Startseite
Icon Pfeil nach unten
Friedberg
Icon Pfeil nach unten
Mering
Icon Pfeil nach unten

Mering: Wie sich "Mering ist bunt" gegen Stammtischparolen und Ausgrenzung einsetzt

Mering

Wie sich "Mering ist bunt" gegen Stammtischparolen und Ausgrenzung einsetzt

  • |
  • |
  • |
    Das Bündnis "Mering ist bunt" setzt sich für Toleranz ein – und gegen politische Ausgrenzung und Fremdenfeindlichkeit.
    Das Bündnis "Mering ist bunt" setzt sich für Toleranz ein – und gegen politische Ausgrenzung und Fremdenfeindlichkeit. Foto: Patrick Pleul, dpa (Symbolfoto)

    Alltagsrassismus ist ein Thema, das unsere Gesellschaft mehr denn je beschäftigt. Auch "Mering ist bunt“ hat sich den Einsatz für Demokratie und Toleranz auf die Fahnen geschrieben. Das Aktionsbündnis wurde im Jahr 2008 in Leben gerufen, als Mitglieder des Gemeinderats, des Jugendparlaments und anderer Organisationen und Gruppen massiv von Rechtsradikalen bedroht wurden. Wie sieht die Situation nach zwölf Jahren Arbeit gegen rechts aus?

    Inzwischen gehören dem Aktionsbündnis etwas 25 Meringer Vereine, Parteien und kirchliche Gruppierungen an. Auch nach zwölf Jahren gehen den Ehrenamtlichen die Themen nicht aus. Gleichberechtigung und Geschlechtsidentität oder auch Hetze gehen politisch oder ehrenamtlich aktive Menschen sind neben rassistischen Vorurteilen und Diskriminierungen weitere Aspekte, die das Bündnis in seiner Arbeit aufgreift und in den nächsten Monaten, wenn es die Corona-Pandemie zulässt, auf Veranstaltungen thematisieren möchte. Dies kündigten Peter Hörmann und Stefan Hummel vom Sprecherrat des Aktionsbündnisses bei der jüngsten Mitgliederversammlung an.

    Stefan Hummel weiß, was Ausgrenzung bedeutet

    Warum sich Stefan Hummel, seit dem Frühjahr Kreisrat und Zweiter Bürgermeister von Mering, seit zwei Jahren an der Seite von Peter Hörmann im Vorsitz engagiert, erklärt er mit eigener Betroffenheit und Erfahrung von Ausgrenzung. Er lebt mit seinem Ehemann Florian in der Marktgemeinde und weiß, wie es sich anfühlt, wenn hinterm Rücken getuschelt wird. „Rassistische Vorurteile und Diskriminierungen sind weiter verbreitet, als man denkt“, weiß auch Peter Hörmann aus seinem langjährigen Engagement im Aktionsbündnis.

    Besonders wichtig sei ihm die gute Zusammenarbeit mit dem Verein Internationale Kultur Mering (IKM), betont der 52-Jährige. Für Teilnehmer der Mitgliederversammlung hielt er Rückblick auf Aktivitäten der vergangenen Jahre. Dazu gehörte auch die Teilnahme an den Festivals des IKM oder beim Israel-Begegnungsfest.

    Mit dem Motto „Gute Argumente gegen falsche Vorurteile“ begegnete „Mering ist bunt“ der Hetze auf Asylsuchende und hatte auch eine Referentin vom bayerischen Flüchtlingsrat zu Gast. „Wir wollen informieren und auch Dinge geraderücken“, erklärt Peter Hörmann.

    Mering zeigt sich solidarisch mit den Kissingern

    Solidarisch mit den Kissingern im Rahmen einer friedlichen Demo zeigte sich das Meringer Bündnis, als der AfD-Politiker Björn Höcke zu einer Wahlveranstaltung des AfD-Kreisverbands in den Nachbarort kam.

    In Mering selbst rief eine Kundgebung der vom Verfassungsschutz unter Beobachtung stehenden Identitären die Bündnisteilnehmer auf den Plan. Im Nu hatten sie eine Gegenkundgebung am Marktplatz auf die Beine gestellt, an der Mitglieder aus allen Parteien und Organisationen in Mering mit von der Partie waren. „Wir haben gezeigt, dass wir in der Gemeinschaft vor Ort zusammenhalten und uns in solchen Fragen einig sind“, betonte Peter Hörmann.

    Im Duo mit Stefan Hummel wurde er bei den Neuwahlen im Amt bestätigt. Wer nicht zur Wahl im Vereinsheim am Wasserhaus anwesend sein konnte, hatte die Möglichkeit, sich übers Internet per Skype zuzuschalten. Vor Ort und im Online-Chat wurden auch die beiden bisherigen Stellvertreter im Sprecherrat, Jaromir Prochazka, AWO-Ortsvorsitzender, und Jürgen Schwilski wiedergewählt. Letzterer, auch durch die Meringer Speakers Corner-Veranstaltungen bekannt, bot sich an, das Thema Rassismus von literarischer Seite her aufzuarbeiten.

    Für die aktive Zusammenarbeit wurde zudem ein Beirat gewählt. Dazu gehören für die nächsten zwei Jahre Edith Eichler-Süß, Peter Holthaus, Barbara Häberle, Birgit Geyer, Maureen Lermer und auch Petra von Thienen. Die Grünen-Fraktionsvorsitzende im Marktgemeinderat hielt ein Kurzreferat zum Thema Hetze gegen politisch oder gesellschaftlich engagierte Menschen. Beleidigungen demokratisch Engagierter in sozialen Medien bis zu Androhung von Gewalt seien immer mehr an der Tagesordnung. Auch sie sei als Kommunalpolitikerin schon zur Zielscheibe geworden. Dies führe dazu, dass immer weniger Menschen für ein Engagement bereit seien. Hier sei es nötig, über die Öffentlichkeit Druck aufbauen gegen Stammtischparolen. „Wir brauchen die Unterstützung der zivilen Gesellschaft, und dazu ist Bildung und Information nötig“, erklärte Petra von Thienen.

    Lesen Sie dazu auch:

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein
    Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden