termine Die Theateraufführungen findet statt am Samstag, 26. Oktober, um 19.30 Uhr, Sonntag, 27. Oktober, 14.30 Uhr, Samstag, 2. November, 19.30 Uhr, Sonntag, 3. November, 17.30 Uhr, Samstag 9. November, 19.30 Uhr und Sonntag, 10. November, 17.30 Uhr. Kartenvorverkauf bei Jutta Hörmann von Sonntag bis Dienstag von 18 bis 20 Uhr, Tel. 08233/9720 , per E-Mail tickets@trachtenverein-mering.de oder an der Abendkasse.

    Lesen Sie auch die Vorankündigung zum neuen Stück der Trachtler: Almarausch kriegt es gebacken

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