Die WM 2026 findet in den USA, Mexiko und Kanada statt. So blicken die Friedberger auf die Fußballweltmeisterschaft. (Symbolbild)Foto: Seth Wenig/AP/dpa (Symbolbild)
Am Donnerstag startet die Fußball-Weltmeisterschaft in Kanada, den USA und Mexiko. Doch die Spiele finden teilweise zu nächtlichen Stunden deutscher Zeit statt, mit 22 Uhr beginnen zwei der deutschen Gruppenpartien sogar noch verhältnismäßig früh. Schalten die Friedberger trotzdem ein und wem halten sie die Daumen?
Kilian Schmid aus Friedberg war früher selbst Fußballer, heute bouldert der Hör-Akustiker in seiner Freizeit. Er feuert Deutschland an: „Es kommt auf den Turnierbaum an, aber Achtel- oder Viertelfinale ist machbar.“ Um 22 Uhr will der 25-jährige noch die erste Halbzeit anschauen „aber 2 Uhr ist schon frech, das kann ich vergessen.“ Seine Chefin Lisa Wilfling, die im Ortsteil Hügelshart lebt, gibt zu bedenken, dass der Arbeitsbeginn in ihrer Branche um 9 Uhr noch relativ gut mit dem Schauen der Spiele zu vereinbaren sei. Auch sie will einschalten, aber 2 Uhr findet sie zu spät. Wie weit die von ihr favorisierten Deutschen kommen, darüber hat sich die 36-jährige noch keine Gedanken gemacht.
Die Hör-Akustiker Lisa Wilfling und Kilian Schmid schalten um 22 Uhr gerne ein: "Wir fangen etwas später an als andere Berufe."Foto: Michael Probst
Marcus Rahn lebt zwar in Gersthofen, doch seine Stammkneipe ist der „Barbetrieb“ in der Ludwigstraße. Als Automobilkaufmann, der nebenbei noch selbstständig ist, hat er ein hohes Arbeitspensum. Aber Fußball zu schauen, ist für ihn ein Stück Lebensqualität: „Ich habe es vor, mir die Spiele anzusehen, nur um 2 Uhr bin ich raus.“ Deutschland sieht der 39-Jährige im Halbfinale: „Das eigene Land anzufeuern ist eine positive Form von Nationalstolz.“
Marcus Rahn feuert Deutschland an: "Eine positive Form von Nationalstolz."Foto: Michael Probst
Nicht alle in Friedberg interessieren sich für Fußball
Ganz anders die drei jungen Frauen aus der Region am Nachbartisch: Sie interessieren sich nicht für Fußball, auch ihre Partner nicht, daher findet die WM für sie kaum statt. „Ich habe eine Fahne gesehen und mir gedacht, ach ja, was ist nochmal, WM oder EM“, gibt eine zu. Ihre Freundin gönnt Fans den Spaß, aber sie stören am Fußball die Hooligans, und sie findet den Hype um die Sportart übertrieben. Und eine hat zudem Probleme mit einem der drei Gastgeber: „Die USA sind zur Zeit ein schwieriges Land, und das rückt durch den Fokus auf die WM in den Hintergrund.“
Thomas Schmid aus Friedberg-West ist hingegen schon eine vor Beginn der WM im Deutschland-Trikot unterwegs. Die Spiele der Nationalmannschaft will er, egal wann, ansehen: „Ich bin eh Nachtlicht, das macht nichts.“ Die deutschen Chancen hat der 58 Jahre alte Bankkaufmann bereits analysiert: Eine Vorentscheidung falle im wahrscheinlichen Achtelfinale gegen Frankreich, dann sei das Halbfinale machbar und von da an der Erfolg Glückssache. „Die haben Potenzial, ich sehe einen Teamgedanken. Die werden sich finden, viele sind ja beim FC Bayern und haben es da auch geschafft.“
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