Mering reißt das alte Sportheim ab – und hadert dennoch damit
Mering
Entscheidung mit Wehmut: Mering reißt das alte Sportheim ab
Nach überraschendem Zaudern im November trifft der Marktgemeinderat in seiner letzten Sitzung nun doch eine Entscheidung. Eine wichtige Frage bleibt aber offen.
Das alte Sportheim des SV Mering wird abgerissen. Das entschied der Marktgemeinderat in seiner jüngsten Sitzung.Foto: Bernhard Weizenegger (Archivbild)
Mit 10:10 war der Beschlussvorschlag, das alte Sportheim abzureißen, Ende des vergangenen Jahres denkbar knapp abgelehnt worden. UWG und Grüne stimmten damals dagegen, beide Fraktionen kritisierten die lückenhaften Unterlagen. Deshalb stand das Thema nun noch einmal auf der Tagesordnung. Über den Abriss waren sich zwar alle Fraktionen einig, dennoch schwang bei einigen Rätinnen und Räten auch Wehmut mit, dass es überhaupt so weit gekommen war.
Kindergarten Farbkleckse kann zusätzliche Fläche brauchen
„Ich finde es wichtig, dass wir es abreißen“, betonte Katharina Bader-Schlickenrieder (CSU) und verwies auf den angrenzenden Kindergarten Farbkleckse, der zusätzlichen Platz brauche. Die Fläche, auf der das alte Sportheim steht, wäre für eine Erweiterung der Außenflächen der Einrichtung geeignet. Bader-Schlickenrieder bat allerdings darum, die Pläne, was mit dem frei werdendenGrundstück genau geschehen soll, nach dem Abriss noch einmal im Marktgemeinderat zu besprechen.
Das alte Meringer Sportheim ist marode und nicht mehr nutzbar.Foto: Bernhard Weizenegger (Archivbild)
Auch Andreas Widmann (SPD) sprach sich dafür aus, über den Abriss und die Pläne für die freie Fläche separat zu entscheiden. „Mir wäre nur wichtig, dass wir die Entscheidung nicht nochmal verschieben – sonst nimmt uns keiner mehr ernst.“ Petra von Thienen, Fraktionsvorsitzende der Grünen, hatte im November die Vertagung der Entscheidung beantragt. „Wir haben nie gesagt, dass wir den Abriss ablehnen“, betonte sie. „Aber wir wollten fundierte Unterlagen vorgelegt bekommen, die zeigen, was geplant ist.“ Einzelne Rückfragen wurden nun in der Sitzung geklärt. Ihr sei wichtig, betonte von Thienen, dass die Erweiterung der Kita möglich sei, falls es in den nächsten Jahrzehnten Bedarf gebe.
Das alte Meringer Sportheim ist marode und nicht mehr nutzbar
Bereits 2012 und 2015 hatte der Marktgemeinderat entschieden, dass das alte Sportheim abgerissen werden soll. Die Beschlüsse waren allerdings nicht eindeutig und beinhalteten nicht die Vergabe des Abbruchs, sodass der Marktgemeinderat diese explizit noch einmal beschließen musste.
Zu dem Zustand des Gebäudes gibt es keine zwei Meinungen: Das alte Sportheim ist marode und nicht mehr nutzbar. Bei einer Probebohrung wurden Schadstoffe festgestellt, es darf nicht mehr betreten werden. Zudem war die Genehmigung des neuen Sportheims an den Abriss des alten gebunden. "Das Gebäude kann einfach nicht mehr wirtschaftlich saniert werden“, betonte Bürgermeister Florian Mayer (CSU) in der Sitzung noch einmal. „Im Gegenteil: Wenn es weiter verfällt, stellt es eine Gefahr dar. Ich wünsche mir, dass wir diesen Schandfleck beseitigen.“
Seit 2012 gibt es einen Beschluss die ehemalige Sportgaststätte abzureißen, doch der Marktgemeinderat machte die Rolle rückwärts. Ein Rundgang durch das Gebäude in Bildern.
Georg Resch, CSU-Fraktionsvorsitzender und Vorsitzender des SV Mering, betonte, dass der Zustand des alten Sportheims schon seit Jahren bekannt sei. Zudem werde die Fläche für den Rettungsweg und weitere Stellplätze benötigt. Dennoch wurde er in der Sitzung emotional. „Im Nachhinein wäre ich lieber im alten Heim“, betonte Resch. „Es tut mir echt leid, dass ich das angefasst habe. Das hat mich persönlich viel Arbeit, Nerven und Gesundheit gekostet.“ Der Sportverein habe damals eigentlich kein neues Sportheim gewollt, aus Sicht des alten Marktgemeinderats war das Gebäude allerdings nicht mehr sanierungsfähig gewesen.
Die künftige Nutzung der Fläche bleibt offen
Mathias Stößlein, Fraktionsvorsitzender der UWG, hielt den Beschluss von damals für nachvollziehbar. „Es ist trotzdem schade, dass es so weit kommen musste“, betonte er. „Man hätte schon vor 20 Jahren etwas tun müssen.“ Bestandsgebäude wie das alte Sportheim hätten auch ihre Chancen. Er hoffe, dass das Gremium diesen Aspekt bei anderen Gebäuden wie etwa dem Alten Kloster künftig berücksichtige. Sein Fraktionskollege Michael Metz hätte sich derweil gewünscht, vor dem Abriss konkret über die Nachnutzung der Fläche zu sprechen. „Es ist schade, dass man sich nicht vorher Gedanken macht, was danach hinkommt“, sagte er. „Das ist für mich falsch herum.“
Bei einer Probebohrung wurden im alten Meringer Sportheim Schadstoffe festgestellt.Foto: Bernhard Weizenegger (Archivbild)
Am Ende entschied der Marktgemeinderat mit 21:3, das alte Sportheim abzureißen und für die Planung und Durchführung einen Fachplaner oder einen Generalunternehmer zu beauftragen. Das Gremium beschloss außerdem mit 24:0, dass die Verwaltung verschiedene Vorschläge zur künftigen Nutzung der Fläche vorlegen soll. Anschließend soll darüber beraten werden.
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