Wer dieses Ergebnis prophezeit hatte, den muss man in die Reihe der unverbesserlichen Optimisten einordnen. Denn der TSV Aindling, der sich gestern beim TSV Gilching-Argelsried mit 1:0 durchsetzte, hatte die Reise an die westliche Peripherie von München keinesfalls in bester Besetzung angetreten. Man konnte eher vom letzten Aufgebot sprechen, nicht weniger als elf Kicker aus dem Kader der Landesligatruppe fehlten aus unterschiedlichen Gründen. Daher wäre bereits ein Remis ein echter Erfolg gewesen. Nun aber durften die Aindlinger den ersten Auswärtssieg in dieser Saison feiern und befinden sich mit zehn Punkten im Mittelfeld der Tabelle.
Aindling konzentriert sich auf Bestehen in der Landesliga
Fünf Tage nach dem Pokalschlager gegen den TSV 1860 München (0:6) war am Sonntag wieder der fußballerische Alltag angesagt. Doch der schmeckte keineswegs langweilig, sondern geriet zu einem echten Festtag. Es sieht nun ganz danach aus, als würde sich die Mannschaft wieder ganz auf das Bestehen in der Landesliga konzentrieren, was nach dem Highlight gegen die „Löwen“ nicht so einfach zu erwarten war. Wie eng die Personaldecke diesmal war, das wird an der Tatsache ersichtlich, dass sich Christian Adrianowytsch, der Spielertrainer, selber in die Startelf berief. Das war vor seinen gesundheitlichen Problemen am 18. Mai 2019 in Altenmünster letztmalig der Fall. Damals trug der Abwehrmann, der in dieser Woche seinen 37. Geburtstag feiern kann, noch das Trikot des TSV Hollenbach.
Vor einem halben Jahr hatte Adrianowytsch erklärt, dass er sich nun mit der Rolle des Trainers bescheiden wollte. Aus dem Kader der zweiten Mannschaft, die der A-Klasse angehört, halfen diesmal zwei Akteure aus, um die Bank der Ersatzspieler einigermaßen füllen zu können. Dazu kam mit Wolfgang Kodmeir einer aus der AH. Ihnen zollte der Coach ein dickes Lob.
Aindlinger Torschütze ist eigentlich Torwart
Was ebenfalls ungewöhnlich war in dieser Partie: Der einzige Torschütze war ein Mann, dessen erste Aufgabe eine andere ist: das Verhindern von Treffern. Der 27-jährige David Burkhart, der auf der rechten Seiten agiert, war in der vergangenen Runde dreimal erfolgreich. Diesmal traf er kurz nach dem Wechsel der Seiten. Er setzte sich rechts durch und lenkte die Kugel in die Maschen, was die Aindlinger naturgemäß beflügelte. Die letzten Minuten in dieser Hitzeschlacht konnten die Gäste in Überzahl bestreiten.
Andre Gasteiger musste eine Zeitstrafe nach einem Schubser gegen Tobias Wiesmüller verbüßen. Christian Adrianowytsch, der sich nicht auswechselte, war nach diesem Coup bester Laune: „Das ist der Fußball.“ Er stelle die enorme kämpferische Leistung der Gäste heraus, mit einer gewissen Skepsis sah er am Sonntag dem nächsten Morgen entgegen, wo er die Folgen seines Einsatzes zu spüren bekommen würde. „Dass wir in dieser Besetzung was holen konnten“, stellte er mit einem heftigen Kopfschütteln fest: „Wahnsinn, dass wir das gepackt haben.
TSV Aindling Scheurer, Burghart, Stoll, Adrianowytsch, Wiesmüller, Schöttl, Woltmann, Löffler (74. Dauber), Schuster (37. Aichele, 90. + 2 Kodmeir)), Müller, Mlakic.
Tor 0:1 Burghart (50.)
Schiedsrichter Dauner (Spvgg Unterhaching)
Zuschauer 100 Zeitstrafe Gasteiger (Gilching/Foul/81.).