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Friedberg: Ärger über Wohnmobile am See: „Es geht zu wie auf einem Campingplatz“

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Ärger über Wohnmobile am See: „Es geht zu wie auf einem Campingplatz“

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    „Wie auf einem Campingplatz“, beschreibt ein Friedberger die Situation am See.
    „Wie auf einem Campingplatz“, beschreibt ein Friedberger die Situation am See. Foto: Michael Eichhammer

    „Auch in dieser Saison geht das Wildcampen unverändert weiter“, beklagte sich ein Bürger bei unserer Redaktion. Die Stadt habe zugesagt, dies zu kontrollieren und zu unterbinden – doch es sei nicht geschehen, argumentierte der Leser, der seinen Namen nicht öffentlich machen möchte. Zeitweise stünden bis zu 20 Wohnwagen und Wohnmobile über Tage auf den Wiesen am Friedberger See. Er fürchtet, dass sich diese inoffizielle Parkmöglichkeit in der Camperszene herumspricht und die Zahl der Fahrzeuge von Jahr zu Jahr steigt. Ein Dorn im Auge ist ihm auch, dass Markisen aufgebaut und Campingmöbel aufgestellt würden. „Es geht zu wie auf einem Campingplatz.“ 

    Es gibt einen offiziellen Stellplatz am Friedberger See

    Einen offiziellen Wohnmobilstellplatz gibt es zwar am See, der befindet sich allerdings nicht auf den Wiesen vorne, sondern am Ende der Seestraße. Platz haben fünf Wohnmobile mit bis zu acht Metern Länge. Ein Aufenthalt ist kostenfrei und darf bis zu drei Nächte lang dauern. Wer am See vorbeischaut, wird feststellen, dass fünf Stellplätze dem aktuellen Andrang nicht gewachsen sind. 20 Wohnwagen, wie vom Leser geschildert, fanden sich auf den nur für Pkw zugelassenen Flächen weder unter der Woche noch am Wochenende. Doch es waren deutlich mehr, als der offizielle Stellplatz hätte aufnehmen können. 

    Gerade im Sommer stehen viele Wohnmobile auf den Wiesen am Friedberger See.
    Gerade im Sommer stehen viele Wohnmobile auf den Wiesen am Friedberger See. Foto: Michael Eichhammer

    Dabei verfügt Friedberg über offizielle Campingstellen. Ausweichen kann man auf den kostenpflichtigen Stellplatz an der Gerberwiese (sechs Stellplätze für Wohnmobile) und bei der Wallfahrtskirche Herrgottsruh (vier Stellplätze). Von dort aus hat man zwar nicht die unmittelbare Seenähe, dafür aber andere sehenswerte Hotspots der Stadt vor der Tür.

    Leser kritisiert Beschilderung in Friedberg

    Trotz seines Ärgers ist der Leserbriefschreiber selbst Camper: „Wir haben ein Wohnmobil und fahren damit Touren, aber uns würde nie einfallen, wild zu campen“, erklärt er. „Durch die Pandemie kamen immer mehr Leute in die Campingszene, für die Rücksicht, Höflichkeit und Respekt keine große Rolle spielen“, glaubt der Rentner. „Was machen die mit ihrem Grauwasser und den Chemikalien aus den Toilettenkassetten? Was, wenn all das einfach am See entsorgt wird? 

    Dass alle Camperinnen und Camper vorsätzlich ordnungswidrig handeln, unterstellt er nicht. „An der Kreuzung beim Segmüller ist eine Tafel zum Baggersee mit einem Wohnmobilsymbol“, weiß der Rentner. „Die Leute sehen dann zuerst die Wohnmobile auf den Wiesen links und rechts und bemerken gar nicht, dass da kein Hinweisschild ist und der eigentliche Stellplatz erst weiter hinten liegt.“ Der Friedberger wünscht sich, dass die Stadt „zusätzliche Verbotsschilder oder Absperrungen“ anbringt und Kontrollen durchgeführt werden.

    Auch ein Augsburger campt am Friedberger See

    Gänzlich anders beurteilt Thomas Pfeiffer das Geschehen. Der Augsburger hat ein Büro in München und genießt Touren mit seinem VW Multivan. Im letzten Urlaub machte er unter anderem am Gardasee halt, in Genua, Sardinien, Capri und Bordeaux. Hierzulande verbringt er seine Freizeit am liebsten auf der Wiese rechts vom Friedberger See. Der Sonnenuntergang hier hat es ihm angetan. „Ich stehe mit der Sonne auf und schlafe mit den Sternen – das ist Lebensqualität“, schwärmt er. „Menschen, die sich daran stören, sollten schauen, dass sie ihr Leben in den Griff kriegen.“ Er appelliert für gegenseitige Rücksichtnahme.

    Auch Thomas Pfeiffer aus Augsburg steht mit seinem Multivan am Friedberger See. Den Ärger kann er nicht nachvollziehen.
    Auch Thomas Pfeiffer aus Augsburg steht mit seinem Multivan am Friedberger See. Den Ärger kann er nicht nachvollziehen. Foto: Michael Eichhammer

    „Mein Wagen gilt als Pkw und hier ist ein Pkw-Schild“, argumentiert der 58-Jährige. Allerdings stehen im Umfeld auch eindeutige Wohnmobile. Ebenso auf der anderen Straßenseite. Der Augsburger betont, er habe stets Mülltüten dabei und eine auffaltbare Toilette. Die Wohnmobilbesitzerinnen und -besitzer, die er hier beobachtet, entsorgen ihm zufolge ihr Grauwasser ordnungsgemäß sn den offiziellen Stellplätzen. „Camper sind hier nicht die Müllschweine, im Gegenteil.“ Die Stadt könnte sie mit einer Höhenbegrenzung von der Wiese abhalten, denkt der Campingfreund. Doch gibt er zu bedenken: „Die Leute lassen Geld hier, gehen einkaufen.“

    Die Probleme am See sind bei der Stadt Friedberg bekannt: Die Situation sei unbefriedigend, erklärt Pressesprecher Frank Büschel auf unsere Anfrage. "Wir haben veranlasst, dass auf den betreffenden Flächen verstärkt kontrolliert wird und Wohnmobilfalschparker verwarnt werden. Darüber hinaus werden die beschilderten Bereiche erweitert", sagt er. Außerdem sei die Verwaltung beauftragt, ein neues Wohnmobilkonzept am Friedberger See für den Stadtrat aufzubereiten.

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