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Schmiechen: Hansi Kraus erfüllt in Schmiechen einen Kindheitstraum

Schmiechen

Hansi Kraus erfüllt in Schmiechen einen Kindheitstraum

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    Der Schauspieler Hansi Kraus stattete Schmiechen einen Besuch ab.
    Der Schauspieler Hansi Kraus stattete Schmiechen einen Besuch ab. Foto: Sven Hoppe, dpa

    Wer erinnert sich nicht mit einem spitzbübischen Lachen an die Streiche aus den „Lausbubengeschichten“ des Heimatschriftstellers Ludwig Thoma und an die Hauptrolle des Pepe Nietnagel, gespielt von Hansi Kraus? Dieser war zu Gast in Schmiechen. Anlässlich des ersten Jubiläums der Produktionsstätte der Dynaglobe-Luftkernmatratze stand er für Autogramme mit Gästen zur Verfügung. Geschäftsführer und Dynaglobe-Gründer Markus Popfinger verriet: „Mit dem Besuch von Hansi Kraus wird ein Kindheitstraum für mich wahr. Bis heute gibt es für mich nichts Schöneres, als einen Pepe-Nietnagel-Film zu schauen und danach zufrieden auf meiner Dynaglobe-Luftkernmatratze einzuschlafen.“

    Popfinger, der im vergangenen Jahr sein Unternehmen von Kaufbeuren in seinen Heimatort Schmiechen verlegt hatte, fragte den Schauspieler vor einer Vielzahl von Besuchern, warum die Figur des Pepe denn so interessant wäre. „Da kann ich nichts dafür“, beteuerte der Kinderstar mit treuem Augenaufschlag. Frech ist er immer noch und das stellte er in Schmiechen unter Beweis. Auch als der Dynaglobe-Geschäftsführer ihn darauf ansprach, warum denn so viele der Promis Jahrgang 1952 (so wie Hansi Kraus eben) seien, grinste der bloß schelmisch: „Das war halt ein guter Jahrgang.“ Im Alter von 59 Jahren hatteer eine Blutvergiftung und wäre fast gestorben. Dazu meinte er lakonisch: „Ich erzähle keinen Firlefanz von zweitem Geburtstag oder so. Ich genieße einfach weiter.“

    Die Verfilmung der „Lausbubengeschichten“ machte Hansi Kraus (rechts) über Nacht berühmt.
    Die Verfilmung der „Lausbubengeschichten“ machte Hansi Kraus (rechts) über Nacht berühmt. Foto: Werner Rzehaczek, dpa/lby

    Die zahlreichen Gäste waren begeistert. Ganz besonders freute sich Alois Bogenrieder, sein größter lokaler Fan: „Wir haben den gleichen Jahrgang, und das verbindet.“ Weiter verriet der Meringer: „A Sauhund war er scho, wenn unsere Kinder heute solche Streiche spielen würden, wäre das kein Spaß mehr.“

    Auch Hansi Kraus denkt gerne zurück an die „Lausbubengeschichten“. Wie er als zwölfjähriger Ludwig Thoma sein Heimatdorf Gamsting in Atem hält. Oder wie er mit dem frömmelnden Religionslehrer Falkenberg und der ewig nörgelnden Tante Frieda seinen Schabernack treibt. Aber er ist erwachsen geworden. Heute tourt er mit dem Stück „Love Letters“ durch den deutschsprachigen Raum oder steht auf der Münchner Iberl-Bühne, spezialisiert auf Volkstheater.

    Für den ersten Film bekam Hansi Kraus 8000 Mark

    „Übrigens ist Hansi Kraus ein Pseudonym“, erzählt der ehemalige Kinderstar und lacht. Sein Produzent Franz Seitz war damals der Meinung, dass ein Junge mit einem preußischen Namen wie Hans Krause den bayerischen Nationaldichter Ludwig Thoma in dem Film Lausbubengeschichten nicht darstellen könne. Noch etwas verrät der Schauspieler mit einem Grinsen: „Für meinen ersten Lümmel-Film erhielt ich 8000 Mark.“ Heute sind dann die Gagen etwas höher. „Von meiner ersten Gage haben sich meine Eltern damals einen Farbfernseher gekauft“, erzählt der Kinderstar der 1960er Jahre. Er selbst ging erst einmal leer aus. Nach einem Design-Studium und einer Ausbildung zum Erzieher habe er sich dann doch für die Schauspielerei entschieden – und sei zufrieden: „Ich liebe ich meinen Beruf.“

    Geschäftsführer Markus Popfinger, der ewige Lausbub Hansi Kraus und Kraus-Manager Thomas Kerscher schwelgen beim Dynaglobe-Jubiläum in Kindheitserinnerungen.
    Geschäftsführer Markus Popfinger, der ewige Lausbub Hansi Kraus und Kraus-Manager Thomas Kerscher schwelgen beim Dynaglobe-Jubiläum in Kindheitserinnerungen. Foto: Christine Hornischer

    Aber einen Traum hegt der ewige Lausbub: „Ich möchte eine Art Columbo spielen, der durch die Münchener Innenstadt Fahrrad fährt und seine Fälle löst.“ Und er lässt sich in die Karten schauen: „Beim Columbo weiß der Zuschauer in der ersten Minute, wer der Mörder ist. Im ganzen Film geht es nur um das Wie. Diese Filme haben von vorne bis hinten Biss.“ Mehr aus seinem Leben erfahren Fans im nächsten Jahr, wenn seine Autobiografie im Augsburger 3-H-Verlag veröffentlicht wird. „Auch da ist Biss garantiert“, verspricht er.

    Geschäftsführer Popfinger gestand später bei Kaffee und Kuchen, dass er Pepe in den Filmen immer bewundert gabe. „Er war so frech wie ich immer sein wollte“, sagt er. Und wirklich: „Einige meiner echten Streiche, wie das Juckpulver auf dem Klopapier der Pauker, sind sogar im Drehbuch gelandet,“ erinnert sich Kraus.

    Hans Kraus fühlt sich in Schmiechen pudelwohl

    Aber bis heute ist der Schauspieler sehr bodenständig geblieben: „Der ganze Ruhm beflügelt mich nicht“, sagt er bescheiden. „Als Kind ist mir das zeitweise zu viel geworden. Ich war sehr bekannt und wurde überall angesprochen.“ Aber zu Kopf gestiegen ist ihm sein Ruhm nie und deswegen fühlte er sich in Schmiechen auch pudelwohl bei Bier und Blaskapelle.

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