Auf den ersten Blick klingt es unlogisch: Seit der sogenannte Super-Blitzer an der Kreuzung Chippenham-Ring und B300 weg ist, hat es dort laut Polizei weniger häufig gekracht. Das zeigen zumindest vorläufige Zahlen der Polizeiinspektion Friedberg, wie bei einem Termin der Unfallkommission bekannt wurde. Sorgt der Blitzer dort also gar nicht für mehr Sicherheit im Straßenverkehr?
Die Blitzersäule an der viel befahrenen Kreuzung hat viele Zwecke: Sie zeichnet Geschwindigkeitsverstöße ebenso auf wie Fahren über Rot. Schnell beschleunigen und es trotzdem nicht mehr über die gelbe Ampel schaffen, bestraft sie an der Segmüller-Kreuzung, wo B300, AIC25 und die Friedberger Ortsumfahrung Chippenham-Ring aufeinandertreffen, also gleich doppelt. Allein 2025 seien bis Oktober 2500 Verkehrsverstöße verzeichnet worden, in 230 Fällen verhängte die Polizei anschließend ein Fahrverbot, dabei ist der Blitzer nicht mal durchgehend in Betrieb.
Segmüllerkreuzung ist ein Unfallschwerpunkt im Landkreis Aichach-Friedberg
Aufgestellt wurde er 2016, um die Kreuzung, die seit jeher als Unfallschwerpunkt gilt, zu entschärfen. Bis dahin gab es dort auch zahlreiche schwere und tödliche Unfälle. Diese konnten durch den Blitzer deutlich reduziert werden. Ein Unfallschwerpunkt bleibt die Kreuzung aber, denn vor allem hat sich dort die Art der Unfälle verändert.
Statt Unfälle beim Abbiegen, finden sie nun eher im Längsverkehr statt, sprich: Wenn Autofahrer scharf bremsen, um nicht geblitzt zu werden, reagiert der dahinterfahrende Verkehrsteilnehmer nicht schnell genug und fährt auf. Diese Unfälle gehen allerdings tendenziell glimpflicher aus. Die Zahl der Schwerverletzten und Verkehrstoten konnte dadurch tatsächlich reduziert werden.
Super-Blitzer am Chippenham-Ring soll wieder zurückkommen
Der Superblitzer soll deshalb auf jeden Fall wieder aufgestellt werden. „Aktuell profitieren wir noch davon, dass der Mensch ein Gewohnheitstier ist“, erklärt Thomas Kornek vom Staatlichen Bauamt Augsburg und Mitglied der Unfallkommission für den Landkreis Aichach-Friedberg. Doch es sei sehr wahrscheinlich, dass auch die Zahl der schweren Unfälle an dieser Stelle wieder zunehme, wenn der Blitzer dauerhaft abgebaut würde.
Dem stimmt auch das Polizeipräsidium Schwaben Nord zu. Seit Oktober 2025 ist der Blitzer inzwischen nicht mehr in Betrieb, nachdem ein Sattelschlepper die Säule umgefahren hatte. Durch die starke Beschädigung sei eine Neuanschaffung nötig gewesen. Leider liegt uns dazu noch kein konkreter Zeitplan des Herstellers vor, da einige der benötigten Bauteile derzeit Lieferschwierigkeiten aufweisen“, teilt die Pressestelle auf Nachfrage mit. „Generell besteht jedoch weiterhin das Vorhaben, die Säule an selbiger Örtlichkeit wieder zu betreiben.“
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