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Mering

07.10.2019

Verkehrsberuhigung: Der Durchbruch für Merings Ortsmitte?

Der Verkehr drängt sich dicht an dicht durch den Meringer Ortskern. Die Gewerbetreibenden prangern die fehlende Attraktivität der Ortsmitte an und wollen nun gemeinsam mit sechs anderen Räten nach einer Lösung suchen. Dabei hoffen alle auf einen Durchbruch für die ins Stocken geratene Verkehrsberuhigung.
Bild: Eva Weizenegger (Archiv)

Plus Beim Thema Verkehrsberuhigung ziehen sechs Marktgemeinderäte parteiübergreifend an einem Strang. Ein runder Tisch deckt die drängendsten Probleme auf.

Gemeinsam an einer Lösung für die Meringer Gewerbetreibenden arbeiten, wollen sechs Marktgemeinderäte aus den drei Fraktionen. Dazu haben sie sich mit einigen Geschäftsleuten an einen Tisch gesetzt und nun einen Antrag auf „Ausweisung eines verkehrsberuhigten Geschäftsbereichs“ im Bereich der Augsburger und Münchner Straße im Ortskern gestellt.

Markus David (SPD) stellt klar: „Das ist kein Antrag der Fraktionen, sondern der einzelnen Gemeinderäte.“ Gemeinsam mit Pia Strecker, Petra von Thienen (beide Grüne), Florian Mayer, Stefan Spengler (CSU) sowie Wolfgang Bachmeir (SPD) hörten sie sich die Sorgen und Anregungen der Meringer Händler an und setzten sich an einen runden Tisch, der durch die Initiative der Unternehmerin Miriam Wölfe ins Leben gerufen wurde. Auch der SPD-Bürgermeisterkandidat Stefan Hummel nahm an dem runden Tisch teil.

„Sicherlich stellt sich die Frage, warum wir das nicht auch im Marktgemeinderat schaffen“, sagt David. Er sieht nach jahrelangen Debatten und vielen Vorschlägen von Experten jedoch die Grundstimmung innerhalb der Fraktionen so „verhärtet, dass es wohl nur auf diesem Weg möglich ist“. Denn es gehe um die Sache. „Ich möchte versuchen, dass wir bei so einer großen Sache wieder zusammenarbeiten können“, sagt David.

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Lob für das Engagement der Meringer Gewerbetreibenden

Auch Florian Mayer setzt sich für die Belebung des Ortszentrums ein. „Dass vor allem die hohe Verkehrsbelastung ein Problem für den Innenort ist, darauf haben wir von der CSU-Fraktion mehrfach hingewiesen.“ Alle Vorschläge, wie beispielsweise die Einführung von Tempo 30, seien aber verpufft. Mayer lobt das Engagement der Gewerbetreibenden, die es geschafft haben, mit ihren Ideen die Marktgemeinderäte an einen Tisch zu bringen. „Es ist vor allem Miriam Wölfe zu verdanken, dass mit ihren neuen Wegen, auch im Bereich soziale Medien, ein neuer Wind bei den Geschäftsleuten weht.“ Mayer freut sich ebenfalls, dass parteiübergreifend nun das Problem angegangen wird. „Hier darf Parteipolitik keine Rolle spielen, denn es geht ja um ein Problem, dass den gesamten Ort betrifft.“

Petra von Thienen lobt das Engagement von Miriam Wölfle. Für die Sprecherin der Grünen ist das Thema mehr als dringlich: „Wir Grüne versuchen seit etwa 20 Jahren in Sachen Verkehrsberuhigung in der Meringer Ortsmitte etwas auf den Weg zu bringen, zeitweise auch in guter Zusammenarbeit mit der CSU.“ Hierzu wurden Anträge eingebracht, Planungen erarbeitet und vieles weitere. „Auf unsere Initiative hin wurde beispielsweise in der letzten Wahlperiode der Projektbeirat eingerichtet, der konkrete Planungen zum Ergebnis hatte, die direkt umsetzbar gewesen wären, die aber in der Schublade verschwunden sind“, bedauert von Thienen. Am Städtebauförderungsprozess mit dem Ergebnis des ISEK hätten ihre Fraktion und der Ortsverband intensiv mitgearbeitet. „Die Verkehrsberuhigung war mit die erste Maßnahme, die umgesetzt werden sollte. Es kam anders.“ Sie hofft nun auf einen „kleinen Durchbruch“.

"Eine funktionierende direkte Bürgerbeteiligung"

Als Ergebnis des runden Tisches konnten sich die anwesenden Gemeinderäte auf einen gemeinsamen Antrag einigen, der von Florian Mayer schon vorformuliert war und nach ausführlicher Diskussion so modifiziert wurde, dass alle anwesenden Gemeinderäte dem zustimmen und ihn unterschreiben konnten. „ So stelle ich mir eine funktionierende direkte Bürgerbeteiligung vor: Indem man sich mit allen Beteiligten zusammensetzt, alle Anliegen ernst nimmt und am Ende auch ein konkretes Ergebnis erzielt, mit dem sich die Mehrheit identifizieren kann“, sagt von Thienen.

Bürgermeister Hans-Dieter Kandler will sich zur Situation der Meringer Gewerbetreibenden nicht äußern. Wie die Initiatoren des Runden Tischs gegenüber unserer Zeitung informieren, nahm er daran wegen eines familiären Termins nicht teil. Hans-Dieter Kandler teilt auf Anfrage schriftlich mit: „Ich arbeite an der Sache, aber fachlich fundiert.“

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