Die geplante Augsburger Osttangente wird wohl viel teurer als bisher bekannt. Die bisher genannten Ausbaukosten irritierten Wolfhard von Thienen: „180 Millionen Euro werden der Öffentlichkeit vermittelt – auf meine Nachfrage steht der Ausbau jedoch mit 210 Millionen Euro im Plan“, berichtet er. Diese Information habe der Sprecher des Aktionsbündnisses „Keine Osttangente“(A-KO) nur erhalten, als er sich auf das Bürgerinformationsgesetz berief, unterstreicht er.
Ob tatsächlich auf der gesamten Strecke die Belastungsgrenze für den Verkehr erreicht ist, wagt er zu bezweifeln. Der Diplombiologe von Thienen setzt nachdenklich hinzu: „Ist es ein Naturgesetz, dass der Verkehr wächst, oder sind es wir Menschen, die bestimmen, dass es immer mehr Straßen gibt?“
Dass ein deutliches Interesse an der Verhinderung der möglichen Augsburger Osttangente besteht, bewiesen schon die gut 200 Besucher, die in Mering beim Vortrag „Straßen säen – Verkehr ernten“ von Richard Mergner, dem stellvertretenden BN-Landesvorsitzenden, gekommen waren (FA berichtete). „Sehr erfolgreich“ werten Organisatorin Christina Haubrich und Sprecher Wolfhard von Thienen den Auftakt zu ihrer Aktion.
Daran wollen sie nun anknüpfen: Mit ihrer Sternradtour, die das Aktionsbündnis unter das Motto „Eine Region gegen die Osttangente“ gestellt hat, wollen sie nicht nur die Öffentlichkeit aufmerksam machen, sondern auch politisch ein Zeichen setzen. Die Aktion soll am Samstag, 20. Juni, stattfinden mit einer Abschlusskundgebung ab 12 Uhr am Kissinger Weitmannsee. Bei ungünstiger Witterung wird der Termin auf den 27. Juni verschoben, Bekanntgabe der Verschiebung bis spätestens 9 Uhr am 20. Juni.
„Wir fordern den zuständigen Projektleiter ganz deutlich auf, den Antrag für die Osttangente im Verkehrsministerium zurückzuziehen“, unterstreicht der Sprecher des A-KO von Thienen. „Das Raumordnungsverfahren greift erst dann, wenn das Projekt im vorrangigen Bereich ist: Uns geht es darum, dass es dorthin überhaupt erst gar nicht gelangt. Das Bundesverkehrswegegesetz ist ein mehrstufiger Prozess – wir befinden uns momentan in der ersten Phase und gegen die wehren wir uns.“
Teilnehmer aus elf Orten werden dabei sein: von Derching bis Prittriching, von Königsbrunn bis Oberottmarshausen, sogar aus Augsburg, St. Antons-Siedlung haben Menschen Solidarität gegen die Osttangente bekundet. Christina Haubrich, Organisatorin der Sternradtour, hofft darauf, dass sich viele Menschen anschließen, denn sie hat von einer breiten Bevölkerungsschicht Rückmeldung bekommen, dass „die Osttangente auf Ablehnung stößt.“
Die geplante Osttangente zerstöre nicht nur Naturschutzgebiete und Naherholungsgebiete, „sondern auch das Gesicht unserer Heimat“, fasst sie zusammen.
Das Programm:
Informationsstände Das Aktionsbündniss plant diese an den Treffpunkten vor der Abfahrt in den einzelnen Orten (weitere Infos folgen)
Gemeinsame Abfahrt Mit dem Fahrrad von den Infoständen: Zeiten und Orte siehe Internet.
Kundgebung Am Weitmannsee ab circa 12 Uhr mit kurzen Statements von Vertretern der Mitglieder des Aktionsbündnisses.
Informationstand Am Weitmannsee mit Gelegenheit für Fragen und Diskussion.
Gemeinsames Picknick Essen und Trinken bitte mitbringen.
Abfahrtszeiten Weitere Informationen zur Sternradtour gibt es unter www.keine-osttangente.de.