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Kissing: Kinderflohmarkt und Hiaslverein verlieren Lagerräume durch Abriss

Kissing

Wegen Abriss gekündigt: Hiaslverein und Kinderflohmarkt brauchen Hilfe

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    Zwischen Kleiderständern und Kartons: Silvia Rinderhagen und Claudia Stölzl-Genitheim (von links) im Lager des Kissinger Kinderflohmarkts, das bis Ende Februar geräumt werden muss.
    Zwischen Kleiderständern und Kartons: Silvia Rinderhagen und Claudia Stölzl-Genitheim (von links) im Lager des Kissinger Kinderflohmarkts, das bis Ende Februar geräumt werden muss. Foto: Edigna Menhard

    „Mehr als zwei auf drei Meter brauchen wir nicht“, sagt Silvia Rinderhagen und zeigt auf die Kleiderständer und die Kartons, die derzeit in der ehemaligen Neuapostolischen Kirche in Kissing lagern. Dieser überschaubare Platzbedarf wird für das Organisationsteam des Kissinger Kinderflohmarkts gerade zur Herausforderung. Bis Ende Februar müssen die Lagerräume geräumt werden, denn das Gebäude wird abgerissen.

    Noch schwieriger ist die Situation für den Förderverein Bayerischer Hiasl Kissing e. V., der dort das gesamte Inventar der ehemaligen, 2017 geschlossenen Hiasl-Erlebniswelt untergebracht hat. Und die zahlreichen Exponate füllen das gesamte Erdgeschoss. „Das Material gehört mehreren Partnern – dem Hiasl-Verein, der Regio Augsburg, dem Wittelsbacher Land Verein und der Gemeinde Kissing“, erklärt Vorsitzende Katrin Freund.

    Kündigung der Lagerräume trifft den Hiaslverein hart

    Wie berichtet, plant die Wohnbaugesellschaft des Landkreises auf dem Grundstück ein Mehrfamilienhaus mit insgesamt 15 Sozialwohnungen. Das Projekt hatte sich wegen Komplikationen bei der Genehmigung, unter anderem wegen den Lärmschutzanforderungen in der Nähe der B2, immer wieder verzögert. Doch heuer soll nun tatsächlich Baubeginn sein. Dass das Kirchengebäude irgendwann abgerissen werden soll, sei zwar bekannt gewesen, erklärt die Vorsitzende des historischen Fördervereins. Eine passende Alternative zur Aufbewahrung habe man bislang aber nicht gefunden.

    Als gemeinnütziger Verein fehle das Geld, um langfristig Garagen, Container oder Lagerräume anzumieten. Die kurzfristige Kündigung im Januar trifft den Verein hart. „Uns wird nichts anderes übrig bleiben, als die Gegenstände privat einzulagern“, bedauert Katrin Freund. Besonders sensibel seien historische Standarten und zwei Dioramen, die weder Feuchtigkeit noch Frost vertragen. Hier hofft der Verein auf Unterstützung durch die Gemeinde.

    Langfristig hat der Hiasl-Verein dennoch Ideen: Ein kleiner, günstiger Geschäftsraum könnte als Mini-Museum oder Showroom dienen, in dem sich Interessierte jederzeit auf Spendenbasis über den Bayerischen Hiasl informieren können. Außerdem kann man sich Wanderausstellungen vorstellen, wie zuletzt 2024 in der Galerie Friedberg. Ein großes Museum sei derzeit jedoch unrealistisch, nicht zuletzt wegen fehlenden Personals. „Mit Anfang 40 bin ich eines der jüngsten Mitglieder“, sagt die Vorsitzende. Es sei sehr schwierig, junge Menschen für die Vereinsarbeit zu motivieren.

    Kinderflohmarkt für den guten Zweck seit 25 Jahren in Kissing

    Dieses Problem haben Silvia Rinderhagen und Claudia Stölzl-Genitheim bei ihrem Kinderflohmarkt nicht. Seit 25 Jahren veranstalten sie das Event mit viel Engagement zweimal jährlich im Dr.-Josef-Zimmermann-Haus. Rund 20 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer packen mit an, sei es beim Aufbau der schweren Kleiderständer oder beim Sortieren der zahlreichen Kartons. Viele von ihnen nehmen sich dafür sogar Urlaub. „Alle machen das unentgeltlich, einfach aus Freude und Gemeinschaft“, beschreibt Claudia Stölzl-Genitheim das Miteinander. Die meisten sind selbst Eltern, deren Kinder schon mit den Flohmarkt-Klamotten groß geworden sind. Mittlerweile kauft bereits die nächste Generation für ihre Kids ein.

    Das Besondere am Kissinger Flohmarkt: Hier herrscht Ordnung im Trubel. Jeder Verkäufer erhält eine Nummer, mit der seine Ware und der Preis ausgezeichnet wird. Die Artikel werden gesammelt und von den Helfern sortiert, sodass die Besucher am Verkaufstag wie in einem Kaufhaus stöbern können: nach Schuhen, Hosen, Jacken, Pullis und Hemden geordnet, nach Größen sortiert, das Spielzeug von Duplo über Gesellschaftsspiele bis hin zu Puppen und Büchern liebevoll präsentiert. „Wir haben so viel Angebot, dass wir am Donnerstag gar nicht alles rauslegen können“, erklärt Silvia Rinderhagen. Deshalb wird am Freitag frische Ware nachsortiert – ein zweiter Besuch lohnt sich also immer.

    20 Prozent des Erlöses fließen in soziale Projekte vor Ort. In den vergangenen Jahren kamen so rund 25.000 Euro zusammen, die unter anderem Schulen, Kindergärten, Vereinen, den Pfadfindern und der Wasserwacht zugutekamen. Wer eine Spende benötigt, kann sich direkt an das Team wenden – gemeinsam wird entschieden, wo Hilfe gebraucht wird.

    Umso größer ist nun die Sorge, ob man einen geeigneten Lagerraum finden kann. Gesucht wird ein ebenerdiger Raum, groß genug für ein paar Kleiderständer und ein, zwei Kartons. Silvia Rinderhagen freut sich, wenn jemand ein Plätzchen hätte und sie unter 0172-1684097 kontaktiert.

    Termin: Der nächste Kinderflohmarkt in Kissing findet am 12./13. März im Dr.-Josef-Zimmermann-Haus in Kissing statt.

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