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Umwelt

10.12.2019

Osttangente = Münchens Westumfahrung?

Die Aktionsgemeinschaft Lebensraum Lechleite/Lebenswertes Lechtal fordert statt neuer Straßen ein alternatives Verkehrskonzept

Verkehrsprobleme dürfen nicht mehr auf Kosten der Anwohner und der Natur gehen. Diese Forderung formulierte die Aktionsgemeinschaft Lebensraum Lechleite/Lebenswertes Lechtal (AGLL) bei ihrer Mitgliederversammlung. Entlastung soll es stattdessen durch den Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs, weitere Carsharing-Angebote, ein verbessertes Radwegenetz, Entzerrung der Zeiten des Arbeitsbeginns und -endes in den großen Firmen und ähnliche Aktionen geben.

Der Vorsitzende Josef Metzger brachte die Mitglieder und Gäste auf den aktuellen Stand zur geplanten Augsburger Osttangente. Laut Metzger sprechen die Verkehrspolitiker in Berlin von einer Westumfahrung von München, die den überregionalen Verkehr von Landsberg über Friedberg nach Ingolstadt um München herum leitet. Die Bevölkerung müsse darum mit den verschiedensten Einschränkungen und Belastungen rechnen, dazu gehört unter anderem deutlich höhere Lärm- und Abgasemissionen in Lechhausen, Hochzoll-Süd, St.-Anton-Siedlung, Derching, Stätzling und im Friedberger Raum. Metzger erwartet außerdem eine enorme Zunahme des LKW-Verkehrs über die Lechstaustufe 23. Er warnte vor dem Flächenverbrauch auf der gesamten Trasse, der Zerstörung großer Naturschutzflächen, der Wasserschutzgebiete und der Augsburger Frischluftschneise sowie vor der Zerschneidung der Naherholungsgebiete am Friedberger Baggersee, Auensee, Weitmannsee, Thostisee und in den Kleingartenanlagen.

Metzger erklärte, dass die faunistische Planungsanalyse zusammen mit der Naturschutzallianz Augsburg, dem Bund Naturschutz und dem Landesbund für Vogelschutz analysiert wurde; fast alle Naturschätze seien aufgelistet aber nur teilweise bewertet.

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Die Zweite Vorsitzende, Margit Schuster aus Derching, berichtete über den Besuch der Jahreshauptversammlung der „Initiative gegen Fluglärm“ und verlas einen Bericht aus der Fluglärmkommission von Manfred Hengster aus Miedering. Darin wurden die Flugbewegungen in den Jahren 2017 bis 2018 genannt. Die Flugbewegungen inclusive Segelflieger und Hubschrauberflüge reduzierten sich kaum. Allerdings gab es eine Zunahme um 18,9 Prozent bei den mehrmotorigen Flugzeugen.

Der vielfach ausgezeichnete Filmemacher Gerhard Menzel aus Anwalting präsentierte dem Publikum drei Kurzfilme rund um das Thema „Wasservögel“. Die Zuschauer konnten sich ein Bild davon machen, welche Unterschiede und doch wieder Gemeinsamkeiten die Aufzucht der Wasservögel in unserer Heimat zeigen. Außerdem war das Publikum überrascht, welchen Reichtum unsere nächste Umgebung noch bietet. Und genau dieses Anliegen hat sich ja die AGLL auf ihre Fahnen geschrieben: den Erhalt des Lebensraums. (FA)

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