Mering Mit einem Oldtimer erfüllen sich Männer ihre Jugendträume. „Als ich 16 war, sah ich auf der Straße unglaubliche Motorräder fahren. Damals war es ein Traum, so etwas zu haben. Und jetzt ist mein Traum wahr“, sagte Thomas Schnitzler aus Mering. Er gewann mit seinem Motorrad den Preis für den besten „Youngtimer“, also Baujahr 1970 bis 1991. Noch viele mehr konnten am Wochenende ihre Träume zeigen und mit Kennern fachsimpeln.
Organisiert wurde die Veranstaltung vom Oldtimer und Motorrad Club (OMC) Mering. Präsident Lothar Haupt freute sich sehr, dass die Veranstaltung „Let the OldTime(r)s Roll“ bereits zum 14. Mal stattfand. Der Präsident hatte Glück, die Fahrzeugschau ausrichten zu können. Ende letzten Jahres hatte er einen lebensgefährlichen Unfall, doch nach guter Genesung schaffte er es, die Organisation zu leiten. Er war aus dem dritten Stock gestürzt und hatte sich das Becken mehrmals gebrochen (wir berichteten).
Beim Oldtimertreffen halfen ihm die 45 ehrenamtlichen Mitarbeiter des OMC Mering. Unterstützung fand die Veranstaltung auch von vielen Sponsoren, die Schirmherrschaft der Veranstaltung übernahm Landrat Christian Knauer.
Die Oldtimer-Freunde sind auf verschiedensten Wegen zu ihrem Hobby gekommen. Marko Pfaff aus Burglengenfeld bei Regensburg gewann den Preis für die längste Anfahrt und den schönsten Youngtimer-PKW, dabei ist er erst vor drei Jahren zu seinem Oldtimer gekommen. Seinen BMW 518 Baujahr 1979 fand der Arzt in einem Zeitungsinserat, und den Kauf habe er niemals bereut. „Man trifft auf solchen Veranstaltungen immer unglaublich nette Leute und kommt auch mit Fremden sofort ins Gespräch“, sagte er. So werde er beim nächsten Treffen in Mering wieder kommen: „Mein BMW wird die 185 Kilometer Anreise wohl schon noch mal schaffen.“
Die Fahrzeugschau war gut besucht. An beiden Tagen kamen mehr als 2000 Besucher. „Mir ist es wichtig, hier eine lockere Atmosphäre zu haben. Es gibt Treffen, da muss bei jedem Auto alles auf Hochglanz poliert sein und alle Leute kommen im Anzug“, sagte OMC-Präsident Haupt.
Hinter den Oldtimern steckt oft sehr viel Arbeit. Thomas Schnitzler kaufte seine Honda CB 750 Four K2 Baujahr 1975 vor etwa drei Jahren für 600 Euro. Nach zweieinhalb Jahren Arbeitszeit und Originalersatzteilen im Wert von über 6000 Euro sieht sein Motorrad aus wie Fabrikneu. „Die Teile musste ich aus der ganzen Welt zusammenkaufen, die kommen aus den USA, Japan, England und Deutschland“, erklärte Schnitzler. Vor der Instandsetzung war das Motorrad laut ihm „komplett schrottreif“.
Zur Fahrzeugschau bot der OMC auch ein großes Rahmenprogramm. Am Freitag entspannte man sich bei einem gemütlichen Lagerfeuer. „Mir ist es wichtig, dass da keine große Showband auftritt, wir wollen uns einfach in lockerer Runde treffen“, sagte Haupt.
Samstags fuhren die Besitzer stolz ihre Oldtimer aus und die besten Fahrzeuge wurden gekürt. Am Abend fand erstmals eine Misswahl zur „Miss OMC Mering“ statt (Die Ergebnisse werden in der nächsten Ausgabe bekanntgegeben). „Auf dem Meringer Volksfest gibt es das nicht mehr, also wollen wir es jetzt hier versuchen“, sagte Haupt.
Sogar Live-Musik war geboten, so spielte am Nachmittag die Band „Roadshot“. Am Sonntag trafen sich die Nostalgik-Liebhaber zum Weißwurstfrühschoppen, um die Veranstaltung gemütlich ausklingen zu lassen. Auch hier spielten wieder Musiker, diesmal die Gruppe „Pure Accoustic“.
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