Als Mimoza Isufaj 2008 nach Mering kam, konnte sie kein Wort Deutsch. Inzwischen blickt die 39-Jährige auf zehn Jahre engagierter Tätigkeit in der stationären Altenpflege zurück, ist Mutter von zwei jugendlichen Söhnen und fühlt sich mit ihrer Familie in der neuen Heimat rundum wohl. Nun will sich die gebürtige Kosovo-Albanerin ihren lange gehegten Traum von der Selbstständigkeit in der Seniorenbetreuung erfüllen.
Zuwendung für ältere Menschen im Alltag
Bereits im Herbst vergangenen Jahres legte sie dafür den Grundstein und baute sich das Netzwerk für einen Betreuungsdienst auf. „Die Zeit in der Altenpflege hat mich nicht nur fachlich, sondern vor allem auch menschlich geprägt“, erklärt sie. „Mein Handeln ist geleitet von Respekt vor der Lebensleistung älterer Menschen und dem Wunsch, ihnen mit Wärme und Würde zu begegnen.“ Als Pflegehelferin in der stationären Pflege konnte sie viel Erfahrung sammeln und merkte schnell, dass ihr der Umgang mit alten Menschen liegt. „Ich verstehe meine Arbeit als Herzensangelegenheit, doch im pflegerischen Alltag bleibt zu wenig Zeit“, bedauert sie. Mit ihrem Betreuungsangebot will sie betagten Menschen mehr Zuwendung geben und Unterstützung im Alltag bieten. Sie kümmert sich um hauswirtschaftliche Belange, macht Besorgungen, begleitet zu Arztterminen oder geht auch mal mit ins Lieblingscafé.
In diesem Bereich bestehe ein enormer Bedarf, bestätigte Ingrid Hafner-Eichner, Sachgebietsleiterin im Fachbereich Senioren im Landratsamt, erst kürzlich gegenüber unserer Zeitung. Menschen mit einem Pflegegrad haben Anspruch auf den sogenannten Entlastungsbetrag, der insbesondere für Angebote zur Unterstützung im Alltag zur Verfügung steht. Für sie sind die Abrechnungsmodalitäten einfach, denn Mimoza Isufaj steht mit den Kranken- und Pflegekassen in Kontakt und kann ihre Dienstleistung direkt abrechnen. Ihre Eignung und Befähigungen für den Job füllen einen ganzen Ordner mit Zeugnissen und Bescheinigungen an Fort- und Weiterbildungen. Dazu gehört auch ein Personenbeförderungsschein, damit die betreuten Personen bei der Mitfahrt im Pkw abgesichert sind.
Erste Stationen in der französischen Schweiz
„Hier in Deutschland herrscht eine andere Struktur als in meiner Heimat und man muss bei Terminen pünktlich sein. Das finde ich auch gut“, betont die Kosovo-Albanerin. Sich in einer neuen Umgebung anzupassen, hat sie früh gelernt, denn schon als 17-Jährige kam sie mit ihren Eltern in die französische Schweiz. Sie lernte Französisch, besuchte dort die Schule und bekam eine Anstellung in einem Krankenhaus. „Ich war anfangs unsicher, aber meine Mutter machte damals mir Mut. Du bist jung, du kannst alles lernen“, erinnert sich Mimoza Isufaj. Dieses Motto galt für die junge Frau auch, als sie ihren Mann Driton kennenlernte, der in München arbeitete. Sie folgte ihm nach Deutschland und das Paar zog nach Mering. Ohne Sprachkenntnisse habe ich hier keine Chance, war der damals 22-Jährigen klar und sie lernte im Intensivkurs Deutsch. Anschluss am Wohnort fand sie durch die Betreuung ihrer beiden Söhne, heute 13 und 17 Jahre alt, im Meringer Kinderhaus. „Das war für mich wie eine Familie und ich habe auch viel mit meinen Kindern zusammen gelernt“.
Aufgrund ihrer Vorkenntnisse fand sie schnell eine Anstellung in der Pflege, sammelte Erfahrungen im stationären Bereich und zuletzt in der ambulanten Pflege. „Ich bin dankbar, dass wir hier in Deutschland gut angekommen sind“, sagt Mimoza Isufaj rückblickend und will nun mit ihrem Betreuungsdienst durchstarten. Wer mit Senioren arbeitet, müsse sich schon fragen, ob er geeignet für diesen Job sei. Für sich kann sie das voller Überzeugung bejahen. „Es ist mir wichtig, den Menschen mit Respekt zu begegnen“, betont sie. Empathie allein genügt jedoch nicht. Denn auch organisatorisch und administrativ muss alles korrekt sein. Dafür hat sich Mimi, wie sie gerne von ihren Seniorinnen und Senioren genannt wird, Corinna Wieser an ihre Seite geholt. Als Fachfrau hält diese ihr im administrativen Bereich den Rücken frei, kümmert sich um Qualitätssicherung und Weiterbildung und garantiert eine rechtssichere Vertragsgestaltung sowie eine transparente Abrechnung der Leistungen.
„Für mich ist die Begleitung von Seniorinnen und Senioren nicht nur Beruf, sondern Berufung, die ich jeden Tag mit Leidenschaft und Verantwortungsbewusstsein lebe“, erklärt Mimoza Isufaj. Ihr Betreuungsangebot in Kombination mit hauswirtschaftlicher Hilfe kann dazu beitragen, dass Menschen länger in ihren eigenen Wänden bleiben können und bringt auch Entlastung für Angehörige.
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