Kissing/Merching/Mering Die Fusion größerer Pfarreien im Süden des Altlandkreises Friedberg ist vom Tisch. War bisher im Rahmen der pastoralen Raumplanung bis 2025 vorgesehen, dass Kissing eigenständig bleibt und Mering mit Merching/Schmiechen fusioniert, so ist nun die Eigenständigkeit aller drei Pfarreiengemeinschaften für einen längeren Zeitraum gesichert. Das berichtet Merings Pfarrer Prof. Dr. Thomas Schwartz und freut sich darüber, diese gute Nachricht an Pfingsten nach draußen tragen zu können. Entscheidend sei dabei die Initiative und die Haltung des stellvertretenden Generalvikars der Diözese, Harald Heinrich, gewesen.
Es sei dessen Initiative gewesen, dass es zu einem Dialog zwischen den Pfarreiengemeinschaften Kissing (St. Stephan und St. Bernhard), Merching (mit Schmiechen – dieser Zusammenschluss wird derzeit vorbereitet) und Mering (St. Michael und St. Johannes) kam. Die Pfarrer, die Pfarrgemeinderäte und die Kirchenpfleger nahmen an diesem Gespräch im Papst-Johannes-Haus teil, zudem Dekan Walter Schmiedel, Dr. Robert Ochs (Leiter der Pastoralentwicklung) und Gundula Müllegger (regionale Referentin für Gemeindeentwicklung).
„Es war eine sehr sachliche und problemorientierte Diskussion“, berichtet Schwartz. Ihn freut es besonders, dass die Bistumsvertreter das Gefühl vermittelten, die Sorgen und Nöte der Menschen im Bistum ernst zu nehmen. „Dafür habe ich mich herzlich am Ende des Gesprächs bei Domkapitular Heinrich bedankt.“
Merching und Schmiechen seien sehr ländlich strukturiert und hätten viele eigenen Traditionen – man fühle sich im Falle der Fusion mit Mering wie ein bloßer Wurmfortsatz. Das hätten die Vertreter der kleineren Kirchengemeinden betont. Schwartz: „Gleichzeitig wurde im Dialog deutlich: Sollte Kissing mit Mering fusionieren, wie es ja auch schon angedacht war, ist im Blick auf die Personalsituation auch nichts gewonnen.“ Zum einen sagt die demografische Entwicklung für die beiden Gemeinden weiteres Wachstum voraus. Zum anderen sind in beiden Kirchengemeinden erhebliche Aufgaben zu erwarten, die den Einsatz eines in vollem Umfang zur Verfügung stehenden Geistlichen unumgänglich machen. „Da wäre nichts eingespart“.
Kooperationen müssen in den Blick genommen werden
Schwartz mahnte aber nach eigenen Worten auch an, dass mit Blick auf den Mangel an pastoralem Personal ab nächstem Jahr verstärkt in Einzelbereichen Kooperationen in den Blick genommen werden müssten. „Das kann beispielsweise eine übergemeindliche Firmvorbereitung sein oder ein Jugendgottesdienst, der nacheinander an jedem der drei Orte stattfindet.“ Dazu hätten sich alle Teilnehmer bereit erklärt. „Ja, das wurde sogar als Chance für eine erneuerte Seelsorge angesehen.“ Auch für seine eigene Kirchengemeinde hob Schwartz schon jetzt den Zeigefinger: „Wir wissen nicht, wie lange wir noch einen Kaplan haben werden.“ Deshalb will er schon im Herbst im Liturgieausschuss ein Konzept erarbeiten lassen, wie die Gottesdienstordnung mit nur noch einem Geistlichen geleistet werden kann. Selbst wenn jetzt noch die seelsorgerische Versorgung in Mering sehr gut sei, müsse man beginnen, darüber nachdenken, vielleicht mit einem Gottesdienst weniger pro Sonntag auszukommen.