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Zettler-Unterführung: Alte Widerlager bleiben Mering länger erhalten

Zettler-Unterführung

Alte Widerlager bleiben Mering länger erhalten

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    Alte Widerlager bleiben Mering länger erhalten
    Alte Widerlager bleiben Mering länger erhalten Foto: So langsam wird wieder eine normale Unterführung daraus: Nach Ende dieses Monats soll die Zettlerstraße in Mering für den Verkehr wieder wie früher benutzbar sein. Die alten, abgeschnittenen Widerlager bleiben aber stehen, bis die Kommune Geld hat, hier die Straße neu zu bauen (oben). Schwerpunkte der Bautätigkeit entlang der Bahntrasse Augsburg – München im Landkreis waren: (1) der alte Bahnhof Kissing; (2) der neue Bahnhof Kissing; (3) der neue Haltepunkt Mering St. Afra mit B-&-R- sowie P-&-R-Anlagen; (4) die Unterführung Friedenaustraße; (5) die neue Brücke über die Paar; (6) die Unterführung Münchener Straße; (7) die Gleisanlagen im Bahnhof Mering; (8 + 9) die Unterführung Zettlerstraße in Mering. Foto: A. Schlickenrieder, AZ-Grafik

    Mering Das Ende der letzten großen Bahn-Baustelle in der Marktgemeinde ist absehbar. Seit die Baufirma Aicher am Wochenende die Hilfsbrücken über der Zettlerstraße entfernt und die Gleise der „Münchener Strecke“ in ihre Kiesbetten gelegt hat, machen sich vor allem die Anwohner am Sandberg Hoffnungen, dass die Zufahrt in das Bau- und Wohngebiet verbessert werden könnte. Viel wird sich allerdings vorerst nicht tun.

    Die Bahn hat ja die alten Seitenwände der relativ schmalen Unterführung in etwa zwei Meter Höhe abgeschnitten und ein Stück dahinter sogenannte überschnittene Bohrpfähle neu betoniert, die das anstehende Gelände abstützen. Würde man die alten Fundamente abtragen, könnte die Durchfahrt verbreitert und als Umleitungsstrecke angeboten werden. Diesen Gedanken verfolgte auch schon die Verwaltung´, geschäftsleitender Beamter Stefan Nerlich macht aber wenig Hoffnungen: „Im derzeitigen Baufenster schafft die Firma das keinesfalls und hat auch keinen Auftrag dazu.“ Bis Ende März muss die Baustelle abgeschlossen sein. Es gibt eine Kreuzungsvereinbarung Merings mit der Bahn, in der das geregelt ist.

    Die Marktgemeinde wiederum hat sich darin durch ein zweimaliges Nachhaken vom Unternehmen wichtige Punkte zusichern lassen: Dass die Kosten für den Rückbau der Widerlager und gegebenenfalls auch Kosten für eventuelle Dammsicherungsmaßnahmen zu Lasten der DB Netz AG gehen. Und dass die Bohrpfahlwände mit Fertigelementen verkleidet werden können. Abhängig ist beides davon, dass die Kommune die Straße durch die Unterführung neu anlegen lässt. „Das haben wir aber derzeit nicht vorgesehen. Denn die Baumaßnahme der Bahn kam für uns letztes Jahr völlig unerwartet“, so Nerlich stellvertretend für Bürgermeister Hans-Dieter Kandler. Die Brücke über der Zettlerstraße musste wegen einer europäischen Norm für Hochgeschwindigkeitsstrecken erneuert werden, weil ihre statische Tragfähigkeit rechnerisch nicht nachweisbar war.

    Haushaltsmittel für den Straßenbau in diesem Bereich sind keine vorhanden. Das ist nicht nur der Eile geschuldet, sondern auch politisch gewollt. „Wir haben fertige Planungen in der Schublade, etwa für die Nikolaistraße, die wir zurückstellen müssen, um unseren Schuldenstand nicht zu weit nach oben zu treiben.“ Die Meringerzeller und die Unterberger Straße sind stärker kaputt als etwa die Bahnhofstraße. „Wir müssten den Einfahrtstrichter am Sandberg neu aufplanen und – was noch weit teurer käme – den zur Bahnhof- und Hartwaldstraße“, so Nerlich. Das könne man nicht übers Knie brechen.

    Noch dazu, weil Vorarbeiten für die nächste große Baumaßnahme schon begonnen haben: Abriss und Neubau der Paarbrücke Münchener Straße. Den Auftrag dafür erhielt die Firma Schmid aus Marktoberdorf. Dort kann nur begonnen werden, wenn die Zettler-Unterführung als Umleitungsstrecke zur Verfügung steht. Das ist auch nach Aussagen der Bahn Anfang April wieder gegeben.

    Richtig los geht es mit den Arbeiten an der Paarbrücke Anfang Mai – laut Nerlich ist bis dahin nicht daran gedacht, den Verkehr dort noch einmal einzuschränken. Die Zettler-Unterführung, Teil Münchener Strecke, hat jetzt eine lichte Höhe von 3,4 Metern. Das haben Messungen ergeben. Die alte Unterführung war zwar auf diese Höhe hin ausgeschildert, wobei eigentlich sogar noch „Luft“ hätte sein müssen. Erboste Lkw-Fahrer hatten aber per Markierung deutlich gemacht, dass der angegebene Wert nicht stimmen würde.

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