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Mering: Immer mehr Menschen kommen zur Meringer Tafel

Mering

Immer mehr Menschen kommen zur Meringer Tafel

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    Brigitta Grabler, Paul Wiedemann, Rudolf Singer, Tafelleiterin Ingrid Engstle, Anne Warnbacher und Edith Römisch vom Helferteam bei der Tafel-Eröffnung 2018.
    Brigitta Grabler, Paul Wiedemann, Rudolf Singer, Tafelleiterin Ingrid Engstle, Anne Warnbacher und Edith Römisch vom Helferteam bei der Tafel-Eröffnung 2018. Foto: Eva Weizenegger (Archiv)

    Pünktlich um 11.30 Uhr reihen sich am Dienstag an der Zettlerstraße in Mering schon die ersten Tafelkunden ein. Sie warten darauf, dass die Einrichtung öffnet. Besonders in Krisenzeiten ist die Tafel gefragt.

    „Wir merken es sehr schnell, wie es den Menschen in unserer Gesellschaft geht“, berichtet Ingrid Engstle. Leiterin der Einrichtung. Mittlerweile machen sich die Auswirkungen der Corona-Pandemie auch in der Marktgemeinde bemerkbar.

    Die Meringer Tafel versorgt 80 Kunden und ihre Familien

    „Egal, ob es damals die Flüchtlings- oder die Finanzkrise waren, nur wenige Monate danach, bekamen wir zu spüren, dass mehr Menschen auf unser Angebot angewiesen waren“, blickt Engstle zurück. Neben Menschen, die von sozialer Grundsicherung leben, beziehen auch Senioren mit geringer Rente Waren durch die Tafel. Die Kunden geben einen symbolischen Betrag von zwei Euro, Kinder sind kostenfrei.

    Momentan werden bis zu 80 Kunden versorgt. „Dahinter stehen aber meist ganze Familien“, bemerkt Engstle. Über 112 Kinder beziehen Waren der Meringer Tafel. „Und die Zahlen gehen stetig nach oben“, rechnet die Tafelleiterin vor.

    Acht Monate nach Ausbruch der Corona-Pandemie in Deutschland wird deutlich, dass die Menschen die Auswirkungen der Kurzarbeit, Jobverlust oder die Kündigung der Mietwohnungen hart treffen.

    Das mache auch vor Engstles eigenen Tafelmitarbeitern nicht halt. „Ich habe eine Helferin, die sucht händeringend nach einer kleinen, bezahlbaren Wohnung hier und findet nichts“, schildert die Tafelleiterin.

    Bei der Tafel in Mering arbeiten 50 Ehrenamtliche

    50 Ehrenamtliche sind für die Einrichtung im Einsatz. Ein Großteil der Mitarbeiter ist über 60 Jahre alt. Dank zahlreicher Maskenspenden, steht fast das gesamte Team wieder zur Verfügung.

    Nicht nur dass die Nachfrage bei den Kunden steigt, gleichzeitig sinkt bei der Meringer Tafel das Spendenaufkommen. „Gott sei Dank bekommen wir noch immer Waren von den Supermärkten und Landwirten“, sagt Engstle. Besorgt blickt sie aber auf das Spendenkonto. „Gerade Einzel- oder Firmenspenden bleiben aus“, informiert sie. Dafür habe sie Verständnis, doch damit werde es schwieriger, die Tafelkunden mit unverderblichen Waren zu versorgen.

    „Windeln, Hygieneartikel oder Lebensmittel mit langem Haltbarkeitsdatum können wir dann nicht zukaufen“, erklärt Engstle. Noch sei es möglich, weil die soziale Einrichtung in den letzten Jahren gut gehaushaltet habe. Aber auch Obst und Gemüse sind derzeit Mangelware. „Das ist zu dieser Jahreszeit zwar nicht ganz unüblich, aber dennoch wären wir hier auf weitere Spenden angewiesen“, so Engstle. Dankbar ist sie, dass der Oswaldhof aus Steinach regelmäßig Gemüse spendet.

    Auch bei den Rewe-Einkaufsmärkten soll es heuer wieder die Tüten-Aktion geben. „Für fünf Euro können Kunden bereits vorgepackte Tüten kaufen, die dann an die Tafel weiter gegeben werden“, erklärt Engstle. Sie hofft auf die Weihnachtszeit und dass es doch noch weitere Spenden für die Tafel dann gibt. „Ich gebe nicht auf, solange es geht, werden wir uns mit allen Kräften für die Tafel und den Kleiderladen engagieren“, verspricht sie.

    Windeln, Waschmittel, Kaffee: Die Tafel ist immer auf Spenden angewiesen

    Wer selbst gerne etwas spenden will, der kann sich auch bei der Tafel selbst informieren. „Ich habe stets einen guten Überblick, was gerade am Dringendsten benötigt wird“, sagt Engstle.

    Seit 13 Jahren gibt es die Meringer Tafel. Anfangs war sie noch in den Räumen des ehemaligen Mesnerhauses bei der evangelischen Kirchengemeinde untergebracht. Nach dem Umzug im Jahr 2017 ist die Einrichtung im ersten Stock des ehemaligen Firmengebäudes von Ludwig Leuchten in der Zettlerstraße untergebracht.

    Dort befindet sich auch der Kleiderladen, der mittwochs ab 13.30 Uhr geöffnet ist. Auch hier steigt die Nachfrage bei den Kunden. Ein Problem, ausreichend Kleider anzubieten, gibt es jedoch nicht. „Hier wurden wir anfangs fast überrannt mit Spenden“, sagt Engstle.

    Die Tafel freut sich über Windeln für Kinder, Waschmittel, Hygieneartikel, Kaffee und nicht verderbliche Waren. Die Tafel ist dienstags ab 11.30 bis 15.30 Uhr geöffnet, der Kleiderladen mittwochs von 13.30 bis 17 Uhr.

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