Friedberger Stadtratswahl: Die Kandidierenden unter der Lupe
Die Wahl des neuen Stadtrats in Friedberg steht kurz bevor. Wir werfen einen Blick auf die Wahllisten: Welche Liste ist am jüngsten? Wo kandidieren die meisten Frauen?
Am 8. März 2026 findet die Stadtratswahl in Friedberg statt.Foto: Hauke-Christian Dittrich, dpa (Symbolbild)
Am 8. März wird gewählt, der Wahlkampf läuft, die Listen stehen. Doch wie alt sind die Stadtratsanwärterinnen und -anwärter, was machen sie beruflich und wieso heißen so viele von ihnen Michael? Ein Blick auf die Friedberger Wahlliste, wer hinter den Namen auf dem Stimmzettel steckt.
Zwischen 1943 und 2005: So alt sind die Kandidierenden in Friedberg
Die Altersstruktur unterscheidet sich zwischen den Parteien zwar leicht, gemeinsam ist ihnen aber, dass überall die Ü-50-Jährigen klar in der Mehrheit sind. Die Parteifreien Bürger stellen mit einem Durchschnittsalter von 58,7 Jahren die älteste Liste, knapp vor AfD (58,3 Jahre) und neben den vergleichsweise jungen Freien Wählern (52,3 Jahre). Besonders ins Auge sticht die AfD: Alle vier Kandidatinnen und Kandidaten sind über 50, die Altersspanne ist mit 52 bis 63 Jahren ungewöhnlich klein.
Deutlich breiter gefächert sind diese Listen: Bei den Freien Wählern liegen etwa 62 Jahre zwischen Werner Bretscheider (Jahrgang 1943) und Marvin Bauer (Jahrgang 2005), bei der CSU/FDP sind es rund 60 Jahre. Beide Parteien stellen zudem die meisten Bewerberinnen und Bewerber unter 30 Jahren. Die SPD hat dagegen keinen Kandidierenden unter 30, ihre jüngste Person ist 32. Die meisten Rentner wiederum finden sich auf der Liste der Grünen.
Wahllisten in Friedberg: Die Wahl der „Michaels“
Von kurzen Kombinationen wie „Maximilian Bode“ oder „Sarah Mahl“ bis hin zu Zungenbrechern mit unter anderem einem Adelstitel wie „Dr. med. Nikolas Haller Hörmann von und zu Guttenberg“ oder„Simone Hörmann von und zu Guttenberg“ – für die fast eine eigene Zeile nötig wäre – ist alles vertreten. Besonders auffällig ist die Hitliste der Vornamen. „Michael“ kommt am häufigsten vor: einmal bei den Grünen, zweimal jeweils bei CSU, Freien Wählern und Parteifreien Bürgern und sogar dreimal bei der SPD. Ebenfalls sind die Namen „Thomas“, „Klaus“ und „Sebastian“ beliebt. Auch bei den Nachnamen gibt es auffällige Häufungen, darunter Hatzold, Losinger oder Teuber.
CSU/FDP-Liste in Friedberg mit geringster Frauenquote
Für die gemeinsame Liste von CSU und FDP ist jede vierte Person auf der Wählerliste eine Frau. Damit liegt der Frauenanteil knapp über den 22,2 Prozent weiblicher Parteimitglieder in der CSU landesweit. Auch die Freien Wähler können mit ihrer Frauenquote von 32,5 Prozent eher weniger glänzen. Die AfD schafft es mit nur vier Wahlkandidatinnen und ‑kandidaten auf ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Männern und Frauen. An der Spitze des Frauenanteils liegen die Grünen, bei welchen unter den 40 Kandidaten 22 weiblich sind. Bei den Sozialdemokraten sowie bei den Kandierenden der Parteifreien Bürgern sind nahezu gleich viele Frauen und Männer aufgestellt.
Von Jurist bis Content-Creator: Diese Berufe üben die Kandidaten aus
Abseits des Wahlkampfs gehen die Stadtratsanwärterinnen und -anwärter einer bunten Mischung an Berufen nach. Es sind viele handwerkliche Berufe vertreten, wie Maschinenbaumeister, KFZ-Meister, Zimmerermeister oder Kaminkehrer. Aber auch von Polizisten über Ärzte bis hin zu Content-Creatoren und einer Sommelière werden die verschiedensten Berufe ausgeübt. Besonders die SPD zieht die Lehrerinnen- und Lehrerquote nach oben, hier ist im Schnitt jede siebte Person als Lehrkraft tätig. Des Weiteren zeigt sich in der Wahlliste parteiübergreifend ehrenamtliches Engagement, unter anderem ein Radverkehrsbeauftragter und stellvertretende Feuerwehrkommandanten. Außerdem sind in den Angaben über alle Parteien hinweg akademische Titel stark vertreten. Nach der Wahl wird sich zeigen, inwiefern diese beruflichen und ehrenamtlichen Hintergründe im Stadtrat von Bedeutung sind.
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