Massive Beeinträchtigungen kommen auf Anwohnerinnen und Anwohner in der Nähe der Zugstrecke in Kissing zu. Die Deutsche Bahn erneuert hier die Lärmschutzwände. Die Arbeiten erfolgen ausschließlich nachts und auch am Wochenende. Dabei ist einige Geduld gefragt. Die Arbeiten sollen von 18. April bis 30. Juni dauern. Zu einem späteren Zeitpunkt, der noch nicht genau feststeht, sollen dann auch die Lärmschutzwände in Mering ausgetauscht werden.
Über die anstehenden Arbeiten informierte Bürgermeister Reinhard Gürtner in der jüngsten Bürgerversammlung. Er warnte die Kissingerinnen und Kissinger vor, dass durchgängig, also auch an Samstagen und Sonntagen gearbeitet werde. „Gearbeitet wird vor allem nachts“, informierte der Bürgermeister weiter. Betroffen sind die Lärmschutzwände beginnend ab der Überführung Richtung Auensee bis auf Höhe des Kissinger Bahnhofs.
Lärmwände an der Bahnstrecke Augsburg-München waren ein Pionierprojekt
Die Strecke Augsburg–München wurde 2011 für den Hochgeschwindigkeitsverkehr in Betrieb genommen, einzelne Abschnitte der Lärmschutzwände stammen jedoch teilweise noch aus den späten 1990er-Jahren. „Der Bau der Lärmschutzwände entlang der Strecke München-Augsburg war damals ein Pionierprojekt für solche Wände. Es hat sich gezeigt, dass die damals eingesetzten Materialien langfristig nicht optimal für die Belastungen durch den Hochgeschwindigkeitsverkehr geeignet sind“, erklärt ein Bahnsprecher. Deswegen werden die betroffenen Elemente nun ersetzt.
Die Lautstärke der Baustelle wird sehr unterschiedlich ausfallen. „Bei Rammarbeiten kann es zu erhöhtem Lärm kommen. Bohrarbeiten sind im Vergleich dazu weniger laut“, heißt es auf Anfrage bei der Bahn. Zu erwarten ist jedoch auch einiges an LKW-Verkehr, da viel Material an- und abtransportiert werden muss. „Es handelt sich um eine sogenannte Wanderbaustelle, die abschnittsweise weiterzieht“, so die Bahn. Die Einhaltung der gesetzlichen Grenzwerte werde durch Gutachter überwacht. „Sollten diese überschritten werden, haben betroffene Anwohner Anspruch auf entsprechende Maßnahmen, beispielsweise durch die Bereitstellung von Ersatzunterkünften“, versichert ein Bahnsprecher.
Für das Gesamtprojekt investiert das Unternehmen einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag. Der Austausch der Lärmschutzwände startet aktuell in Kissing. Später sollen sie auch in Mering erneuert werden. „Da es sich ebenfalls um eine Wanderbaustelle handelt, lässt sich kein exakter Zeitraum für einzelne Abschnitte benennen“, heißt es von der Bahn.
Für den Zugverkehr kann es zu temporären Einschränkungen wie der Einrichtung von Langsamfahrstellen oder verlängerten Fahrzeiten im Nah- und Fernverkehr kommen.
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