Aufrecht und ruhig sitzt der 91-Jährige, dessen Name auf eigenen Wunsch nicht genannt wird, in der Küche eines Anwesens in Taiting. Schnell ist zu erkennen, dass dieser Mann etwas loswerden möchte, etwas, das er fast schon sein ganzes Leben mit sich herumträgt. Etwas, das ihn immer noch so bewegt, als wäre es gestern gewesen. „Es war am Samstagabend, der 27. April 1945. Meine Schwester kam, in Tränen aufgelöst, nach Hause gelaufen und prophezeite mir, dass ihre Freundin gleich von der Waffen-SS erschossen wird“, berichtet er mit klarer Stimme. Geschockt habe er nachgefragt, was denn los sei, und seine Schwester erzählte ihm von einer weißen Fahne, die ihre Freundin gehisst hatte, ohne groß darüber nachzudenken, was für Auswirkungen das haben könnte.
Taiting
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