Hochkarätige Konkurrenz, prominente Zuseher auf den Tribünen und eine Kulisse, die Nervenstärke verlangte: Bei den diesjährigen bayerischen Meisterschaften in Unterhaching feierten die beiden Nachwuchsturner Lukas Geißlinger und Simon Zutt vom TSV Friedberg ein beachtliches Debüt auf Landesebene. Obwohl es ihre erste Teilnahme an diesem prestigeträchtigen Wettkampf war, mischten die beiden Außenseiter aus der Herzogstadt das Teilnehmerfeld ordentlich auf, schrammten im Mehrkampf nur hauchdünn am Podest vorbei und verdienten sich den Respekt der Fachwelt.
In der Altersklasse 15/16 sorgte Lukas Geißlinger für eine echte Sensation. Über alle drei Wettkampftage hinweg rief er wie ein Uhrwerk seine Leistung ab und leistete sich im gesamten Wettkampfverlauf nicht einen einzigen groben Fehler. Mit einer konstant starken Wertung von jeweils rund 62 Punkten hielt der TSV-Turner dem enormen Druck stand. Damit verwies Geißlinger nicht nur mehrere etablierte Athleten aus dem bayerischen Landeskader auf die Plätze, sondern sicherte sich im stark besetzten Mehrkampf einen hervorragenden vierten Platz.
Der Lohn für die Nervenstärke folgte in den Gerätefinals, wo er sich mit Edelmetall belohnte: Am Barren turnte sich das Friedberger Talent sensationell zum bayerischen Vizemeister. Und damit nicht genug: Am Reck legte er nach und sicherte sich die Bronzemedaille.
Auch Geißlingers Vereinskollege Simon Zutt, der in der Altersklasse 17/18 an den Start ging, zeigte eine starke Talentprobe. Er bestritt den Wettkampf an zwei Tagen. Während er am ersten Tag ein makelloses Programm auf die Matte zauberte, schlichen sich tags darauf ein paar kleinere Patzer ein. Dennoch bewies Zutt enormen Kampfgeist, schlug sich bei seiner Premiere beachtlich und belohnte sich am Ende – genau wie Geißlinger – mit dem undankbaren, aber dennoch hochverdienten vierten Platz im Mehrkampf seiner Altersklasse.
Die starken Auftritte des Friedberger Duos blieben nicht unbemerkt. Neben den anwesenden Verbandstrainern, die mit Lob für die beiden Debütanten nicht sparten, schaute auch ein ganz Großer des deutschen Turnsports genau hin: Vizeweltmeister Lukas Dauser beobachtete die Übungen der Youngsters an den ersten Tagen live vor Ort. Nach diesen starken Eindrücken und dem Lob des Barren-Experten war Geißlingers späterer Silber-Erfolg an eben diesem Gerät am Finaltag die absolute Krönung. (AZ)
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