Startseite
Icon Pfeil nach unten
Friedberg
Icon Pfeil nach unten
Friedberg
Icon Pfeil nach unten

Bürger sehen neue Asylunterkünfte in Friedberg kritisch

Friedberg

Nachbarn haben Sorgen wegen der beiden neuen Asylheime in Friedberg

  • |
  • |
  • |
  • |
    In Friedberg entstehen zwei neue Asylunterkünfte. Anwohner aus dem betroffenen Stadtteil sehen das mit Sorge.
    In Friedberg entstehen zwei neue Asylunterkünfte. Anwohner aus dem betroffenen Stadtteil sehen das mit Sorge. Foto: Alexander Kaya (Symbolbild)

    Bei der Informationsveranstaltung über die beiden neuen Flüchtlingsheime prasselte eine ganze Reihe von Fragen, Sorgen und Kritik auf die Referenten ein: Im Gehörlosenzentrum Friedberg-West standen Friedbergs Bürgermeister Roland Eichmann, die Leiterin der Ausländerbehörde Aichach-Friedberg, Simone Losinger, und Katharina Redcay, stellvertretende Sachgebietsleiterin für Flüchtlingsunterbringung und -Betreuung bei der Regierung von Schwaben, Rede und Antwort. Während das Landratsamt die neue Unterkunft in der Afrastraße gegenüber der bereits etablierten Unterkunft in der Röntgenstraße plant, ist die Regierung für den Ausbau in der Josef-Wassermann-Straße zuständig.

    Die Zugangszahlen sind zwar rückläufig, doch sei es Ziel, derzeit von Asylbewerbern beanspruchte Wohngebäude wieder dem „normalen Wohnungsmarkt“ zugänglich zu machen, sagte Losinger. Daher – und um auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein – bräuchten die Kommunen andere Unterkünfte. Damit entkräftete sie die Befürchtung mancher Bürgerinnen und Bürger, die neuen Unterkünfte würden mit einem deutlichen Anstieg von Flüchtlingen einhergehen.

    Fördern große Asylunterkünfte Konflikte?

    „Es geht doch nur ums Geld, wenn die Leute aus den Wohnungen rausmüssen und neue Gemeinschaftsunterkünfte entstehen“, fand ein Bürger. Katharina Redcay konterte: Kleinere Wohneinheiten seien nicht zwingend die bessere Lösung. Dem widersprach ein Gast: Eine Studie belegt ihm zufolge, dass größere Unterkünfte Konflikte fördern und Integration hemmen. Simone Losinger gab zu bedenken, dass solche Studien sich oft auf Unterkünfte von zehnfacher Größe bezögen, wie die in Friedberg. Hier geht es um Unterkünfte mit 72 Plätzen (Afrastraße) bzw. 170 Plätzen (Wassermann-Straße inklusive der dort bereits bestehenden Plätze).

    Eine Bürgerin berichtete, dass ihre Tochter bereits zweimal belästigt worden sei. Daher wolle sie das Vorhaben mit allen Mitteln bekämpfen. Simone Losinger erwiderte, dafür sei die Polizei zuständig. Sie versicherte, dass es bis auf einen Vorfall vor einem Jahr keine Probleme in den hiesigen Unterkünften gab.

    Die Flüchtlingsunterkunft der Regierung von Schwaben an der Josef-Wassermann-Straße im Gewerbegebiet von Friedberg-.West wird vergrößert.
    Die Flüchtlingsunterkunft der Regierung von Schwaben an der Josef-Wassermann-Straße im Gewerbegebiet von Friedberg-.West wird vergrößert. Foto: Ishak Mexit

    Im Dezember 2025 kam es in dem Asylheim Wassermann-Straße zu einem Streit zwischen zwei Männern, bei dem einer der beiden den anderen mit einem Messer verletzte. Asylhelfer kritisierten anschließend, dass in der Unterkunft ein alleinstehender Mann einquartiert wurde, von dem der Angriff ausgegangen sei. Das hätte man, so die langjährigen Ehrenamtler, verhindern können.

    In der Afrastraße soll der Bezug ab September möglich sein. In der Josef-Wassermann-Straße ist dieser eventuell bereits ab Mitte Juni realisierbar. Diese Kurzfristigkeit stieß einigen bitter auf. „Ist jemand auf die Idee gekommen, die Bevölkerung einzubeziehen?“, fragte jemand. Die Zuständigen erklärten, dass weder die Stadt noch die Bürger über die Errichtung einer Asylunterkunft entscheiden könnten. Zudem hätten die Stadt und die Friedberger Allgemeine über die Pläne informiert.

    Friedberger kritisieren „Ballung“ von Asylunterkünften

    Von mehreren Anwesenden kritisiert wurde die „Ballung an einer Stelle“, wie es ein Mann formulierte, der in der Georg-Fendt-Straße wohnt, die an die Afrastraße angrenzt. Mittlerweile hätten Kinder und Frauen Bedenken, an der Stelle der bestehenden Unterkunft vorbeizugehen. Simone Losinger argumentierte, dass die geplante Unterkunft nicht inmitten eines Wohngebiets liege, und appellierte an alle, sich beim Landratsamt zu melden, wenn man „ein ungutes Gefühl hat“. Ihr seien bis dato keine Vorfälle gemeldet worden.

    Gegenüber der bestehenden Unterkunft in der Röntgenstraße wird ein weiteres Asylheim errichtet.
    Gegenüber der bestehenden Unterkunft in der Röntgenstraße wird ein weiteres Asylheim errichtet. Foto: Tim Graser

    Deutlich wurde an diesem Abend: Die wenigsten Anwesenden hätten ein Problem damit, wenn in den beiden Flüchtlingsunterkünften Familien einziehen würden. Vorbehalte gab es lediglich gegen weitere alleinstehende Männer. Sowohl Simone Losinger vom Landratsamt als auch die Regierungsbeauftragte Katharina Redcay versicherten, dass in beiden neuen Asylunterkünften Familien der Vorrang gegeben werde. „Ich kann keine Garantie geben, weil ich nicht weiß, wie sich das Weltgeschehen ändert“, brachte Simone Losinger das eigene Dilemma auf den Punkt.

    Nach den eigentlich vorgesehenen zwei Stunden gab es in FRiedberg-West noch immer einigen Gesprächsbedarf seitens der Anwesenden. Bürgermeister Roland Eichmann, Simone Losinger von der Ausländerbehörde und Katharina Redcay als Vetreterin der REgierung von Schwaben standen daher nach dem offiziellen Ende noch für Einzelgespräche zur Verfügung.

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein

    Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.

    Anmelden

    Sie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren