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Kissing: Aus für den Kindergarten Alte Schule: "Team Wallraff" nimmt Stellung

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Aus für den Kindergarten Alte Schule: "Team Wallraff" nimmt Stellung

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    Der Autor und Journalist Günter Wallraff hat die TV-Doku "Team Wallraff" initiiert.
    Der Autor und Journalist Günter Wallraff hat die TV-Doku "Team Wallraff" initiiert. Foto: Britta Pedersen, dpa

    Sie gab sich als Praktikantin aus und verbrachte mehrere Tage in der Einrichtung: Eine RTL-Reporterin hatte vor eineinhalb Jahren undercover im Kindergarten Alte Schule recherchiert. Ihre Aufnahmen wurden im September ausgestrahlt - und lösten massive Reaktionen aus. Eine Erzieherin hatte ein I-Kind, also ein Kind mit erhöhtem Förderbedarf, scharf gemaßregelt und es am Arm gepackt und zudem über Eltern gelästert, eine Mutter bezeichnete sie als "brunzpieselblöd." Diese Fachkraft habe den Kindergarten nach Aussage der Leiterin Christina Schnegans nach nur vier Monaten verlassen. Zum ersten Januar schließt die Alte Schule, das Personal hat gekündigt, nicht wegen des RTL-Berichts, betont Schnegans. Zur Wallraff-Recherche gab es harsche Kritik: überspitzt, unfair, aus dem Kontext gerissen und letztlich mit dem Vorhaben übers Ziel hinausgeschossen. Jetzt hat sich RTL geäußert.

    Wallraff-Sendung zeigt Kissinger Einrichtung

    Während in den beiden anderen gezeigten Kitas Erzieherinnen Kinder zum Essen zwangen, fokussierte sich die Sendung in Kissing auf den Umgang mit I-Kindern. "Reiß dich zusammen. Du weißt genau, dass du bei mir den Kürzeren ziehst", kommentierte die besagte Erzieherin etwa einen Jungen beim Mittagessen. Oder: "Ey, sag mal: Spinnst du ein bisschen? Was soll das?". An einer Stelle zieht sie den Jungen am Arm zum Waschbecken. Diese Szenen lässt RTL in der Sendung von einem Sonderpädagogen bewerten, der von einer Überforderung des Personals und der Einrichtung spricht. Leitung, Elternbeirat und mehrere Mütter, mit denen unsere Redaktion gesprochen hat, schätzten die gezeigten Szenen als ungut, aber nicht schlimm ein. Die Kinder hätten sich immer wohlgefühlt. Eher richtet sich ihre Wut gegen die Recherchemethoden und den Bericht, in dem die Inhalte der drei verschiedenen Kitas verschwimmen. 

    "'Team Wallraff' ist sehr bedacht darauf, sorgfältig und ausgewogen zu berichten", sagt eine Sprecherin von RTL. Man habe über den Kindergarten berichtet, weil man konkrete Hinweise darauf bekommen hatte, dass dort Kinder mit erhöhtem Förderbedarf nicht die nötige Unterstützung erhielten. "Durch den Einsatz unserer Reporterin konnten wir diese Vorwürfe bestätigen." Der Bericht habe eine Diskussion ausgelöst, was sich konkret und nachhaltig im System verbessern müsse. 

    Einige Eltern erkannten ihre Kinder in der Reportage von "Team Wallraff"

    Die Aufnahmen zeigen zwar verpixelte Gesichter und falsche Namen, die Stimmen sind verzerrt - trotzdem erkannten einige Eltern ihre Kinder. Eine Mutter aus Kissing machte sich Sorgen: "Wo hat sie noch überall gefilmt? Womöglich auf den Toiletten?". Die RTL-Sprecherin sagt: "Auf das betreffende Rohmaterial hatte nur die zuständige Redakteurin Zugriff." Das Sendungsmaterial behandele man innerhalb der "Team Wallraff"-Redaktion vertraulich. Näheres zur Schließung der Einrichtung wollte die Sprecherin jedoch nicht sagen. 

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