Aichach-Friedberg Linda Leise ist neue Beauftragte für das Ehrenamt beim Roten Kreuz in Aichach-Friedberg. Nach ihrem BWL-Studium machte die 25-Jährige ihren Master in „Management in Nonprofit-Organisationen“ in Osnabrück. Wir sprachen mit ihr über die Tätigkeit und ihre Pläne, mit denen sie die Stelle antritt.
Frau Leise, was genau sind Ihre Aufgaben als Beauftragte für das Ehrenamt?
Leise Als Beauftragte für das Ehrenamt bin ich Ansprechpartnerin für Bürger und Bürgerinnen, die sich dafür interessieren, sich hier im Landkreis Aichach-Friedberg beim Roten Kreuz ehrenamtlich zu engagieren. Ebenso bin ich für die ehrenamtlichen Führungskräfte im Roten Kreuz Ansprechpartnerin und für die Verbindungsstelle zwischen Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen zuständig. Unter anderem organisiere ich Veranstaltungen für die Ehrenamtlichen als eine Art und Weise, ihre Leistungen anzuerkennen und Dankeschön zu sagen. Außerdem bin ich dafür zuständig, neue Ehrenamtliche für das Rote Kreuz zu begeistern, geeignete Einsatzfelder für sie zu finden und sie dann in den Verband zu integrieren.
Das hört sich sehr umfangreich an – wo werden Sie Schwerpunkte in Ihrer Arbeit setzen?
Leise Den Schwerpunkt werde ich auf die Gewinnung von Ehrenamtlichen setzen. Dabei richte ich das Augenmerk besonders auf Jugendliche, denn die jugendlichen Ehrenamtlichen von heute sind potenzielle ehrenamtliche Führungskräfte in der Zukunft. Es ist mir ein Anliegen, Menschen aus verschiedenen kulturellen Hintergründen für das Rote Kreuz zu begeistern.
Wenn einer unserer Leser Zeit und Lust hat, sich beim Roten Kreuz zu engagieren, was könnte er oder sie ehrenamtlich bei Ihnen ausüben?
Leise Da gibt es sehr viele verschiedene Möglichkeiten, je nachdem, wo die Interessen liegen. Zum einen haben wir die Gemeinschaften Wasserwacht, Bereitschaft und Jugendrotkreuz. Dort kann man sich zum Beispiel im Sanitätsdienst, beim Blutspendedienst, in der Kleiderkammer, als Erste-Hilfe-Ausbilder oder auch als Gruppenleitung im Jugendrotkreuz u.v.m. engagieren. Zum anderen gibt es auch die Möglichkeit, bei uns mitzumachen, ohne Mitglied in einer der Gemeinschaften zu sein. Zum Beispiel in der Tagespflege als Fahrer oder als Begleitung bei Ausflügen der offenen Behindertenarbeit. Das ist nur ein kleiner Ausschnitt an Möglichkeiten. Wir freuen uns auch über neue Ideen und sind offen dafür.
Welche Voraussetzungen muss man haben, um ehrenamtlich beim Roten Kreuz mitwirken zu können?
Leise Fachliche Voraussetzungen gibt es zunächst keine. Wichtig ist, dass man sich mit den sieben Grundsätzen – Menschlichkeit, Unparteilichkeit, Neutralität, Unabhängigkeit, Freiwilligkeit, Einheit und Universalität – identifizieren kann. Natürlich ist es auch so, dass an ehrenamtliche Führungskräfte andere Anforderungen gestellt werden. Für gewisse Tätigkeiten gibt es dann auch entsprechende Fortbildungen, zum Beispiel absolvieren die EH-Ausbilder logischerweise selbst auch einen EH-Kurs. Ansonsten braucht ehrenamtliches Engagement auch ein gewisses Maß an Zeit. Dabei kann man sich punktuell im Roten Kreuz einbringen oder auch regelmäßig, je nachdem, was besser passt und wo die Präferenzen liegen.
Sind Sie selbst auch ehrenamtlich tätig?
Leise Ja. Ich arbeite ehrenamtlich für eine Organisation in Uganda, die sich Celebrate Hope Ministries nennt und bedürftige Menschen nach dem Grundsatz „Hilfe zur Selbsthilfe“ unterstützt. Für diese Organisation baue ich die Arbeit in Deutschland mit auf.
Sie sind für Ihre neue Position aus Celle nach Augsburg gezogen. Wie sind Sie von den Schwaben aufgenommen worden; können Sie Mentalitätsunterschiede zu den Niedersachsen erkennen?
Leise Die Schwaben haben mich hier gut aufgenommen. Ich nehme sie als freundlich wahr. Zu den Unterschieden: Abgesehen von der Sprache und teilweise dem Essen, empfinde ich die Schwaben etwas neugieriger als die Niedersachsen, was ich jetzt positiv werte.