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Kissing

09.06.2020

Wird umfassend saniert: Kirche St. Peter in Kissing soll standhaft bleiben

Ein langer senkrechter Riss im Außenputz von St. Peter lässt auf marode Balken im Dachstuhl schließen.
Bild: Heike John

Plus Spätestens im Herbst wird der marode Dachstuhl in Kissings ältestem Kirchlein, St. Peter, aufgemöbelt. Der Gemeinderat berät schon bald über die Vergabe der Sanierungsarbeiten.

Gut 25 Jahre lang hat Helmut Berghofer am Patrozinium der Apostel Petrus und Paulus die Glocken der kleinen Kirche neben seinem Wohnhaus auf dem Kissinger Petersberg geläutet. Am 29. Juni, dem Fest der Apostel, wird es wohl heuer im Glockenturm still bleiben. Erschütterungen wie das Glockengeläut sollen möglichst ausbleiben, denn der marode Dachstuhl gefährdet die Statik in Kissings ältestem Gotteshaus.

Lange soll diese unbefriedigende Situation in St. Peter nach dem Wunsch des Bauamtsleiters Alfred Schatz nicht mehr anhalten. Fachleute vom Landesdenkmalamt und Statiker Andreas Hasenstab untersuchten den Zustand des wohl vor dem Jahr 1000 erbauten Kleinods im Kissinger Altort. Laut Prüfprotokoll besteht keine Einsturzgefahr, eine statische Ertüchtigung ist jedoch unerlässlich.

Beratung im Kissinger Gemeinderat über Arbeiten in St. Peter

Bereits im vergangenen Jahr fertigte das Ingenieurbüro Arnold Consult einen Bauantrag für die statische Erneuerung. Die Ausschreibungsfrist ist inzwischen abgelaufen, und das Architekturbüro wertet derzeit die Angebote aus. Über die Kosten für das in Gemeindebesitz und auf Gemeindegrund stehende Gotteshaus können noch keine Aussagen getroffen werden. In Kürze wird das Vorhaben dem Kissinger Bauausschuss vorgelegt, und im Anschluss wird der Gemeinderat darüber entscheiden.

Wird umfassend saniert: Kirche St. Peter in Kissing soll standhaft bleiben
Helmut Berghofer schließt das Kirchlein bei Bedarf für Besucher auf und kümmert sich auch um den Blumenschmuck.
Bild: Heike John

Die Mittel für die fällige Restaurierung sind längst im Haushalt eingestellt „Vor September können wir wohl nicht loslegen, da alle Handwerker volle Auftragsbücher haben“, schätzt Oliver Bregulla. Der Zimmerermeister und staatlich geprüfte Holztechniker hat im Kissinger Bauamt die Zuständigkeit für die Restaurierung von St. Peter übernommen.

Rutscht der Hang am Kissinger Petersberg?

Zuvor hatte Bauamtsleiter Alfred Schatz bereits vorbereitende Arbeiten angeleiert. „Die erste Überlegung war natürlich, ob der Hang des Petersbergs rutscht oder nachgibt. Das war nicht der Fall, wie Probebohrungen ergaben. Der Boden ist tragfähig, und Bewegungen im Untergrund werden schon aufgrund der Erdställe im Untergrund an bestimmten Messstellen regelmäßig überprüft.“

Das statische Problem liegt in der seltenen Konstruktion der denkmalgeschützten Kapelle. Der Kirchturm liegt im Osten auf dem Dachstuhl, im Westen aber auf der Außenmauer auf. Feuchte Balken im Dachstuhl verhindern, dass der Druck des Kirchturms gleichmäßig abgegeben wird. Im Scheitelpunkt der Fenster ist die Fußpfette morsch beziehungsweise nicht mehr tragfähig. Der ungleiche Druck verursacht senkrechte Risse, die man sich zunächst nicht erklären konnte.

Mit großem Gerät machen die Experten Probebohrungen am Petersberg. Sie wollen herausfinden, warum sich der Untergrund bewegt.
Bild: Anton Schlickenrieder

Ein neues Dach für St. Peter

Nun müssen der Dachstuhl erneuert und vermutlich das Dach neu eingedeckt werden. „Da sind rund 50 Jahre alte Ziegel drauf“, weiß Alfred Schatz. Eine grundlegende Sanierung und Renovierung wurde 1973 durchgeführt. Zum Herbst hin werde wohl der große Kran aufgebaut, mutmaßt Helmut Berghofer, der gut 20 Jahre lang im gemeindeeigenen Bauhof arbeitete. „Das gibt jede Menge Arbeit.“ Die Kirche ist derzeit nicht gesperrt, jedoch in der Regel zugeschlossen.

Berghofer schließt sie für Besucher gerne auf. „Bei schönem Wetter kommen immer wieder Leute hier auf den Berg rauf“, erzählt er. In den 25 Jahren, seit er neben dem Kirchlein wohnt und sich um die Belange in und rund um St. Peter kümmert, kann er sich an zwei Hochzeiten und zwei Taufen, darunter auch Berghofers Enkel, erinnern.

Früher gab es noch mehr Messen in der Kissinger Kirche

„In meiner Anfangszeit wurde hier noch jeden ersten Freitag oder Samstag im Montag eine Messe gefeiert. Jetzt ist es ruhig um unser kleines Kirchlein geworden“, bedauert er. Die per Seilzug von Hand geläutete Glocke bedient er aber auf jeden Fall immer an Neujahr.

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