Im katholischen Brauchtum ist der Mai der Verehrung der Gottesmutter Maria gewidmet. In vielen Kirchen gibt es in diesem Monat Maiandachten, bei denen eine mit vielen Blumen geschmückte Marienstatue im Zentrum steht, zu bewundern. Eine ganz besondere Muttergottesstatue steht in der Kirche St. Stephan in Steindorf.
Marianne Schuster, die Mesnerin von St. Stephan, schmückt den Maialtar jedes Jahr mit frischen Blumen und weiß um die besondere Geschichte: Pfarrer Heinrich Zeller, der in den 1960er Jahren die Gemeinde betreute, hatte sich für die Gottesmutter und das Jesuskind etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Er erfuhr, dass einem Mädchen im Ort die langen Haare geschnitten werden. Er konnte sich die Haarpracht sehr gut am Jesuskind und der Gottesmutter vorstellen und bat darum, diese den Heiligenstatuen aufsetzen zu dürfen. Wessen Haare es waren, lässt sich wohl nicht mehr nachvollziehen.
Herbert Klaßmüller weiß aber noch gut, dass seine Mutter Hilda, die Schneiderin im Ort war, die Bekleidung für das Jesuskind und die Muttergottesstatue nähte. Auch den blauen Baldachin über und neben den Figuren fertigte sie. Sicher ist bis heute, dass sich diejenigen, die sich in jedem Anliegen an die Gottesmutter wenden wollen, an diesem Ort auch über den besonderen Maialtar freuen können. Zu den üblichen Gottesdienst- und Öffnungszeiten kann man diesen besonderen Maialtar bewundern.
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